15. Februar 2019, 22:02 Uhr

Güterverkehrszentrum an der A 49?

15. Februar 2019, 22:02 Uhr
Mehr Güter von der Straße auf die Schiene, das wird seit Jahren von Politikern und Umweltverbänden gefordert. Die CDU in der Regionalversammlung macht einen Vorstoß und schlägt ein Güterverkehrszentrum vor. (Foto: dpa)

Deutschlands und Europas Straßen ächzen seit Jahren unter dem ständig zunehmenden Lkw-Verkehr. Pausenlos werden alle möglichen Frachten von Schrauben bis zu gefrorenen Schweinehälften durch die Lande gekarrt. Aber warum können nicht mehr Gütertransporte auf die Schiene verlegt werden?

Das fragt sich auch die CDU-Fraktion in der Regionalversammlung Mittelhessen. Bei einer Sitzung im Rathaus in Kirtorf kam nun ein interessanter Vorschlag auf den Tisch, nämlich der Bau eines Güterverkehrszentrums. Beraten werden soll darüber im Rahmen der Vorbereitungen für den künftigen Regionalplan Mittelhessen (2020-30). Die CDU will erreichen, dass ein solches zentrales Güterverkehrszentrum im neuen Regionalplan als Vorranggewerbefläche vorgesehen wird, sagten auf Anfrage dieser Zeitung Bürgermeister Ulrich Künz (Kirtorf) und Dr. Hans Heuser (Mücke).

Bei dem Treffen hatte der Erste Kreisbeigeordneter des Landkreises Marburg-Biedenkopf, Marian Zachow, den Hintergrund des Antrages erläutert. Ein Wechsel von der Straße auf die Schiene mache im Bereich des Güterverkehrs wegen der immer umfangreicher werdenden Logistik großen Sinn.

Beste Lage

Er sieht zudem eine große Aufgabe darin, die bestehenden Gewerbestandorte in der Region besser zu vernetzen, mit dem Ziel, dass die vielen Güter besser und schneller transportiert werden können. Denn mehr und mehr sei eine intelligente Mobilität gefragt, die sowohl den ökonomischen als auch den ökologischen Herausforderungen gerecht werde. Zachow verwies auf Verkehrsstudien, die zeigen, dass der Lkw-Güterverkehr auf der Straße schon länger an seine Grenzen gekommen ist. Die Zukunft des Güterverkehrs gehe nur mit einem Wechsel auf die Schiene. Im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau der A 49 zwischen Stadtallendorf über Homberg und Gemünden bis zur A 5 biete sich ein solches Güterverkehrszentrum geradezu an.

Denn die Bahnstrecken bei Kirchhain oder Stadtallendorf sind bereits da, ebenso liegen im Bereich Nieder-Ofleiden bei der MHI Schienen. Sie wurden von der Bahn sogar für die schweren Schotterzüge der MHI ausgebaut. Mit dem Bau der letzten Teilbereiche der A 49 und dem sogenannten Lückenschluss wäre damit eine parallel verlaufende Autobahnanbindung gegeben. Hier soll der Prüfungsauftrag an das Regierungspräsidium für ein mittelhessisches Güterverkehrszentrum ansetzen.

Die CDU-Fraktion in der Regionalversammlung sieht darin eine bedeutsame Perspektive für Unternehmen und Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Man könne sich viele Synergieeffekte für den ländlichen Raum und für die Ober- und Mittelzentren Marburg, Gießen, Stadtallendorf, Kirchhain, Homberg, Alsfeld und darüber hinaus vorstellen, so Zachow. Der Standort mitten in Deutschland komme als weiterer Vorteil dazu. Zu Beginn hatte die CDU-Fraktion unter dem Vorsitz von Martin Richard (Limburg) zunächst die sogenannte Neue Mitte in Kirtorf besucht. Die Besucher zeigten sich überrascht, wie sich Kirtorf städtebaulich für die Zukunft ausrichtet. An der Sitzung nahm auch der Regierungspräsident Christoph Ullrich teil.

Sogenannte Güterverkehrszentren (GVZ) in Hessen gibt es bereits in Kassel und im Bereich Limburg (hier mit Rheinland-Pfalz). Die GVZ sind Logistikzentren, in denen Güter zwischen unterschiedlichen Verkehrsträgern umgeladen, für Ladungen zusammengestellt und für Transportfahrten vorbereitet werden. An diesem Ort werden unterschiedliche Verkehrsträger (Straße, Schiene), Verkehrsunternehmen (Speditionen, Lagereien), ergänzende Dienstleistungsbetriebe (Fahrzeugservice, Beratungsdienste) sowie logistikintensive Industrie- und Handelsbetriebe zusammengeführt. Die räumliche Nähe fördert Zusammenarbeit und Arbeitsteilung der Unternehmen. GVZ sind damit wichtig bei einer Verlagerung des Güterfernverkehrs von der Straße auf die Schiene.

Durch Zusammenarbeit der Firmen kann besonders im regionalen Bereich eine höhere Auslastung der Lkw-Fahrten ermöglicht werden.

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