19. März 2019, 21:32 Uhr

Adern machen schlapp

19. März 2019, 21:32 Uhr
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Aus der Redaktion

Großes Interesse herrschte am Krankenhaus Eichhof beim Vortrag »Treffpunkt Gesundheit«. Im Rahmen dieser Gesundheitsreihe informierte Wolfram Mißler, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Angiologie, Kooperationspartner des Krankenhauses, über sogenannte nicht arteriosklerotische Gefäßerkrankungen.

Diese Form der Erkrankung beruht in hohem Maße auf einer angeborenen Schwäche des Bindegewebes, aber auch entzündliche Gefäßveränderungen an den Arterien und Venen auf dem Gebiet der Rheumatologie gehören zum Krankheitsbild.

Mißler ging in seinem Referat speziell auf Lymphgefäßerkrankungen und Lipödeme ein, bei denen vorwiegend Frauen an überproportional dicken und geschwollenen Beinen leiden, die sich trotz Sport oder Diät nicht wesentlich im Umfang verändern.

»Viele entzündliche Gefäßveränderungen treten als immunogene Reaktion oder im Rahmen anderer rheumatischer oder Bindegewebserkrankungen auf«, erklärte der Mediziner. In anschaulicher Weise gab er einen Überblick über die verschiedenen Krankheitsbilder. »Für ein rechtzeitiges Erkennen und eine optimale Behandlung ist eine gute Zusammenarbeit mit Fachärzten anderer Fachrichtungen, wie zum Beispiel Rheumatologen, Augenärzten, Hautärzten oder Chirurgen gefragt«, verweist Mißler auf die schwierige Diagnostik. Eine frühe Erkennung dieser Gefäßveränderungen sei wichtig, um Spätfolgen und ihre volle Auswirkung auf den Gesamtorganismus zu verhindern, so der Mediziner, der bestätigte, dass die Zusammenarbeit der Fachdisziplinen im Vogelsberg schon recht gut funktioniere.

Im Vortrag wurde auch auf die immense Bedeutung der richtigen Versorgung der Lipödeme eingegangen. Patienten, und insbesondere, wenn es sich um jüngere Menschen handelt, leiden neben den körperlichen Belastungen auch psychisch sehr stark unter der Erkrankung, betonte Mißler.

In diesem Zusammenhang bestehe dringender Handlungsbedarf bei den Krankenkassen, da die Kostenübernahme, zum Beispiel bei einer Liposuktion, der subkutanen Fettabsaugung, häufig abgelehnt werde, da diese als ästhetisch chirurgischer Eingriff gewertet wird.



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