28. April 2019, 19:06 Uhr

Brennstoffzelle für die Vogelsbergbahn?

28. April 2019, 19:06 Uhr

Wichtiges Thema der jüngsten Jahresversammlung des Kreisverbands Wetterau-Vogelsberg des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) war die Elektromobilität. Dabei ging es weniger um elektrisch betriebene Autos als um Impulse für den Nahverkehr auf der Schiene mit Brennstoffzellenantrieb. In Wiesbaden wurde er im letzten Jahr erstmals in Hessen vorgestellt: der »Coradia iLint«.

Dabei handelt es sich um einen Nahverkehrstriebwagen des Herstellers Alstom, der durch eine Brennstoffzelle angetrieben wird. Diese benötigt als Treibstoff Wasserstoff, der durch die chemische Reaktion in der Brennstoffzelle den Strom für den elektrischen Antrieb erzeugt. Dabei wird weder ein Speicher (Batterie) benötigt noch der Anschluss an eine Stromleitung.

»Die Brennstoffzellentechnologie im Bahnbetrieb macht die Oberleitung überflüssig. Damit bietet sie hervorragende Zukunftsperspektiven für den Ausbau nicht-elektrifizierter Bahnstrecken wie der Vogelsbergbahn,« meint Christoph Winterberg. Der als Vorsitzender des VCD-Kreisverbands bestätigte Winterberg forderte, dass die in Hessen durch den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) in Betrieb zu nehmenden Brennstoffzellenzüge vor allem da eingesetzt werden, wo sich damit die Elektrifizierung von Bahnstrecken erübrige. Die Attraktivität der Vogelsbergbahn lasse sich so steigern.

VCD sieht Arbeitsplätze entstehen

Besonderes Augenmerk lenkt der Verkehrsclub dabei auf die sinnvolle Verbindung von Mobilitätsaspekten und Energiewende. »Die Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit des Brennstoffzellenbetriebs hängt ganz zentral von der Qualität des eingesetzten Wasserstoffs ab. Seine Gewinnung durch Elektrolyse erfordert Strom. Wird dieser durch Windenergieanlagen bereitgestellt, werden im Vergleich zu Kohle- oder Erdgas-Strom Kohlendioxid-Emissionen vermieden,« ergänzt VCD-Vorstandsmitglied Gerhard Kaminski. »Wind-Gas« dient außerdem der Speicherung der Windenergie.

Hinsichtlich der Anzahl der Windkraftanlagen belegt der Vogelsbergkreis mit 216 (nach Angaben des Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie) in Hessen den Spitzenplatz. Auf dieser Basis biete es sich an, so der Verkehrsclub, hier den Bau der Infrastruktur für diese Kombination aus Windkraft, Brennstoffzellentechnologie und nachhaltigem Bahnbetrieb zu planen und zügig umzusetzen. »Damit ließen sich in der Region Vogelsberg außerdem zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen«.

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