07. Februar 2019, 22:08 Uhr

Erste eiserne Hochzeit im Dorf

07. Februar 2019, 22:08 Uhr
Elli und Josef Pohl. (Foto: sf)

Am Mittwoch feierten die Eheleute Elli geborene Volp und Josef Pohl das Fest der eisernen Hochzeit. Vor 65 Jahre, so erinnern sich die Brautleute, war es sehr kalt, und es lag viel Schnee. Josef Pohl wurde am 15. Juli 1933 in Chirlitz im Kreis Brünn geboren und verbrachte dort bis zur Vertreibung in 1946 seine Kindheit. Gemeinsam mit seinen Großeltern väterlicherseits kam er damals nach Laubach-Freienseen.

Dort ging er weiter zur Schule und verdingte sich bei den Bauern. Im Februar 1953 kam er nach Ober-Seibertenrod zum Großvater seiner späteren Ehefrau, um in der Landwirtschaft zu helfen. Dabei verliebten sich die jungen Leute und bereits ein Jahr später gingen sie zum Traualtar. Elli Volp wurde am 28. Oktober 1935 in Ober-Seibertenrod geboren und die Eheleute gingen nach der Eheschließung in 1954 nach Unter-Seibertenrod, um dort das landwirtschaftliche Anwesen des Patenonkels zu übernehmen. Dieses betrieben die Eheleute bis zum Jahre 1979.

Anschließend war Elli Pohl weiter berufstätig und die letzten 15 Berufsjahre war sie bei der Bundeswehr im Bundeswehrkrankenhaus Gießen in der Küche angestellt. Ehemann Josef hatte wechselnde Arbeitsstellen und die letzten 25 Berufsjahre bis zu seinem Ruhestand war er bei den Gailschen Tonwerken in Gießen tätig. In jungen Jahren gehörte der eiserne Bräutigam dem Posaunenchor an, und er ist seit über 60 Jahre Mitglied in der SPD. Das Ehepaar hat sechs Kinder, neun Enkelkinder sowie acht Urenkel. Noch führt Elli Pohl den Haushalt eigenständig. Gerne erinnern sich die Brautleute an viele Reisen, darunter nach Russland, mit der Transsibirischen Eisenbahn, ans Nordkap und sie unternahmen eine Mittelmeerkreuzfahrt. Am Dorfleben haben sie immer teilgenommen und beide sind ständige Besucher der Treffen der Ulrichsteiner Senioren. Elli Pohl ist noch mobil und mit dem Auto unterwegs. Seit vier Jahren spielt sie regelmäßig in Ober-Seibertenrod mit weiteren elf Damen Rommee. Diese sind alles Frauen im Alter von 60 bis über 80 Jahre.

Zu den zahlreichen Gratulanten zählten die Kinder, Enkel und Urenkel. Aus dem Dorf und dem Nachbarort Ober-Seibertenrod kamen viele Gratulanten. In den 65 Jahren, seit sie in Unter-Seibertenrod wohnen, war es noch keinem Paar vergönnt, das Fest der eisernen Hochzeit zu feiern. Das Jubelpaar ist nun das erste. Von den öffentlichen Gremien überbrachte Bürgermeister Edwin Schneider Grüße und Geschenke, und von der Ortsgemeinschaft Unter-Seibertenrod gratulierte Ortsvorsteher Wolfgang Geiß. Pfarrer Markus Witznick hielt eine Andacht.

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