06. Mai 2019, 22:03 Uhr

Erinnerungen an die alte Heimat

06. Mai 2019, 22:03 Uhr
Teilnehmer vor Samsonbrunnen und Schwarzem Turm in Budweis. (Foto: pm)

Mit einem viertägigen Besichtigungsprogramm erlebte eine 38-köpfige Reisegruppe des BdV Lauterbach das zurückliegende Osterfest in Südböhmen. Von dem unterhalb des im englischen Tudorstil erbauten Märchenschlosses Frauenberg/Hluboka gelegenen Parkhotel aus wurden die Ausflüge in die zauberhafte Umgebung unternommen. Als erstes stand eine der schönsten Städte dieser Region auf dem Programm: Prachatice am altbekannten Handelsweg »Goldener Steig« im Böhmerwald. Der historische Kern dieser Stadt, der seine Renaissance-Gestaltung vollends bewahrt hat, wurde schon im Jahre 1981 zum Denkmalschutzgebiet erklärt.

Weitere Besichtigungsstätten waren das Renaissanceschloss Kratochville mit der wunderschönen Parkanlage und die Metropole Budweis inmitten der südböhmischen Teichplatte. Budweis ist das eigentliche Zentrum dieser Region mit vielen Sehenswürdigkeiten. Weltweit ist diese Stadt vor allem bekannt durch das Bier, das die Reisegruppe am Abend in der Brauereigaststätte »Budvar« mit einem deftigen Essen und bei böhmischer Livemusik genießen konnte.

Das Städtchen Krummau/Cesky Krumlov, das sich mit seinen einzigartigen mittelalterlichen Stadtanlagen an der Moldau erstreckt, nimmt in der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes einen besonderen Rang ein und war unbestrittenes »Highlight« dieser Osterreise. Die riesige Schlossanlage mit der großräumigen Parkanlage thront hoch über der Moldau und beherrscht das gesamte Stadtbild. Den Beinamen »Perle Südböhmens« verdient diese Stadt nicht nur wegen ihrer Architektur aus Gotik und Renaissance, sondern vor allem wegen ihren verwinkelten, engen Altstadtgassen sowie unzähligen urgemütlichen Lokalen.

Mit den vielfältigen Eindrücken dieser Stadtbesichtigung und des dort gerade stattgefundenen Ostermarktes machte sich die Reisegruppe noch zu dem riesigen Lipno-Stausee mit den Sandstränden auf den Weg und genoss in einem ufernahen Restaurant eine Kaffeepause bei landestypischen »Osterbrot«. Am letzten Tag stand noch eine Visite von Klatovy, einem städtischen Kleinod am Fuße des Böhmerwaldes auf dem Südböhmen-Reiseprogramm. Es wurden unter anderem die berühmten Klattauer Katakomben mit den 38 mumifizierten menschlichen Körpern aus früheren Jahrhunderten aufgesucht. Reiseleiter Siegbert Ortmann, gebürtiger Egerländer, ließ auf der Rückfahrt noch den deutschen Grenzbahnhof Furth im Wald ansteuern, vor dessen Eingangsportal sich seit Kurzem ein Vertriebenen-Gedenkstein befindet. Der schwarze Monolith trägt auf der Oberseite das Bronze-Relief des einstigen Grenzdurchgangslagers. Auf der zur Straße zugewandten Seite sind Bahnhöfe der Transporte, darunter Lauterbach/Hessen, angegeben. Die Rückseite zeigt die Heimatgebiete der drei Millionen Sudetendeutschen. Da ein recht beachtlicher Teil der Reisegruppe direkt betroffen war, wurden die Erinnerungen an die alte Heimat wach.

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