Die Gewalt gegen Polizisten und Rettungskräfte nimmt zu. Davon bleibt die ländliche Region nicht verschont, wie ein Gerichtsverfahren gegen zwei Alsfelder zeigt. Der Richter meinte, er verstehe in dieser Sache keinen Spaß. Doch bevor geklärt werden konnte, was an jenem Augusttag 2017 geschah, ging es um die Schuldfähigkeit. Eine unerwartete Wendung nahm das Verfahren gegen den 29-jährigen Mann und die 46 Jahre alte Frau wegen Widerstands gegen zwei Polizisten, so lautet die Anklage. Überraschend verwies der Verteidiger darauf, dass seiner Mandantin wahnhafte Störungen bescheinigt wurden. Deshalb verständigten sich Richter, Staatsanwaltschaft und Verteidigung darauf, erst einmal ein Gutachten einzuholen. In dem Zusammenhang sollen auch Fragen zur Sucht des Mannes geklärt werden.

Deshalb wurde es ein »kurzer Prozess« gegen die beiden, die 2017 noch ein Paar waren. Laut Anklage hat der 29-Jährige an dem Tag einen Platzverweis für sein Elternhaus erhalten. Später sei er wieder zum Gebäude gekommen und zwei Polizeibeamte hätten versucht, ihn in Gewahrsam zu nehmen. Dabei habe sich der Angeklagte gewehrt, einen Beamten getreten sowie versucht, dem anderen in die Hand zu beißen.

Zudem habe er einen Uniformträger beleidigt. Der Angeklagte sagte, er habe in seinem Elternhaus im Kaminofen ein Feuer gemacht, worauf die Nachbarn die Polizei gerufen haben. Denn der Mann ist schon mehrfach wegen Brandstiftung angeklagt worden. Jedenfalls kamen die Polizisten, löschten das Feuer und sprachen einen Platzverweis aus. Später seien zwei Polizisten auf das Paar zugekommen, um sie mitzunehmen. Der Polizist habe nur gesagt, »halt die Fresse«. Dann seien sie vom anderen Beamten auf den Boden geworfen worden. Er habe ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. Auf Nachfrage ergänzte er, LSD und mehrere Medikamente genommen zu haben. Der Richter zitierte aus einem Gutachten, dass der Angeklagte wahrscheinlich an einer wahnhaften Störung leidet.

Er machte deutlich, dass er keinen Ansatz für eine Einstellung des Prozesses sieht. Schutzpolizisten hätten einen schweren Job, solche Handlungen müssten sie nicht dulden.

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