07. März 2019, 22:08 Uhr

Musikalisches Zwiegespräch

07. März 2019, 22:08 Uhr
Flötistin Daja Leevke Hinrichs und der Darmstädter Regionalkantor Jorin Sandau bieten im Rahmen der Kulturwochen ein Konzert der Spitzenklasse. (Foto: eva)

Schon viele interessante Künstler hat es in die kleine Kirche in Nieder-Gemünden gezogen, um an der als Meisterstück von Kilian Gottwald 2005 gebauten Orgel zu spielen. So im Rahmen der Gemündener Kulturwochenden Darmstädter Regionalkantor Jorin Sandau zusammen mit der Flötistin Daja Leevke Hinrichs, die ein Konzert der Spitzenklasse gaben.

Seit 2009 verbindet die beiden eine kammermusikalische Zusammenarbeit, bei der sie Werke vom Barock bis zum 20. Jahrhundert in verschiedenen Instrumentenkombinationen erarbeiten und regelmäßig deutschlandweit aufführen. Besonders fühlen sie sich der historisch informierten Aufführungspraxis verpflichtet. Ihre eigenen Einrichtungen der Stücke ermöglichen die selten zu hörende und besonders reizvolle Kombination Traversflöte (die barocke Bauform der Querflöte) und Orgel.

Nach der Eröffnung mit der Sonate G-Dur von Georg Friedrich Händel gab Sandau einige einführenden Erläuterungen zum Konzert. Die Sonate, ursprünglich einfach ein »Klangstück«, habe im Barock ihre feste strenge Form entwickelt, im Gegensatz zur offenen Gestalt der Fantasie. Mit »Sonate und Fantasie«, so auch der Titel des Konzertes, trete die formale Strenge mit der offenen Gestalt ins Zwiegespräch. Dies erschloss sich den Zuhörern in der folgenden sehr kurzweiligen Stunde, in der sowohl Jorin Sandau mit seinem brillanten Orgelspiel als auch Daja Leevke Hinrichs, eine Meisterin des Flötenspiels, Stücke von Johann Sebastian Bach (Sonate E-Dur, Sonate E-Moll), Georg Philipp Telemann (Fantasia 11 G-Dur, Fantasia 7 D-Dur), Wolfgang Amadeus Mozart (Fantasie F-Moll) sowie Jean-Baptiste Senaillé (Sonate D-Dur) darboten.

Die Auswahl der Stücke war hervorragend auf die Instrumente abgestimmt, ebenso ließ die abwechslungsreiche und gut abgestimmte Registrierung immer wieder die erstaunliche klangliche Vielfalt der Gottwald-Orgel hörbar werden. Mit lebhaftem Applaus bedankte sich das Publikum für das anregende Konzert und wurde von den beiden Künstlern mit einer Zugabe belohnt. Die Organisatorin der Orgelkonzertreihe und Geschäftsführerin des Verbandes katholischer Kirchenmusiker in der Diözese Mainz, Daniela Jensen, überreichte den Künstlern Blumen und lud die Besucher zum traditionellen Sektempfang ein, bei dem man die Gelegenheit hatte, mit dem Künstlerpaar, aber auch mit Orgelbaumeister Kilian Gottwald ins Gespräch zu kommen.

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