Vogelsbergkreis

Pfiffe und Beifall für Spatenstich an der A 49

Schwalmstadt-Treysa (jol). Auf diesen Spatenstich haben viele Politiker lange hingearbeitet und zahlreiche Kritiker kräftig dagegen gehalten: Am Dienstag starteten Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer und sein hessischer Amtskollege Dieter Posch symbolisch den Weiterbau der Autobahn A 49 bei Treysa.
15. März 2011, 18:50 Uhr
Bei ersten Spatenstich zum Weiterbau der A 49 packten Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (vorne rechts) und Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer (3. v. rechts) mit an.
Bei ersten Spatenstich zum Weiterbau der A 49 packten Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (vorne rechts) und Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer (3. v. rechts) mit an.

Dort entsteht zunächst ein Brücke. Der erste Bauabschnitt von Neuental bis Treysa ist 12 Kilometer lang und kostet rund 205 Millionen Euro. Die Zeremonie wurde von Demonstranten pro und contra begleitet. So gab es Beifall von den Einen, als Minister Posch davon sprach, die Bürger hätten künftig mehr Ruhe, von den Anderen gab es »Lügner«-Rufe.

Die geplante Autobahn spaltet die Bevölkerung der Region, entsprechend groß war das Interesse der Öffentlichkeit an der offiziellen Veranstaltung. Gut 300 Menschen haben sich an der Landstraße von Treysa nach Gilserberg eingefunden.

Darunter waren offenkundig Unterstützer der FDP, die »ihren« Minister Posch mit Plakaten begrüßten. Einige CDU-Mitglieder erinnerten mit einem Transparent daran, das sie den Bau versprochen und nun gehalten haben. Bereits in der Begrüßung verwies Burkhard Vieth, Präsident des Landesamts für Straßenbau, darauf, dass so manche Landtagsfraktion ein Treffen am Rande des Baubeginns vereinbart hatte. Mit dabei war auch der Vogelsberger CDU-Landespolitiker Kurt Wiegel, der den Weiterbau überaus positiv fand, weil damit die wirtschaftliche Entwicklung im Bereich Homberg voran getrieben werde. Zudem werde zum Beispiel Eudorf von Lkw-Verkehr entlastet. Er hofft darauf, dass der Bau binnen zehn Jahren abgeschlossen wird.

Aber auch Kritik wurde deutlich: Protestierer aus der Region trugen T-Shirts - passender Weise in den FDP-Farben gelb-blau - über Geldverschwendung und Naturzerstörung durch den Autobahnbau. Die Linke machte ihren Protest deutlich und unter den Besuchern war Reinhard Forst von der Aktionsgemeinschaft Schutz des Ohmtals.

Bereits in der Begrüßung sagte Straßenbau-Präsident Vieth, dass endlich ein wichtiges Infrastrukturprojekt angegangen werde. Auch Dr. Peter Ramsauer verwies nach seiner deutlich verzögerten Ankunft auf der Baustelle auf die große Lücke im Fernstraßennetz. Er betonte, dass bei den Bauarbeiten Beeinträchtigungen für Natur und Umwelt so gering wie möglich gehalten werden sollen. Die Autobahn sei eine »Lebensader für Arbeits- und Wirtschaftswelt«. Die hohen Standards im deutschen Sozialbereich und beim Naturschutz könnten nur gehalten werden, wenn die erforderlichen Mittel hierfür auch erwirtschaftet werden. Diese Mittel brauche es auch für die Bahn. Er rechnet damit, dass der Planfeststellungsbeschluss für die beiden Bauabschnitte bis Gemünden noch in diesem Jahr erfolgt. Minister Posch freute sich, dass der Bund ein so deutliches Bekenntnis für den Weiterbau der A 49 abgelegt habe. Sie sei für Arbeitsplätze in der ländlichen Region notwendig. Zudem werden Anwohner an Bundes- und Landstraßen entlastet. Die Vorgaben des Artenschutzes wurden eingehalten, er hofft nun darauf, dass der Weiterbau nicht durch Klagen verzögert wird. Immerhin gebe es einen großen Konsens in der Region.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,57423

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