11. Februar 2019, 22:00 Uhr

Graziles musikalisches Schwergewicht

11. Februar 2019, 22:00 Uhr
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Aus der Redaktion
Pianistin Nadezda Pisareva zelebriert liebevoll die technisch anspruchsvollen Passagen von Rameau und Ravel. (Foto: pm)

Schwalmtal (pm). Das vierte Konzert der Reihe »Weltklassik« in Melchiorsgrund (Hopfgarten) stellte dieser Tage einen weiteren Höhepunkt dieser für die Region ungewöhnlichen Kulturveranstaltung dar. »Eine Reihe von Wundern« bezeichnete eine Zuhörerin die Konzerte der letzten vier Monate. Dass Monat für Monat hochkarätige Musiker in Melchiorsgrund gastieren, sei für die Gegend eine große Bereicherung.

Wenn auch die vergangenen Konzerte für sich genommen fast nicht zu übertreffen waren, bewies aktuell die Pianistin Nadezda Pisareva, wie unglaublich weit gespannt die Welt der Musik ist und wie vielfältig der individuelle Zugang zu ihr. »Ein graziles musikalisches Schwergewicht habt ihr da zu Gast«, lautete der Kommentar eines lokalen Musikkenners.

Marathon komplexer Klänge

Nadezda Pisareva gewann die Silbermedaille und den Kammermusikpreis des »Scottish International Piano Competition« 2010 in Glasgow, den Publikums- und 3. Preis beim Val Tidone International Piano Competition 2015 in Italien und ist Preisträgerin des »Bärenreiter-Urtext-Preis« im Rahmen des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD 2014 in München. 2015 debütierte Nadezda Pisareva in der Moskauer Philharmonie und trat beim Verbier-Festival auf. Als Solistin hat sie u. a. mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra in Glasgow und Orchestre Royal de Chambre de Wallonie in Bruxelles zusammengearbeitet.

Nadezda Pisareva zeigte im Melchiorsgrund im ersten Teil des Programms mit Werken von Rameau und Ravel, wie sie filigran und engelsflügelgleich die technisch anspruchsvollen Passagen liebevoll zelebriert und gleichzeitig atemberaubende Crescendi hervorzaubert. Unter ihren Fingern entfaltete der historische Blüthner-Flügel sein ganzes Register: von hellem, zärtlichem Säuseln bis zu orchestralem Donnern. Auch dies ist eines der Wunder: Wie kann eine so zierliche Person solch einen Marathon an komplexen Klängen so spielerisch-leicht und sicher vortragen? Geschlossen und mit großer imaginativer Kraft gelang ihr dann im zweiten Teil des Programms »Bilder einer Ausstellung« zu einer wahren Bilderflut für die Zuhörer zu verdichten. Dem anhaltenden Beifall begegnete die Pianistin gekonnt: Etüden von Rachmaninow und Tschaikowsky, mal eben so als leichte Kost getarnt, bildeten den gelungenen Abschluss eines weiteren Wunder-Abends im Vogelsberg.

Die nächste Gelegenheit zum Konzertbesuch dieser Reihe ergibt sich am Sonntag, dem 10. März, um 17 Uhr. Es spielt die Painistin Sabine Weyer »Bach to the Future« – eine Hommage an den Komponisten. Kartenreservierung sind möglich im Internet unter www.weltklassik.de.



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