21. Mai 2019, 22:33 Uhr

»Nur« Seniorenwohnen oder mehr?

21. Mai 2019, 22:33 Uhr

Im Herbst 2015 hat sich eine Mehrheit derer, die beim Bürgerentscheid mitmachten (in der Kernstadt ein Drittel der Einwohner) entschieden, dass in der Friedrichstraße keine Einkaufsmärkte gebaut werden. Rund vier Jahre später ist die Verwertung des Grundstücks weiter offen. Zuletzt hatten sich die Stadtverordneten für ein sogenanntes Interessenbekundungsverfahren ausgesprochen. Es dient dazu, zu prüfen, ob private Anbieter gewisse Aufgaben ebenso gut oder besser erbringen können als etwa die Kommune. Der hessische Städte- und Gemeindebund hatte das Vorgehen empfohlen, sagte Bürgermeisterin Claudia Blum am Montagabend in Maulbach im Gemeinschaftshaus in einer gemeinsamen Sitzung zweier Ausschüsse.

Vorab hatte der Magistrat Kriterien vorgeschlagen, was die Verwendung der Grundstücke mit einer Größe von etwa 6500 Quadratmetern angeht. Schwerpunkt soll eine seniorengerechte und barrierefreie Wohnbebauung sein. Hier wurde ein Mangel festgestellt, wenn alte Menschen ihr Haus aufgeben möchten oder müssen. Weitere Nutzungen sollen möglich sein. Ausgenommen sind aber Einzelhandelsgeschäfte mit innenstadtrelevanten Sortimenten. Die Bebauung soll sich in die Umgebung eingliedern und ausreichend Grünflächen vorsehen. Der Baumbestand soll nach Möglichkeit erhalten bleiben. Die in der Satzung vorgesehene Zahl von Stellplätzen plus 30 Besucherparkplätze sind vorzusehen.

Problemfeld öffentlicher Spielplatz

Der Spielplatz für das Krabbelhaus würde bleiben, der öffentliche Spielplatz wegfallen. Der sei ohnehin ein Sorgenkind, so die Bürgermeisterin. Regelmäßig müssten die Erzieherinnen Scherben und Zigarettenkippen aufsammeln, die Jugendliche hinterlassen.

Die Freien Wähler (FW) hatten einen Vorschlag, der ihren alten Antrag noch einmal aufgreift, zusätzlich Räume für Arztpraxen, Palliativversorgung und eine Cafeteria vorzusehen. Wenn möglich sollten Planung, Ausführung und Betrieb in einer Hand liegen. Am Beispiel »Luwia« Romrod hat man gesehen, dass es schwer sein kann, einen Betreiber zu finden, sagte Hansgünter Maiß (FW).

Für die CDU sagte Armin Klein, der Magistratsvorschlag entspreche fast hundertprozentig den eigenen Vorstellungen. Vor allzu detaillierten Vorschriften warnten er und auch Gabriele Schäfer-Langohr von der SPD. Man müsse Investoren einen gewissen Spielraum lassen. Peter Honig (SPD) war dafür, das Ärztezentrum als Wunsch an Investoren aufzunehmen, dies gehöre zum seniorengerechten Angebot dazu.

Klein warnte davor, eine Diskussion über Arztstandorte aufzumachen. Bisher sei die Versorgung noch sehr gut und die niedergelassenen Mediziner wollten in ihren Praxen bleiben: »Wir sollten da keine Unruhe reinbringen.« Nach kurzer Diskussion einigten sich die Ausschussmitglieder, bis zur nächsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 12. Juni noch einmal zu überlegen, was an Kriterien ins Interessenbekundungsverfahren aufgenommen wird.

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