Vogelsbergkreis

Meeresmotive im leeren Hallenbad

Das Haar mit einem Band zurückgehalten, mit beiden Beinen auf dem Boden und den Pinsel in der Hand. So sieht man Britta Jakobi, wenn sie einen Einblick in ihre Künstlerwelt gewährt. Die 52-Jährige ist leidenschaftliche Malerin, hat innovative Ideen und macht in den letzten Jahren nicht nur vor Ort, sondern auch überregional von sich reden. Am Samstagabend eröffnet sie ihre Ausstellung »Breathtaker« im Alsfelder Hallenbad.
12. Juli 2019, 22:23 Uhr
Redaktion
Britta Jakobi spielt in ihrer Kunst gerne mit Widersprüchen - so ist ein Teil des Bildes meist realistisch gemalt, der andere Teil eher 

abstrakt. »Kunst ist Kommunikation und es ist interessant, wie die Menschen darauf reagieren.« 	(Foto: pm)
Britta Jakobi spielt in ihrer Kunst gerne mit Widersprüchen - so ist ein Teil des Bildes meist realistisch gemalt, der andere Teil eher abstrakt. »Kunst ist Kommunikation und es ist interessant, wie die Menschen darauf reagieren.« (Foto: pm)

Das Haar mit einem Band zurückgehalten, mit beiden Beinen auf dem Boden und den Pinsel in der Hand. So sieht man Britta Jakobi, wenn sie einen Einblick in ihre Künstlerwelt gewährt. Die 52-Jährige ist leidenschaftliche Malerin, hat innovative Ideen und macht in den letzten Jahren nicht nur vor Ort, sondern auch überregional von sich reden. Am Samstagabend eröffnet sie ihre Ausstellung »Breathtaker« im Alsfelder Hallenbad.

Die Idee, im leergepumpten Hallenbadbecken die Sommermonate über eine Ausstellung von Jakobis Exponaten zum Thema Unterwasserwelt zu installieren, begeisterte die Frau sofort. Die gebürtige Kirtorferin ist eine regelrechte Wasserratte - schon als Kind hat sie jahrelang im Verein geschwommen, ist Surferin, Schnorchlerin und Stammgast im Erlenbad.

Bei der Besichtigung des wasserleeren Beckens im Sommer 2018 fing sie sofort an, gedanklich ihre Bilder zu platzieren und nahm sich auch vor, noch weitere zu malen. So war sie tatsächlich die Woche vor der Ausstellungseröffnung noch ein paar Tage im »Malurlaub« und fertigte drei Turmspringermotive an. Die Malerei hat Britta Jakobi - genau wie das Element Wasser - ein Leben lang begleitet. Bereits in der Schule fiel es ihr leicht, etwas darzustellen, andersartige Dinge zu probieren und immer wieder neue Inspiration und Ideen zu finden.

Später machte sie eine Berufsausbildung, startete mit 30 Jahren ein BWL-Studium und arbeitete als Prozessoptimiererin bei der AOK Hessen. »Das hat mich total vereinnahmt. Ich war nur noch mit Prozessoptimierung, statistischen Auswertungen und Veränderungsprozessen beschäftigt«, zieht sie ein Resümee. »Mir hat was gefehlt.«

Also nahm sie sich die Zeit und überlegte, was sie ihr ganzes Leben lang schon wollte, wofür sie sich schon immer begeistert hat und wobei es ihr richtig gut ging. Schnell war die Antwort gefunden: »Die Kunst!«

Also nahm sie sich vor, dank vieler Überstunden war das möglich, nebenberuflich ein paar Semester Kunst an der Frankfurter Malakademie zu absolvieren. Sie wählte Aktzeichnen, lernte es von der Pike auf. In den Folgejahren probierte sie sich aus - mit unterschiedlichen Farben und Materialien, besuchte weitere Kurse, bildete sich fort und suchte vor allem auch den Austausch mit anderen Künstlern. Britta Jakobi spielt gerne mit Widersprüchen - so ist ein Teil des Bildes meist realistisch gemalt, der andere Teil eher abstrakt. »Kunst ist Kommunikation und es ist interessant, wie die Menschen darauf reagieren und was sie in dein Bild hinein interpretieren.« Die bis zum 16. August ausgestellten Werke Jakobis verdeutlichen das Markenzeichen der Künstlerin. Nicht nur die Kombination und Widersprüchlichkeit in der Abstraktion und Realität, sondern auch das Spiel mit den Naturelementen. In jeder ihrer Serien - beispielsweise auch die Serie »Flower Power«, in den Frauen von Blumen gekrönt sind - findet sich Natur wieder. »Wir gehören zur Natur, trotzdem entfernten wir uns zu weit von ihr.«

Heute um 18 Uhr, wird die Ausstellung »Breathtaker« im Hallenbadbecken eröffnet. Musikalisch begleitet wird die Vernissage von »Frau Heidi und Ihr Herr Dotter«. Die Ausstellung ist werktags von 17 bis 21 Uhr und am Wochenende von 14 bis 21 Uhr geöffnet. Die Künstlerin wird jeden Samstag von 14 bis 14:30 Uhr eine Führung durch die Ausstellung geben und zum Gespräch einladen. Die Finissage ist für den 16. August geplant, anlässlich dieser gibt es einen Vortrag von Lokalhistoriker Matthias Nicolai zum Thema »50 Jahre Hallenbad - Vom Baden in alter Zeit«. Am 3. August, bietet Britta Jakobi einen Malworkshop im Hallenbad an. Anmeldung unter Tel. 0 66 31 / 182 813.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,611076

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