08. Mai 2019, 12:00 Uhr

Digitale Schule

Landkreis investiert in neue Touch-Displays

Die gute Ausstattung der Schulen im Vogelsbergkreis mit Computern war teuer. Und jetzt steht schon ein Generationswechsel an. Da kommt das Geld aus dem Digitalpakt des Bundes gerade recht.
08. Mai 2019, 12:00 Uhr
Im Unterricht an den Schulen im Vogelsbergkreis spielen Computer und digitale Tafeln eine immer größere Rolle. (Foto: dpa)

Es ist einfach sensationell, wie weit der Vogelsbergkreis schon ist«, sagt Tobias Schnitter. Der Business Development Manager Education der Firma Apple ist bundesweit für den Bildungsbereich des Technologie-Riesen zuständig. Er weiß, in welchen Regionen Deutschlands die Schulen Nachholbedarf in Sachen digitaler Ausstattung haben. Den Vogelsberg sieht er in diesem Vergleich »auf einem sehr guten Weg - und das nicht erst seit Kurzem, sondern schon seit längerer Zeit«

»Ja, der Vogelsbergkreis ist schon seit über zehn Jahren auf dem Gebiet der Digitalisierung innovativ - da war der Digitalpakt noch gar kein Thema«, hebt Landrat Manfred Görig hervor. Er weiß, dass sich »in den Schulen etwas bewegen muss«. Denn: »Dort wird entschieden über das, was die Industrienation Deutschland in Zukunft ausmachen wird.« Stolz ist er, dass der Vogelsberg seine Schulen digital gut ausgerüstet hat.

iPad-Klassen werden ausgebaut

Er nennt eine ganze Reihe wichtiger Schritte auf diesem Weg. So erinnert er zunächst an die flächendeckende Einführung von Activboards. Die ersten elektronischen Tafeln wurden schon 2007 in der Alsfelder Albert-Schweitzer-Schule in Betrieb genommen. 2015 waren alle Schulen im Kreis komplett ausgestattet. Inzwischen sind rund 720 dieser Boards online.

Ein weiterer wichtiger Schritt war die schrittweise Vernetzung der Unterrichtsräume. Diese ist inzwischen an allen Schulen gegeben. Darauf aufbauend wurden an allen Sekundarstufe 1-Schulen schulinterne Server als Lehr- und Kommunikationsplattformen installiert (iServ). Diese sind bereits seit 2015 in Betrieb.

Als jüngsten Schritt nennt der Landrat die Einführung von iPad-Pilotklassen. Die gibt es seit dem Schuljahr 2017/18 an der Geschwister-Scholl-Schule in Alsfeld und inzwischen auch an der Ohmtalschule Homberg sowie an der Lauterbacher Schule an der Wascherde. Die nächsten iPad-Klassen folgen unter anderem an der Gesamtschule Mücke. »Insgesamt werden in den laufenden iPad-Klassen rund 250 Endgeräte ständig im Unterricht genutzt«, rechnet Landrat Görig vor.

Höhe der Förderung noch offen

»Wir wollen uns im Vogelsbergkreis natürlich nicht auf dem Erreichten ausruhen, sondern weiterhin innovativ sein«, kündigt der Landrat an. »Mit den in Aussicht stehenden Mitteln des Digitalpaktes sehen wir uns in die Lage versetzt, unsere schon beispielhafte Ausstattung technisch auf die nächst höhere Ebene zu bringen. Dazu gehören neben modernen Touch-Displays insbesondere auch mobile Endgeräte, die in naher Zukunft die klassischen Schulbücher als Lernmedium ersetzen werden.«

Der Digitalpakt des Bundes verspricht Millionen Éuro für Schulen, entsprechend gespannt ist die Kreisspitze auf die Details, wie die Gelder aus Berlin verteilt werden. Das zeigte sich auch in der Diskussion im Kreistag, als die Grünen mit einem Antrag zu einem Digi-Konzept und die FW mit einer Anfrage genaueres wissen wollten. Doch noch sind die Modalitäten des Programms unklar, wie Landrat Görig erläuterte. Die Diskussion um die Verwendung der 3,5 bis 5,5 Millionen wird im Schulausschuss weitergeführt.

In dem Antrag der Grünen wird ein Konzept zur Digitalisierung der Schulen gefordert. Es soll auch Themen wie die IT-Administration, zentrale Schulportale und Breitbandanbindung abdecken. Von einem solchen Kreiskonzept hält der Landrat wenig, denn die Schulen erstellen ihre eigenen Medienbildungskonzepte.

Anschluss an Breitbandnetz

Nach Anschaffung der digitalen Tafeln gehe es jetzt um den nächsten Schritt mit Anschluss der Schulen an das Breitbandnetz, damit die Schüler klassenweise auf das Internet zugreifen können, informierte der Landrat. Erst dann könnten Schulserver, Görig nannte das System iServe, und WLAN-Netze richtig wirken. Benötigt wird der Glasfaseranschluss der Schulen, »da sind wir dran«. Mario Döweling (FDP) wandte ein, manche Technik in Schulen sei nicht mehr zeitgemäß, man müsse überlegen, ob man Gelder in den Austausch der Altgeräte oder für neue Technik nutzt.

In der Antwort auf die FW-Anfrage nannte Görig auch Zahlen. So sei das Fördervolumen des Bundes 5,5 Milliarden Euro schwer. Das bedeutet »auf den Vogelsbergkreis heruntergebrochen ein Fördervolumen von 3,5 bis vier Millionen Euro«. Die Summe werde über fünf Jahre verteilt fließen. Das hessische Kultusministerium nenne andere Zahlen, demnach seien 1,1 Millionen Euro jährlich zu erwarten.

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