23. August 2019, 21:41 Uhr

Verlust von Fördergeld könnte drohen

23. August 2019, 21:41 Uhr

Der Kreis zentralisiert die Wirtschafts- und die Tourismusförderung. Das zeichnet sich nach fast einstimmigen Beschlüssen im Hauptausschuss des Kreistags ab. Wenn der Kreistag am Donnerstag zustimmt, wird die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Vogelsberg Consult (VBC) aufgelöst und die Mitarbeiter in die Kreisverwaltung integriert. Davon verspricht sich Wirtschaftsdezernent Jens Mischak folgendes: »Wir werden schneller und effizienter«. Er strebt an, dass alle 27 Gesellschafter Mitglied im neuen Verein werden.

Neben der Beratung von Existenzgründern und expansionswilligen Unternehmen hat VBC bislang auch die Fördermittel aus dem sogenannten LEADER-Programm der Europäischen Union betreut. Hier ging es um eine Beurteilung von Anträgen auf Fördergelder. Das soll künftig ein eigenständiger Verein machen, weil Beratung und die Beurteilung laut Vorgaben von zwei unterschiedlichen Stellen geleistet werden muss.

Vogelsberg Consult hat 377 000 Euro jährlich vom Kreis erhalten, um Dienstleistungen im allgemeinen wirtschaftlichen Interesse zu erledigen. Inzwischen hat die EU bei anderen Einrichtungen dieser Art diese Förderung abgelehnt. »Wenn wir nicht handeln, besteht das Risiko, dass die 377 000 Euro an Förderung von der EU beanstandet werden«, begründete Mischak den Antrag. Die Programme, die von der Gesellschaft betreut wurden, werden fortgeführt, wie er auf Nachfrage sagte.

Wetteraukreis zahlt nichts

Mario Döweling (FDP) zeigte sich überrascht von der Entwicklung, die offenbar nicht absehbar war. Das bestätigte Mischak, die Notwendigkeit sei erst in den vergangenen Monaten deutlich geworden. Die Liquidation von Vogelsberg Consult werde etwa ein Jahr erfordern. Geschäftsführer Thomas Schaumberg und die übrigen Mitarbeiter werden in die Kreisverwaltung integriert. Stephan Paule (CDU) meinte, es sei ein strategisch richtiger Weg. Die Wirtschaftsförderung geschehe künftig aus einer Hand.

Nach den Kosten fragte Friedel Kopp (FW), dazu gab es keine Angabe. Denn bei Projekten der Wirtschaftsförderung hat die Gesellschaft immer externe Mittel hereingeholt, was schwer planbar sei. Landrat Manfred Görig betonte, dass die Arbeit der Vogelsberg Consult in der Verwaltung weitergeführt wird. Skeptisch ist Michael Riese (Linke), ob die neue Konstruktion nötig war. Es gebe andere Gesellschaftsformen, die rechtssicher sind. Er stimmte als einziger gegen die Auflösung von Vogelsberg Consult.

Etwas anders geartet ist der geplante Zusammenschluss von drei Gesellschaften zu einer vergrößerten Region Vogelsberg Touristik. Die Gesellschaften Geopark Vulkanregion und Zweckverband Naturpark Hoher Vogelsberg werden integriert. Ein Hintergrund ist, dass die Touristik GmbH finanziell schlecht dasteht. Der Wetteraukreis zahlt seit Jahren nichts, allerdings sind manche Wetterau-Gemeinden Mitglied. Der Vogelsbergkreis soll Mehrheitsgesellschafter der Touristik GmbH werden. Er soll mindestens 50,1 Prozent der Gesellschaftsanteile übernehmen. Ziel ist dabei, als Destination Vogelsberg besser sichtbar zu sein.

Schlagworte in diesem Artikel

  • CDU
  • Der Kreis GmbH & Co KG
  • FDP
  • Gesellschaften
  • Kreistage
  • Mitglieder
  • Stephan Paule
  • Tourismusförderung
  • Vereine
  • Vogelsberg
  • Wirtschaftsförderungsgesellschaften
  • Vogelsbergkreis
  • Joachim Legatis
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos