02. Juni 2019, 20:48 Uhr

»Haben Sie die Seelenzustände gespürt?«

02. Juni 2019, 20:48 Uhr
Ein beeindruckendes Konzert der »Harmony Voices« aus Münster erleben die Besucher in der Michaeliskirche. (Foto: ek)

Ein beeindruckendes Konzert der Harmony Voices aus Münster erlebten die Besucher dieser Tage in der Michaeliskirche. Unter dem Motto »Musik allein ist die Weltsprache und braucht nicht übersetzt zu werden« gaben sie ein kostenloses Gastkonzert. Es war stimmgewaltig, stimmungsvoll und einfach toll, so die Meinung der Zuhörer.

Vier Männer und acht Frauen schafften es, die Zuhörer zu stehenden Ovationen hinzureißen, und das nicht erst zum Schluss. Bereits zur Mitte des Konzerts waren alle Zuhörer hellauf begeistert ob der Stimmgewalt, die dieser Chor verbreitete.

In vier Abschnitte unterteilt begann das Konzert zunächst mit dem Einzug der Sängerinnen und Sänger durch das Mittelschiff der Kirche mit dem Lied »Ipharadisi« (Im Paradies, wo alle Ahnen lebendig sind, werden wir uns eines Tages wiedersehen), wo sie Kirchenvorstand Joachim Well begrüßte. Carmen Lochmann stellte die vier Liedblöcke vor: kirchlich/sakrale Literatur, Gospel, Modern und Pop sowie kirchliche und volkstümliche Lieder. Musik sei viel mehr als Noten und die daraus entstehenden Klänge. Interessanter sei, was zwischen den Noten, unsichtbar, stehe. Diese kleinen Geschichten zu erzählen sei es, was ein Lied interessant für den Zuhörer mache. »Dort finden wir auch den Grund weshalb Musik die Weltsprache ist«, schloss sie. Im ersten Block folgte auf »Laudate omnes gentes« das Lied »Alta trinita beata«. Mit dem gefühlvollen »Bleib bei uns Herr der Abend bricht herein« endete dieser Block.

Zu den Gospelliedern hieß es, »wenn es von Jesus Christus handelt, ist es Gospel«. Untzer anderem mit »Burden down Lord« und »Waiting for the Lord« stellten die Harmony Voices diese Botschaft stimmgewaltig unter Beweis. Im dritten Block ging es um »Musik spüren«. Manche bekommen Gänsehaut, wenn sie ein bestimmtes Lied hören, andere fangen an zu tanzen und wiederum andere sind zutiefst berührt und die Tränen fangen an zu fließen.

Mit Liedern aus der Popgeschichte ging es auf eine Reise von den Beatles über Cohen zu »You raise me up« aus der Twilight Saga. Da wurde die Musik zur Malerin von Seelenzuständen. Der vierte Liedblock handelte von Liebe, Wärme, Segen und guten Wünschen für den Nachhauseweg. Darunter waren »Der Tag mein Gott«, »Evening Rise« und »Neigen sich die Stunden«. Gefühlvoll und voller Freude am Singen wurden sie vorgetragen.

Markus Lang ging auf das Gefühlvolle der Musik ein: »Hab Sie auch etwas gespürt von den beschriebenen Seelenzuständen und Befindlichkeiten?« Die Zuschauer beantworteten die Frage mit donnerndem Applaus. Nach dem gemeinsamen Singen des Irischen Segenslied »Möge die Straße uns zusammenführen« gab es noch mehrere Zugaben, bevor die Sängerinnen und Sänger mit stehenden Ovationen entlassen wurden.

Es war ein wirklich beeindruckendes Konzert, das lange in Erinnerung bleiben wird. Ein besonderes Dankeschön ging schließlich auch noch an Chorleiter Arndt Roswag und seine Sängerinnen und Sänger für diesen wunderschönen, gefühlsreichen Abend.

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