25. Juli 2019, 21:32 Uhr

Der Urkundenschatz

25. Juli 2019, 21:32 Uhr
Hans Werner Henkel zeigt die Lehnsurkunde vom 22. Juli 1489 aus Königsaasen, die im Staatsarchiv Darmstadt lagert. (Foto. sf)

Beim Durchstöbern der Urkunden des Staatsarchivs Darmstadt wurde Hans Werner Henkel aus Nieder-Ohmen fündig. Er fand womöglich die erste urkundliche Erwähnung von Königsaasen.

Henkel ist Heimatforscher und Mitglied der Hessischen Familiengeschichtlichen Vereinigung und Bibliothekar der Bezirksgruppe Oberhessen. Weiterhin ist er Autor folgender Familienbücher: Lehrbach und Erbenhausen, Burg-Gemünden und Bleidenrod, Nieder-Gemünden und Otterbach sowie Elpenrod und Hainbach, die jeweils im Doppelband erschienen sind.

Zudem verfügt er über viele eigene Forschungsergebnisse und ist im Besitz vieler Dateien anderer Forscher aus der weiteren und näheren Umgebung. Ein guter Kollege von ihm ist dabei, ein Ortsfamilienbuch für Sellnrod zu erstellen. Mit Karl-Heinz Lichau aus Ober-Ohmen steht Hans Henkel in gutem Kontakt und ständigem Austausch.

Weitere Familienbücher fehlen

Für das Kirchspiel Nieder-Ohmen hätte Henkel gerne für die Filialen Atzenhain, Bernsfeld, Wettsaasen und Klein-Lumda Familienbücher veröffentlicht. Ein Sponsor war auch schon da, aber der damalige Kirchenvorstand von Nieder-Ohmen erteilte ihm eine Absage mit der Begründung, es seien noch viele Bücher von Heinrich Reichel vorrätig. Aber es sei immer der Wunsch von Heinrich Reichel gewesen, auch von den Filialen Ortsfamilienbücher zu veröffentlichen.

Zudem seien die Bücher Reichels nach Darmstadt ausgelagert worden und in Nieder-Ohmen nicht mehr einsehbar. Hans Henkel betreute jüngst eine Gruppe aus England, deren Vorfahren aus Nieder-Ohmen und Queckborn stammen, und diese hätte es sehr bedauert, dass sie keinen Einblick in den Taufeintrag ihrer Vorfahren nehmen konnte. »Was Heinrich Reichel publizierte, das war ein kleiner Ausschnitt von nur 150 Jahren. Dies war damals der geringen Speicherkapazität seines mit DOS arbeitenden Computers geschuldet,« so Henkel.

Heinrich Reichel erzählte Hans Henkel davon, dass die Forschung für ihn eine teure Angelegenheit war. Der Druck des Nieder-Ohmener Familienbuches wurde dann von der Hessischen Familiengeschichtlichen Vereinigung gesponsert.

Nun zeigt Hans Henkel stolz die große Urkunde zur Erwähnung von Königsaasen, die folgenden Text trägt: »REGESTE, Lehnsurkunde vom 22. Juli 1489, Landgraf Wilhelm von Hessen bekennt, vor Dechant und Kapitel des St. Stefan Stift zu Mainz zu Lehen erhalten zu haben 1.) Gericht und Kirchlehen zu Dillich, 2.) Anteil am Gericht zu Niederohmen mit den Orten Anzenham, Lome, Schönborn, Bernsfelde, Pferdspach, Köngsassen, Bensbach und Wadenhusen des Gerichts 52 Huzen dem Kirchsatz zu Niederohmen, den Wehres Antzenberg, einen Fronhof zu Niederohmen nebst Einkünften und Rechten, Zwei Höfe zu Grünberg, 4.) Vogtei und zehnten zu Ebsdorf, zehnten zu Wermertshausen, Udenhausen, Roßberg, Dreihausen Mölln, Heskem, Leidenhofen, Hachborn, Bortshausen, Güter zu Vers die Wüstung Battinhusen, 5.) Zins zu Ebsdorf, Amönau, Asphe, Münchhausen, Wollmar, Kernbach, Schröck, Beltershausen, Wetter und Wittelsberg, 6.) Alles unter Ausschluß des Rechts der Kraft von St. Stephan und gegen Zahlung von jährlich 250 Schill. alter Turnosen durch die Städte Marburg und Alsfeld an das Stift zu Mainz.«

Die Originalsiegel des Landgrafen und die der Städte Marburg und Alsfeld sind von der Urkunde abgefallen.

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