12. September 2019, 21:56 Uhr

Ganz langsam zum schnellen Netz

12. September 2019, 21:56 Uhr
GKM
Glasfaseranschlüsse Mangelware: Auch in Gemünden geht es mit dem Ausbau des schnellen Netzes nur langsam voran. Die Firma OR-Network hat bis zum Jahresende das Zugriffsrecht auf die Kabelknotenpunkte in den Ortsteilen. (Symbolfoto: dpa)

Mit einer Fülle von Themen beschäftigte sich die jüngste Bürgerversammlung in Nieder-Gemünden. Nach der heftigen Kontroverse um den Bau von Fotovoltaikanlagen in der Gemeinde, über die diese Zeitung berichtete, informierte Erster Beigeordneter Eckhard Kömpf in Vertretung des Bürgermeisters Lothar Bott (FWG), der sich noch in der Reha zu seiner Erkrankung befindet und als Gast anwesend war.

Zur Versorgung mit schnellem Internet (Breitbandversorgung) berichtete Kömpf: »Bislang liegen der Gemeinde keine konkreteren Ausbaupläne, Anträge oder Ähnliches vor.« So sei der Stand der Planung bei der Firma OR-Network, die bis zum Jahresende das Zugriffsrecht auf die Kabelknotenpunkte in den Ortsteilen hat. Er zeigte sich wenig zuversichtlich, dass die Breitbandversorgung wesentliche Fortschritte macht, solange diese Reservierung besteht.

Für den Zuständigkeitsbereich der Telekom, welche die Glasfaserkabel bis zu den letzten Verteilern verlegt, stellte er in Aussicht, dass diese ihre Ausbauplanung bis zum Ende des zweiten Quartals 2021 abgeschlossen habe, was die Ortsteile Burg- und Nieder-Gemünden betreffe. In eigener Kompetenz werde die Gemeinde dafür sorgen, dass die öffentlichen Gebäude mit »freiem« WLAN versorgt werden. Ein Gutschein der Europäischen Union über 15 000 Euro sorge für die Finanzierung. Durch eine Fachfirma lasse sie momentan prüfen, was es kostet, in den Ortsteilen die Glasfaserkabel bis ins Haus zu verlegen.

Die Abwässer aus Burg- und Nieder-Gemünden sollen in Zukunft durch die Mitnutzung der Kläranlage in Nieder-Ohmen gereinigt werden, so hat es die Gemeindevertretung bereits beschlossen, weil die bestehende Kläranlage die Anforderungen nicht mehr erfüllt. Wie der Stand der Planungen für die zu bauende Druckleitung ist und welche Kosten ermittelt wurden, erläuterte Kömpf. Es sind drei Bauwerke nötig, die mit 86 000, 56 000 und 185 000 Euro veranschlagt werden. Bisher im Haushalt der Gemeinde vorgesehen waren erst 120 000 Euro. Mit einem Baubeginn für die Abwasserleitung rechnet er im nächsten Jahr. Als weiteres Projekt für die notwendige Verbesserung der Abwasserreinigung lasse die Gemeinde mit einer Studie (für 20 000 Euro) ermitteln, wie die Kläranlage bei Rülfenrod an diejenige in Nieder-Gemünden angeschlossen werden kann.

Wie der Erweiterungsbau für die Kindertagesstätte Siebenstein in Nieder-Gemünden vorankommt, war ein weiteres Thema. Die Ausschreibung für die Bauleistungen müsse europaweit erfolgen und sei so kompliziert, dass es des Know-hows von spezialisierten Büros bedürfe. Deshalb habe man acht Angebote eingeholt. »Ich gehe davon aus, dass im nächsten Jahr die Bagger rollen.«

Zu den Maßnahmen im Rahmen der Dorferneuerung für Ehringshausen und Rülfenrod berichtete er: In Ehringshausen fehlt zum Abschluss der DGH-Erweiterung mit Neugestaltung des Außenbereichs noch die Pflasterung, die in Eigenleistung von einer Gruppe von Bürgern zugesagt worden war.

Da das Gruppenmitglied mit den nötigen handwerklichen Kenntnissen erkrankt ist, wurde die Zusage zurückgezogen, sodass der Gemeindevorstand die Baufirma, die schon auf der Baustelle im Einsatz war, zusätzlich mit der Pflasterung beauftragt hat. Das erfordert einen Betrag von 22 000 Euro, der zusätzlich aus dem Gemeindeetat aufgebracht werden muss.

Damit stehen für die Erweiterung der benachbarten Sportanlagen um ein Kleinfeld keine Mittel mehr zur Verfügung - ein Mangel, der leicht zu akzeptieren sein wird, weil ohnehin kein Bedarf für dieses Projekt mehr gesehen wird. In Rülfenrod ist die Neugestaltung des Platzes vor dem Feuerwehrgerätehaus fast abgeschlossen. Die neuen Zisternen für die Löschwasserspeicherung sind eingebaut und die Platzgestaltung ist bis auf die noch fehlenden Sitzauflagen aus Holz auf dem dafür vorgesehenen Mauerring fertig. Im nächsten Frühjahr könnte es das Einweihungsfest geben. Das alte Bahnhofsgebäude in Nieder-Gemünden kann nicht abgerissen werden, weil die Bahn das Recht hat, über die elektrischen Installationen im Gebäude zu verfügen - und sie reagiert nicht auf Anfragen des Gemeindevorstands.

Memoriam-Garten

Wie die Neugestaltung des Geländes und der Bahnhofstraße aussehen kann, entwickelt derzeit ein Planungsbüro. Die Ideen sollen im Frühjahr vorgestellt werden. In der Rathausgasse 2 steht der Abriss eines verfallenden Fachwerkhauses an. Anschließend wird für rund 70 000 Euro ein dörflicher Begegnungsplatz eingerichtet.

»Memoriam-Garten« lautete das Stichwort zu einem neuen Angebot, mit dem zukünftig Menschen aus der Gemeinde Gemünden in Ehringshausen die letzte Ruhe finden können. Verbunden mit dem Kauf einer Grabstätte bietet ein Privatunternehmen einen Vertrag für eine »Rundum-sorglos-Grabpflege« an.

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