06. März 2019, 21:56 Uhr

Mittler zwischen Völkern

06. März 2019, 21:56 Uhr
Die Mitwirkenden am Weltgebetstag der Frauen in Kestrich (v. l.) Irma Schnellert, Regine Seibert, Kathrin Görig, Silke Schmidt, Astrid Lukas und Gerda Güttler. (Foto: hso)

Feldatal (hso). Auch in diesem Jahr haben Frauen aus beiden Konfessionen zum Weltgebetstag der Frauen nach Kestrich eingeladen. Der Gottesdienst 2019 stand unter dem Motto »Kommt, alles ist bereit!«. Viele spannende Geschichten wurden den Gottesdienstbesuchern in Form von Liedern und Texten über Land und Leute in Slowenien geboten. So ist Slowenien derzeit ständig in Bewegung. Bis 1991 war das Land nie unabhängig, und vielleicht gerade deshalb scheint es für das kleine Land zwischen Österreich, Kroatien, Ungarn und Italien fast selbstverständlich, Mittler zwischen Ost und West, Nord und Süd zu sein. Man hörte von einer recht homogenen Bevölkerungsstruktur. Nennenswerte ethnische Minderheiten sind Italiener, Serben und Bosnier. Außerdem leben dort etwa knapp 10 000 Roma.

Bevölkerung schrumpft

Frauenrechte sind dort verbrieft, und für Slowenien gibt es keinen Grund den Vergleich mit Nord- und Westeuropa zu scheuen. In Politik und Wirtschaft sind Frauen in leitenden Positionen eher unterrepräsentiert, obwohl sie die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung stellen und in der Regel auch Vollzeit erwerbstätig sind. Man hört davon, dass die slowenische Bevölkerung schrumpft, Großfamilien immer seltener werden und die Geburtenrate aktuell bei 1,58 Kindern je Frau liegt (etwas weniger als in Deutschland). Frauenrechte sind aber nach wie vor in Slowenien ein wichtiges Thema: Sei es die Diskussion um kostenlose Verhütungsmittel, die Diskriminierung junger Frauen in Wirtschaftsunternehmen oder der Anteil von Frauen im Parlament. Slowenien hat rund 2,1 Millionen Einwohner. 58 Prozent der Bevölkerung bekennen sich zum katholischen Glauben. Der Anteil der Atheisten liegt bei rund 25 Prozent. Insgesamt gibt es in Slowenien 43 registrierte Religionsgemeinschaften. In Slowenien setzt sich die »Weltgebetstagsbewegung« besonders für die gesellschaftliche Beteiligung von Frauen ein.

Im Gottesdienst in Kestrich selbst hörte man viel über Erfahrungen einiger slowenischer Frauen. Exemplarisch erzählten die Mitwirkenden, wie sie trotz einiger Repressalien durch den damaligen Staat zum Glauben fanden. Wie sie als »Gastarbeiterinnen« ins Ausland gingen, um zu arbeiten, und wie sie dort auch als »Gäste« empfangen wurden. Eine andere erzählte, wie sie als alleinerziehende Frau ihr Studium mithilfe ihrer Familie dennoch fortsetzen konnte. Man hörte weiter von einer 80-jährigen Frau, die auf dem Land wohnt, wo sie mit ihrem arbeitslosen Sohn und Schwiegertochter von einer bescheidenen Rente lebt. Auf einem kleinen Bauernhof erzeugen sie die Lebensmittel für den täglichen Bedarf selbst. Ema erzählte von ihrer Familie, wo es Alkoholmissbrauch und Gewalt gab. Zum Schluss hörten die Besucher die Geschichte von Natascha, einer Roma. Sie hatte Glück, dass ihre Eltern beide berufstätig waren und sie so in einem behüteten Umfeld sorglos aufwachsen konnte, was beileibe nicht die Regel bei dieser Personengruppe ist.

Es folgten Lieder und die Fürbitten für die exemplarisch dargestellten Frauen. Am Ende des Gottesdienstes konnten die Gottesdienstbesucher noch selbst gebackene Spezialitäten aus Slowenien verkosten.

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