09. April 2019, 20:06 Uhr

Unfall

Mischung aus Rapsöl und Klärschlamm läuft aus Tanklaster an der A 5 bei Mücke

Als der Fahrer auf dem Rastplatz Heg-Berg an der A5 bei Mücke eine Rast einlegt, läuft aus dem Tanklaster eine Mischung aus Rapsöl und Klärschlamm.
09. April 2019, 20:06 Uhr
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Von Rüdiger Schäfer
300 bis 500 Liter eines Gemisches aus Rapsöl und Klärschlamm fließen bei einer Rast des Lkw-Fahrers auf dem Rastplatz Heg-Berg aus. Die Mischung hatte wohl reagiert, daraufhin öffneten sich die Ventile. (Foto: rsc)

»Ein Laster mit Ladungsverlust steht auf dem Rastplatz Heg-Berg. Der Tankwagen hat 32 000 Liter Flüssigkeit geladen, die chemisch und biologisch reagiert und ausläuft«, so die Alarmierung der Polzei am späten Dienstagnachmittag. Vor Ort stellte sich heraus, dass bei einem parkenden Lkw aus drei Öffnungen im unteren Bereich Flüssigkeit austrat. Was war passiert? Der Tankwagen hatte aus einer Raffinerie ein flüssiges Abfallprodukt aus Raps-Restöl, Klärschlamm und möglicherweise Sonstigem abgeholt. Dies wollte der Fahrer zu einer Firma transportieren, die diese Mischung aufarbeiten soll. Anscheinend hat das flüssige Gemenge bei der Rast biologisch oder chemisch miteinander so stark reagiert, dass der Druck im Tankinnern stark angestiegen war und die drei Druckventile auf der Oberseite des Tankes sich öffneten und den Inhalt über Schläuche nach unten abfließen ließen. Kreisbrandinspektor Mario Binsch (Kreis Gießen) schätzte um 18 Uhr, dass 300 bis 500 Liter ausgeflossen sind. Die Flüssigkeit, die sich seitlich des Tankwagens auf den Betonverbundsteinen verteilte, sei zwar nicht als Gefahrgut zu bezeichnen, doch leicht wassergefährdend. Um eine Grundwassergefährdung auszuschließen, hatte Einsatzleiter Jörg Sprankel von der Feuerwehr Grünberg angeordnet, eine Sperre vor den beiden in der Nähe der sich ausgebreiteten Flüssigkeit befindlichen Gullys aufzubauen. Danach sollte so lange Flüssigkeit aus dem Tankwagen in Edelstahlbehälter abgepumpt werden, bis der Druck wieder unter 0,8 bar absinkt und sich die Ventile wieder schließen. 40 Feuerwehrleute aus Grünberg waren im Einsatz. Der Gefahrgutzug des Landkreises Gießen war durch die Freiwilligen Feuerwehren aus Laubach und Linden an der Unglücksstelle gebracht worden.

Der Fachberater Gefahrgut des Landkreises, Chemiker Prof. Günther Lochnit, und das ZK Umweltschutz des Polizeipräsidiums Mittelhessen berieten die Helfer. Die Zufahrt zum Rastplatz war während der Sicherungsarbeiten gesperrt.



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