10. Januar 2011, 17:48 Uhr

Nach Abwahl im Parlament vom Bürger ins Amt berufen

Grebenau (pm). Etwas Besonderes war es schon, als eine Frau die 50 Ehrengäste am Freitag im Sitzungssaal der Stadtverwaltung begrüßte, noch dazu die Ehefrau des Jubilars Bürgermeister Jürgen Ackermann.
10. Januar 2011, 17:48 Uhr
Personalratsvorsitzende Sandra Diehl, Jubilar Bürgermeister Jürgen Ackermann sowie Moderatorin und Ehefrau Anette Ackermann. (pm)

Grebenau (pm). Etwas Besonderes war es schon, als eine Frau die 50 Ehrengäste am Freitag im Sitzungssaal der Stadtverwaltung begrüßte, noch dazu die Ehefrau des Jubilars Bürgermeister Jürgen Ackermann. Anette Ackermann hatte die Rolle des Gastgebers übernommen. Geschickt schlüpfte die ehemalige Vorsitzende des Bauausschusses und heutige stellvertretende Fraktionsvorsitzende in die ihr übertragene Funktion, begrüßte die Festgäste, darunter Landrat Rudolf Marx, Landtagsabgeordneten Manfred Görig und Geschäftsführer Karl-Christian Schelzke vom Hessischen Städte- und Gemeindebund.

Anette Ackermann ließ das berufliche und private Wirken des Jubilars aus der Sicht einer gestressten Ehefrau Revue passieren - und schaffte damit eine heitere Atmosphäre, die die anderen Redner aufnahmen. So schilderte sie ihren Mann als sportbegeisterten Basketballspieler, der 1991 in dem kleinen osthessischen Städtchen kein vergleichbares Angebot vorfand und deshalb kurzerhand selbst als Trainer im eigens umgerüsteten Bürgerhaus Männer und Frauen den Ballsport näherbrachte. »An einem der Abende bin ich gleichfalls zum Training erschienen und konnte zunächst mit dem durch die Halle gestikulierenden und rum laufenden Kerl nichts anfangen, im gleichen Gebäude wurden wir drei Jahre später getraut und sind seit nunmehr 16 Jahren verheiratet.«

Im Bundesland Hessen wohl einmalig, wurde der Jubilar 1995 von einer Zweidrittelmehrheit parlamentarisch abgewählt, konnte aber die vier Monate später angesetzte Direktwahl, wie auch 2001 und 2007, für sich entscheiden, seine 4. Amtsperiode dauert noch bis Februar 2014 an. Zum Schluss wünschte die Gastgeberin dem Jubilar, der auch stellvertretender Kreistagsvorsitzender und Sprecher der Bürgermeister im Vogelsbergkreis ist, alles Gute und schloss mit den Worten: »Etwas mehr Zeit und Ruhe für zuhause sowie anhaltende Gesundheit, um den vielen Interessen gemeinsam nachgehen zu können.«

Landrat Rudolf Marx würdigte gleichfalls den Jubilar, er habe seit fast 20 Jahren Ackermann als kompetenten Rathauschef erlebt. Viel Arbeit sei auf die Kommunalaufsicht wegen der Stadt zugekommen, über 100 Aufsichtsbeschwerden, sogar Disziplinar- und Strafverfahren seinen gegen den Bürgermeister angestrengt worden - »sie wurden alle als unbegründet zurückgewiesen.« In letzter Zeit könne man einen etwas ruhigeren politischen Umgang im »wilden Osten« zur Kenntnis nehmen. Marx ermahnte aber sämtliche Mandatsträger, sich ihrer Verantwortung bewusst zu sein. Dazu zähle auch, einen genehmigungsfähigen Haushalt mit Sicherungskonzept vorzulegen.

Direktor Karl-Christian Schelzke überreichte zusammen mit dem Vorsitzenden der Kreisvereinigung, Bürgermeister Lothar Bott aus Gemünden, die Ehrenurkunde für 20-jährige Tätigkeit als Rathauschef. Beide machten deutlich, dass »das Geschäft immer schwieriger« werde, fehlende Finanzen, gepaart mit staatlichen Auflagen und kostspieligen Rechtsansprüchen führten nach und nach zu einem gemeindlichen Kollaps. Beide appellierten an Land und Bund, die Städte und Gemeinden mit ausreichenden Mitteln zur Erledigung ihrer Aufgaben auszustatten. In weiteren Grußworten gratulierten MdL Manfred Görig, 1. Stadtrat Klaus Weitzel, Personalratsvorsitzende Sandra Diehl sowie Vertreter von Parlament und Ortsbeiräten. Der Jubilar nahm die Glückwünsche erfreut entgegen, rief dann aber zusammen mit Ehefrau Anette zum zweiten wichtigen Ereignis an diesem Vormittag: Dem Gründchen-Frühstück.



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