07. März 2019, 22:03 Uhr

Vasen mit Seele

Karin Schweikhard malt auf Platten, Vasen und Krügen. Jedes getöpferte Stück ist individuell gefertigt, selbst das Set aus Tassen und Tellern weist kleine Unterschiede in der Bemalung auf. Oft arbeitet sie mit Ehemann Michael Limbeck zusammen. Ein Besuch in Maulbach.
07. März 2019, 22:03 Uhr
Karin Schweikhard mit einigen Stücken im Ausstellungsraum. (Foto: jol)

Am Wochenende laden die beiden in Maulbach zum Tag der offenen Töpferei ein (siehe Kasten). Dabei wird dann auch die Brenntechnik für das Steingut vorgestellt. Das Paar stellt Gebrauchskeramik mit Seele her – Karin Schweikhard und Michael Limbeck bringen Steinzeug zum Leuchten. Vasen, Teller, Tassen, Platten und Schüsseln in vielen Formen und Farben werden von Karin Schweikhard gestaltet, oft gemeinsam mit Limbeck. Handgearbeitete Stücke, wobei gerade bei Schweikhards Werken das gebrannte Stück als Malgrund dient. Alle Dinge, die ihre Kunden jeden Tag benutzen, »sollen auch schön sein«. Jede Tasse ist individuell, wenn man sie in die Hand nimmt, kann man die Energie spüren, die Schweikhard und Limbeck beim Drehen und Bemalen hineingegeben haben. Im rustikalen Stall mit Steinboden an der Maulbacher Obergasse haben sie einen Ausstellungsraum eingerichtet, der einen gelungenen Rahmen für die Keramikarbeiten bietet.

Die Gefäße und Platten sind bei 1250 bis 1320 Grad gebrannt, das macht sie deutlich stabiler als irdene Werkstücke, wie sie bei einem Werkstattbesuch erklären. Sie nutzen einen Holzbrandofen und einen gasbetriebenen Ofen, um bei den Oberflächen besondere Effekte zu erzielen. Der Gasofen lässt sich zuschieben, sodass der Sauerstoffgehalt im Innern stark reduziert wird. Diese Reduktion bei großer Hitze bringt dann eine kupfergrüne Farbe dazu, in einen Rotton zu wechseln. Das vor allem in Asien beliebte Seladon-Grün wird zu braun. Seladon erinnert an Jade, lässt sich halbtransparent ausbringen und bekommt beim Brennen Risse, was vor allem in Japan geschätzt wird, wie Schweikhard bei ihren Asienreisen erfahren hat.

Gerne erläutern die beiden Künstler Details zu ihren Töpferwaren, die das Handwerkliche und das Künstlerische verbinden. So kann man mehr über »Engoben« erfahren, das sind Tonmehle, die ein Gefäß oder ein Platte einfärben, bevor eine Glasur darüber kommt.

Oft arbeiten sie auch mit einfärbten Glasuren. Am Samstag und Sonntag gibt es einen Einblick in die Werkstatt, man kann das Drehen und Anbringen der Henkel sehen. Zudem wird der Brennofen erläutert, in dem die Steingutgefäße gebrannt werden. Eine Vorführung würde zu lange dauern, »der Ofen brennt 15 Stunden«, erzählt Karin Schweikhard. Man merkt es den Dingen an, wenn sie mit Hingabe und Konzentration gemacht werden, davon sind Schweikhard und Limbeck überzeugt. »Ein handwerklich gemachtes Ding, das komplett und ganz ist, da spürt man, dass es Seele hat.« Die beiden sind davon überzeugt, dass man ihren Gefäßen anmerkt, wie viel künstlerische Energie hineingeflossen ist.

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