13. März 2019, 21:57 Uhr

Ein Raum für Klassen eins bis acht

13. März 2019, 21:57 Uhr
Pfarrerin Ursula Kadelka berichtet beim Seniorennachmittag unter anderem über den Humoristen Heinz Erhardt. Foto: eva)

Gemünden-Nieder-Gemünden (eva). Erinnerungen an die Schulzeit sowie lustige Einlagen, Frühlingsgedanken und gemeinsame Lieder standen im Mittelpunkt des jüngsten Seniorennachmittages der Katharinengemeinde. »Und noch’n Gedicht.« Mit Gedanken an den großen Humoristen Heinz Erhardt, die Pfarrerin Ursula Kadelka ihrer Andacht zugrunde legte, begann das Nachmittagsprogramm.

Lachen befreit und kann Grenzen und Konventionen sprengen. Und genau das habe Heinz Erhardt (1909-1979) beherrscht wie kaum ein anderer. Sein Humor baute in erster Linie auf Wortspielen und verdrehten Redewendungen auf. Dabei wäre er gerne Komponist geworden, war er doch auch ein exzellenter Musiker.

Recht lebhaft wurde es, als Pfarrerin Kadelka das Thema »Schulzeit« ansprach und Erinnerungen geweckt wurden. Lesen, Schreiben, Rechnen, Religion und auch viel Singen, dazu Leibeserziehung, oder auch »Leibesertüchtigung«, wie früher der Sportunterricht bezeichnet wurde. Für die Mädchen kam in der Regel Handarbeit dazu. Weitere Bildungsmöglichkeiten kannte man in den damaligen Volksschulen nicht. Viele der Gäste waren in Nieder-Gemünden im sogenannten »Braunen Haus« zur Schule gegangen. Teils waren es in den Ortsteilen zwei Klassenräume, wo Kinder vom 1. bis 4. und 5. bis 8. Schuljahr gemeinsam unterrichtet wurden, in kleineren Orten stand teilweise für Kinder vom 1. bis 8. Schuljahr nur ein Raum zur Verfügung. Es kam zur Sprache, dass es früher gang und gäbe war, dass die Kinder im Winter Brandmaterialien zum Heizen des Ofens im Klassenzimmer mitbringen mussten.

Ebenso waren Kleiderordnungen ein Thema, oder dass die Schulbrezel, die es zur Einschulung gab, den Weg nach Hause nicht mehr erlebte. Anstatt der späteren Schultüten hatten einige selbst gemachte Zuckerstangen bekommen. Ein süßer Luxus zur damaligen Zeit. Aus Elpenrod war anhand von Aufzeichnungen eines ehemaligen Lehrers bekannt, dass sich dieser beim Pfarrer vorstellen musste. So kamen noch viele Erlebnisse aus dem früheren Schulalltag zur Sprache, bei dem die Lehrer als uneingeschränkte Autoritätspersonen galten.

Zur weiteren Unterhaltung trug Renate Müller das Gedicht »Die Osterglocke« vor, bei dem der Reim von den Gästen erraten werden musste und gemeinsam erheiterten Ingrid Stein, Heike Pabst und Renate Müller mit dem Sketch »Lieschen in der Pension«, in dem es darum ging, dass Lieschen auf Wunsch der Eltern nicht nur was lernen, sondern sich auch den Lehrer angeln sollte.

Mit dem Lied »Reicht euch die Hand« verabschiedete das Organisationsteam die Seniorennachmittagsbesucher in die Frühjahrs- und Sommerpause.

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