17. April 2019, 21:36 Uhr

Feuerwehr

Bemerkenswertes Einsatzjahr liegt hinter der Homberger Feuerwehr

Insgesamt addierten sich die Stunden der Homberger Feuerwehren im vergangenen Jahr auf 9700. Rechnet man das hoch, sind das etwa 7,5 Vollzeitstellen, sagt Stadtbrandinspektor Thomas Stein.
17. April 2019, 21:36 Uhr
Sandro Wittig, vormals erster stellvertretender Stadtbrandinspektor, sein Nachfolger Stefan Seibert, Kai Wilhelm, stellvertretender Wehrführer Ober-Ofleiden, Markus Wilhelm, Wehrführer Ober-Ofleiden, Gerald Morneweg, stellvertretender Wehrführer Dannenrod, Bürgermeisterin Claudia Blum, Edgar Steih, Wehrführer Deckenbach, Florian Schneider, Wehrführer Dannenrod, Stadtbrandinspektor Thomas Stein und Christian Theiß, stellvertretender Wehrführer Bleidenrod. (Foto: eva)

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Stadt Homberg wurde Stefan Seibert zum ersten stellvertretenden Stadtbrandinspektor gewählt. Nachdem die Jahreshauptversammlung traditionell vom Blasorchester eröffnet worden war, sprach Stadtbrandinspektor (StBI) Thomas Stein zum Auftakt. Er sprach die Projekte »Feuerwehr – gemeinsam in die Zukunft« und »Feuerwehr für alle« an, mit denen der Landesverband dem Mitgliederschwund in den Feuerwehren begegnen will. Stein sprach auch die Initiative »Schutzschleife« an. Mit ihr kann man Solidarität mit den Einsatzkräften zeigen. »Angriffe auf Polizei, Feuerwehr- und Rettungskräfte sind Angriffe auf Gesellschaft, Rechtsstaat und unsere Werte. Das können wir nicht akzeptieren.«

Die Feuerwehren wurden zu 137 Einsätzen alarmiert, die sich in 17 Brandeinsätze, 84 Hilfeleistungen und 36 Fehlalarme aufgliederten. Des Weiteren gab es drei Brandsicherheitsdienste, zwei Verkehrssicherungsmaßnahmen und fünf Brandschutzerziehungen. Im Januar musste in Appenrod ein Brand in der Schreinerei Maiß gelöscht werden und nur einen Tag später gab es gleich fünf Einsätze in Homberg, vier in Deckenbach und einen in Bleidenrod zur Beseitigung von Sturmschäden. Ganz besonders werde wohl allen Beteiligten das Feuer in der Pizzeria »Costa Smeralda« am 26. April in Erinnerung bleiben.

Stein erwähnte Auswirkungen des Sturms »Vadjma«, bei dem Feuerwehren an 21 verschiedenen Einsatzstellen gefordert waren. Es gab eine Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall mit mehreren Lkw am Ortseingang von Homberg und den Einsatz beim großen Waldbrand an der Gemarkungsgrenze Erbenhausen/Ober-Gleen. Während des 23 Stunden dauernden Einsatzes wurden 774 Personalstunden geleistet.

Abgesehen von den regelmäßigen Standortübungen nahmen die Homberger im April an der Übung »Fegefeuer« in Mücke sowie an der Katastrophenschutzübung des Vogelsberges teil. Auch der Fachbereich Funktechnik blicke bezüglich der Einführung von 140 digitalen Meldeempfängern (Pager) auf ein arbeitsintensives Jahr zurück. Insgesamt seien nun mehr als 120 »Pager-Arbeitsstunden« für jeden der Funkbeauftragten Holger Zuleger und Julian Schepp angefallen. »Nun heißt 140 Pager und 100 Funkgeräte einsatzfähig zu halten«, so Stein, da zeitnah der Austausch der Sirenensteueranlagen hinzu kommt. Ein Lob sprach Stein den Gerätewarten und den zehn neu ausgebildeten »Fachkundigen für Brandschutzkleidung« aus. Als großes Thema nannte Stein die Erstellung des Bedarfs- und Entwicklungsplanes. Insgesamt addierten sich die geleisteten Stunden der Homberger Wehren auf 9700. Rechnet man das hoch, seien dies »etwa 7,5 Vollzeitstellen oder rund 322 700 Euro Lohnkosten«. Stein erwähnte auch den Imagefilm, den Stadtfeuerwehrtag und einen von Markus und Birgit Ofenloch aus Büßfeld organisierten Ausflug nach Lorsch, Bürstadt und nach Bensheim. Der im November gegründete Förderverein solle keine Konkurrenz zu den Feuerwehrvereinen sein, sondern das Feuerwehrwesen fördern und für den Brandschutzgedanken werben. Abschließend meinte Stein, dass der Digitalfunk und der Service-Point sowie die Atemschutzübungsstrecke sicher noch für »die Erhitzung einiger Gemüter« sorgen würden.

Bürgermeisterin Claudia Blum betonte die Wichtigkeit der Feuerwehren und erwähnte Förderungen »die durchaus nicht ganz selbstverständlich sind«. Dazu gehörten diverse Zuschüsse für die Nutzung von Dorfgemeinschaftshäusern für die Feuerwehrvereine und erstmalig sei für Feuerwehraktive ein Zuschuss zum Erwerb des Führerscheins der Klasse C beschlossen worden und auch mit der Ermäßigung von 50 Prozent beim Kauf einer Zehner- oder Dauerkarte für das Freibad wolle man die Wertschätzung zeigen.

Blum sprach auch die Probleme bezüglich der Digitalisierung an und teilte mit, dass der Magistrat eine Dienstausfallentschädigung für die technische Betreuung beschlossen hat. Erster Kreisbeigeordneter Jens Mischak zeigte sich beeindruckt von der Einsatzbilanz und bekräftigte, dass der Kreis ein offenes Ohr für die Feuerwehren hat, auch wenn es in den letzten Monaten bei der Abstimmung zwischen Städten, Gemeinden und den Feuerwehren und dem Landkreis nicht so ganz einfach gewesen sei. »Wir sind an der Stärkung des Service-Point Digitalfunk dran«, sagte Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland. Denn es gehe ja mit den Sirenensteuergeräten weiter. Ein genauer Zeitplan, wann es losgeht, stehe noch nicht fest.

In Bezug auf die Atemschutzübungsanlage sei man bemüht, zügig wieder die Möglichkeit für Streckendurchgänge zu schaffen, auch in benachbarten Landkreisen. Angesichts des hohen Lehrgangsbedarfs an der Landesfeuerwehrschule seien die zur Verfügung stehenden Teilnehmertage um 30 Prozent erhöht worden.

Mit den Überreichungen der Urkunden ernannte Bürgermeisterin Blum Stefan Seibert zum 1. stellvertretenden Stadtbrandinspektor, Edgar Steih zum Wehrführer Deckenbach, Markus Wilhelm zum Wehrführer und Kai Wilhelm zum stellvertretenden Wehrführer Ober-Ofleiden, Christian Theiß zum stellvertretenden Wehrführer Bleidenrod sowie Florian Schneider zum Wehrführer und Gerald Morneweg zum stellvertretenden Wehrführer Dannenrod.

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