Vogelsbergkreis

»Blüte« wird erneut Champion

Alsfeld (au). Voll des Lobes waren am Samstagmittag die Grußwortredner bei der insgesamt 28. Auflage von »Zukunft Rind« in der Hessenhalle. »Es ist schon ein herausragendes Ereignis die Spitzentiere der hessischen Milchrinderzucht im direkten Vergleich und im Wettbewerb erleben zu dürfen«, sagte Dr. Paul Wagener vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen Eichhof für das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Hinter jedem Tier stünden Menschen und oft ganze Familien, die sich an 365 Tagen im Jahr mit Sachverstand um das Wohl der Tiere kümmerten, sie versorgten und betreuten.
04. Februar 2019, 21:17 Uhr
Dieter Graulich
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Familie Seipel aus Stumpertenrod mit den Erwachsenen (v. l.) Wilfried, Michael und Ute Seipel mit Kuh »Kookie« bei der Ehrung für die Kuhfamilie Kendra. (Foto: au)

Alsfeld (au). Voll des Lobes waren am Samstagmittag die Grußwortredner bei der insgesamt 28. Auflage von »Zukunft Rind« in der Hessenhalle. »Es ist schon ein herausragendes Ereignis die Spitzentiere der hessischen Milchrinderzucht im direkten Vergleich und im Wettbewerb erleben zu dürfen«, sagte Dr. Paul Wagener vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen Eichhof für das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Hinter jedem Tier stünden Menschen und oft ganze Familien, die sich an 365 Tagen im Jahr mit Sachverstand um das Wohl der Tiere kümmerten, sie versorgten und betreuten.

Dr. Wagener ging auch auf die Präambel des Koalitionsvertrages der beiden Regierungsparteien CDU und Grüne ein und zitierte unter dem Stichwort »Nachhaltige Landwirtschaft«: »Unser Leitbild bleibt die familiengeprägte, bäuerliche Landwirtschaft. Sie dient der regionalen Wertschöpfung und dem Erhalt der Kulturlandschaft und sorgt für gesundes und regionales Essen, sowohl ökologisch, als auch konventionell angebaut.« Alleine in Hessen würden Jahr für Jahr rund eine Million Tonnen Milch erzeugt und vermarktet. Dies entspreche einem Wert von 360 Millionen Euro jährlich oder eine Million Euro pro Tag.

Dr. Wagener wies auch auf die nicht einfachen Rahmenbedingungen hin, wie Preisdruck und Preisschwankungen, Dürre und Futterknappheit, zunehmende Auflagen von Politik und Handel. Weitere Grußworte gab es von Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule, Dr. Jens Mischak, Erster Kreisbeigeordneter, und dem CDU-Landtagsabgeordneten Michael Ruhl.

Im Rahmen der Schau wurden wieder zwei »Hessen-Champion« gekürt. So zum einen der traditionelle »Champion Milchrassen« und zum anderen der Titel »Champion Zweinutzungsrassen«. Bei den Milchrassen setzte sich die Tradition fort, dass die Rasse Deutsche Holsteins Rotbunt den Hessen-Champion stellt. Lediglich 2012 hatte es mit der Wahl der damals knapp vierjährigen »Kendra« der Rasse Jersey zum »Hessen-Champion« eine Sensation gegeben. Der Titel ging an »RZB White Rose« aus dem Betrieb von Manfred Uhrig, Sulzbach. Für den »Champion-Milchrassen 2019« gab es neben der Schärpe noch einen Geldpreis von je 500 Euro der VR Bank HessenLand und der Tierärztlichen Praxis Dr. Czipri.

Die Schärpe »Champion Zweinutzungsrassen 2019« ging an die Vorjahressiegerin, die Fleckviehkuh »Blüte« von Christian Zimmermann, Beerfelden-Oberzent. Neben der Schärpe gab es 500 Euro von der VR Bank HessenLand.

Die von Qnetics und dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen durchgeführte Rinderschau »Zukunft Rind 2019« zeigte wieder ein beeindruckendes Leistungsbild der organisierten hessisch-thüringischen Rinderzucht und gleichzeitig eine wichtige Standortbestimmung für die heimischen Züchterinnen und Züchter.

Aus dem Raum Fulda waren nur die Betriebe Frank Hofmann (Gersfeld), Jochen Günther (Tann-Kleinfischbach) und Andreas Mözung (Hofbieber) vertreten.

Nach der Siegerehrung wurde von den Hessischen Jungzüchtern das knapp sechs Wochen alte Kalb »SEI Kalinka« aus dem Betrieb Wilfried Seipel (Stumpertenrod) verlost. Glücklicher Gewinner war Patrick Hartwig aus dem Bad Arolsener Stadtteil Landau. Auch die Sonderkollektion machte bei der abschließenden Auktion ihrem Namen alle Ehre. 28 von 33 Tieren wurden zu einem Durchschnittspreis von 4246 Euro versteigert. Topseller war die in Abwesenheit versteigerte Katalognummer 25 »Delilah ET« der Schürer-Hammon GbR, die für 22 000 Euro verkauft wurde.

Zweitteuerstes Tier war »Anderstrup Delaja Red ET« aus dem Betrieb Thomas Sporleder, die für 10 000 Euro in die Niederlande verkauft wurde. »HLB Ortega ET« wechselt für 8400 Euro vom Betrieb Bernhard Höhler in Niederbrechen in den Stall von Heinrich Weckesser nach Hatzbach.

Interessenten waren aus dem ganzen Bundesgebiet und dem angrenzenden europäischen Ausland wie zum Beispiel den Niederlanden, Frankreich, England, Dänemark, Schweiz und Österreich gekommen.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,548086

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