16. Februar 2019, 08:25 Uhr

Kita-Plätze

Ruppertenrod wird ausgebaut – Container für Nieder-Ohmen? »Verzweifelte Eltern«

Die Suche nach Platz für die Kinderbetreuung geht in Mücke fieberhaft weiter. Im Fokus steht jetzt Ruppertenrod. In Nieder-Ohmen denkt man über eine andere Lösung nach.
16. Februar 2019, 08:25 Uhr
Der Kindergarten Ruppertenrod hat noch viel Platz und soll als Ganztageseinrichtung ausgebaut werden. (Foto: jol)

Die Suche nach kurzfristigen Betreuungsplätzen ist ein schnelllebiges Geschäft. Hatte Bürgermeister Andreas Sommer am Mittwoch im Ausschuss noch die Vorteile eines zeitweisen Einrichtung im Dorfgemeinschaftshaus Groß-Eichen beworben, so wurde ein zweiter Ausschuss am Donnerstag mit der Botschaft überrascht, das werde nicht weiter verfolgt. Jetzt strebt man den Ausbau in Ruppertenrod mit Ganztagsbetreuung an. Denn dort gibt es sowohl räumlich wie auch personell Kapazitäten.

Und es gibt einen weiteren überraschenden Vorschlag. Bauabteilungsleiter Thomas Heidlas ist auf der Suche nach dem Standort für einen Containerkindergarten fündig geworden, der die Kriterien erfüllt: zentral, gute Verkehrsanbindung, Infrastruktur vorhanden, ebener Boden sowie eingezäunt und in Spielplatznähe. Es ist der Hartplatz Nieder-Ohmen. Dort könnte er auf dem Spielplatz zugewandten Halbkreis stehen.

Die Fläche für die Sportler steht noch zur Verfügung, nur die Laufbahn wäre eingeschränkt. Dort sollen zwei Krippengruppen (je bis zu zwölf Kinder) eingerichtet werden, weil bis 2020 schon 20 Kinder angemeldet sind. Was die Erweiterung des Angebotes in Ruppertenrod anlangt, so hat der Kreis signalisiert, dass er die Erweiterung positiv sieht. Die Einrichtung war vor zwei Jahren aufwendig saniert und ein zweiter Rettungsweg eingerichtet worden. Der seither nur vormittags genutzte Kindergarten ist nach Einschätzung des Bürgermeisters nicht mehr zeitgemäß, es werden bei Ü 3 längere Betreuungszeiten nachgefragt. Eine erste Reaktion von Dr. Udo Ornik (Grüne) war der Appell, dass man der Verwaltung für die dringlichen Dinge freie Hand lassen sollte. Ornik hob auf die von der Koalition angekündigten Sperrvermerke zum Thema Kindergartenplätze ab. In diesem Sinne äußerte sich auch Dr. Heuser: »Man muss sich nicht jede Woche als Ausschuss damit befassen, wie Container gestellt werden.«

Günter Zeuner (FW) blieb als Sprecher der Koalition dabei, dass FW und SPD erst Zahlen und Konzept sehen wollen. Aktuell entstehe der Eindruck, dass die Kosten kontinuierlich steigen. Allerdings seien die Lösungsansätze derzeit sehr gut. Der Vorschlag Hartplatz sei eine sehr gute Sache, war im Ausschuss zu hören. Bürgermeister Sommer erläuterte zum Personal, bei Krippen seien es drei Erzieherinnen für zwölf Kinder, und statt der seither im Haushaltsentwurf geplanten 3,7 Stellen mehr müsse man noch 2,5 Stellen draufsatteln. In diesem Zusammenhang wies ein Mitarbeiter der Finanzabteilung darauf hin, dass mehr Personal in Etatentwurf den geringen Überschuss für 2020 mindere, deshalb sollte man rechtzeitig gegensteuern bis hin zur Überlegung einer Steuererhöhung.

Zur geplanten Waldgruppe informierte der Bürgermeister, das Antragsverfahren beim Kreis laufe, und es gebe ohne Werbung bereits zwölf Anfragen. In Kürze folge eine Informationsveranstaltung. Einige Eltern würden bereits die Waldgruppe einer Ganztagsbetreuung vorziehen.

-Nieder-Ohmen (pm). Die Bürgerliste setzt sich für den Neubau einer Kindertagesstätte in Nieder-Ohmen ein, um die vielen fehlende Plätze für die Kinderbetreuung bereitstellen zu können. Trotz defizitären Haushalts und einer beträchtlichen Kreditaufnahme von rund sechs Millionen Euro in den nächsten zwei Jahren, »entstanden durch einen unklugen Grundstücksverkauf im Jahr 2017/18 im Industriegebiet in Atzenhain an einen Großindustriellen aus Norddeutschland«, solle die Planung einer Kindertagesstätte zügig vorangetrieben werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

»Die Verzweiflung der Eltern ist spürbar. Einige Eltern sind frustriert, da im Februar noch nicht bekannt ist, ob sie zum Sommer einen Kitaplatz für ihr Kind haben oder nicht. Viele Eltern sind aber darauf angewiesen, weil sie nur so ihre Arbeit wiederaufnehmen können«, so der Eindruck.

In Nieder-Ohmen würden die meisten Kita-Plätze benötigt, deshalb setze man sich für einen möglichen Neubau in der Wallenbach ein. Die Bürgerliste stelle sich eine altersübergreifende Kindertagesstätte mit zwei Gruppen für die Ü 3-Betreuung vor. Um die große Anfrage für die Kleinen auffangen zu können, sollten drei Gruppen für die U 3-Betreuung entstehen. Somit würde die neue Tagesstätte Platz für bis zu 86 Kinder bieten. So könnte aus der bestehenden Kindertagesstätte die Kleinkindgruppe in den neuen Kindergarten ziehen. Das würde die bestehende Tagesstätte entlasten. Zurzeit gebe es in der bestehenden Tagesstätte keinen Differenzierungsraum für Vorschularbeit, kein separates Büro und keinen Schlafraum. Dieser Platz werde aber dringend benötigt, wenn man bedenkt, dass dort 50 Kinder zu Mittag essen und die Anfrage durch die Eltern schon jetzt nicht komplett gedeckt werden kann.

Der BLNO ist klar, dass für einen Neubau einer Kindertagesstätte ein Zeitraum von mindestens zwei Jahren eingeplant werden sollte. Deshalb wird vorgeschlagen, Container anzumieten, um die Anfrage abdecken zu können. Dieser könnte am Bauhof, auf dem Hartplatz, in der Wallenbach oder auf dem Festplatz in Merlau errichtet werden. Ein Container-Kindergarten entsteht aus Modulen, so kann die Größe individuell festgelegt werden. Mobile Kindergärten sindso innerhalb weniger Wochen bezugsfertig und bieten eine kindgerechte sichere Wohlfühlatmosphäre. Gutes Klima, helle Räume und Sanitäranlagen gehören ebenso dazu wie Schlafräume, eine Küche und Details vom Fingerklemmschutz oder Deckensegel für gute Akustik. An den mobilen Kindergarten sollte sich ein Außengelände anschließen. Der Zaun, die Spielgeräte sowie die neu angeschaffte Inneneinrichtung ziehen dann mit in den Neubau um und werden so weiter benutzt.

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