01. Februar 2019, 08:05 Uhr

Fotografie

Warum Johannes Becker aus Homberg 1,3 Millionen Fans hat

Wähle einen Beruf, den du liebst und du musst keinen Tag in deinem Leben mehr arbeiten, sagt man. Johannes Becker aus Gontershausen hat das geschafft.
01. Februar 2019, 08:05 Uhr
ESI
Hier fing alles an: Mit dem iPhone streift Johannes Becker durch das Ohmtal. Heute führen ihn seine Reisen in die ganze Welt: »Man muss aber nicht weit weg, um coole Sachen zu sehen.« (Fotos: esi)

Mit Kamera, Stativ und Zelt auf dem Rücken durch Kälte, Nässe und Nebel. 5000 Höhenmeter erklimmen vier deutsche Fotografen in einer Woche in den peruanischen Anden. Die eisigen Nächte verbringen sie in klammen Schlafsäcken. Ein Trip, der an die Substanz geht. Unter den Abenteuerlustigen: Johannes Becker auf der Jagd nach dem perfekten Augenblick, um abzudrücken.

Das Hobby zum Beruf machen, das ist ihm eher zufällig gelungen. Angefangen hat alles in seinem Heimatdorf: dem Homberger Stadtteil Gontershausen. Auf dem Land aufzuwachsen prägte seine Verbundenheit zur Natur. Mit dem ersten iPhone kam er dann der Fotografie nahe, streifte durch die Wälder im Ohmtal und teilte die Momentaufnahmen stolz auf der Social-Media-Plattform Instagram.

Fotograf zu werden, das war anfänglich nicht in seinem Sinn. Nach dem Abitur studierte er zunächst eineinhalb Jahre Bauingenieurswesen. Nebenbei beschäftigte sich Becker immer intensiver mit seinem Instagram-Profil, fuhr auch mal weiter weg, um Fotos zu schießen und bekam online immer mehr Likes. Als er sein Studium abbrach, um eine Ausbildung als Produktfotograf in Linden aufzunehmen, hatte er bereits 40 000 Follower. Die erste Anfrage ließ nicht lange auf sich warten.

 

Reisen wird zum Alltag

Er bekam das Angebot, für die deutsche Tourismus-Branche nach Australien zu fliegen, das Land als Reiseziel zu promoten und Werbefotos zu schießen. Noch nie geflogen, keine richtige Kamera zur Hand und nicht die leiseste Ahnung, was sich daraus mal ergeben würde: so stand Becker vor seinem ersten Abenteuer.

Heute ist das Reisen für den 25-Jährigen Alltag. Mit dem richtigen Auge und professionellem Equipment bereiste Becker im Auftrag von verschiedenen Firmen und Marken, wie Olympus, Lufthansa oder The North Face bereits 47 Länder. Auf Instagram verfolgen mittlerweile 1,3 Millionen Menschen, wie er an nordischen, kalten und skandinavischen Küsten grandiose Aussichten und Stimmungen einfängt. Über Norwegen und Island nach Kanada bis in die Arktis. »Zwischendurch nehme ich mir ein paar Minuten, um zu genießen, was ich erleben darf«, sagt Becker.

Durchschnittlich ist er die Hälfte des Jahres auf Achse und kommt vielleicht gerade deshalb immer gern nach Hause, wo er sich mittlerweile einen »Stützpunkt« aufgebaut hat. In Zukunft möchte er seine Reisen jedoch reduzieren. »Wenn man lange am Stück unterwegs ist und so viele Erfahrungen macht, habe ich das Gefühl, dass man das Ganze nicht mehr richtig verarbeiten oder wertschätzen kann«, erklärt er. Aus diesem Grund und nicht zuletzt wegen dem Umweltschutz will er sich mehr auf Europa fokussieren. Ein Traumziel auf der Liste sei aber noch offen: Grönland.

 

Durch Kanada und Alsaka

Mit dem rasanten Wachstum der Instagram-Plattform erschienen immer mehr Gleichgesinnte auf der Bildfläche. Doch statt Konkurrenzdenken kam Becker, mit Freund und Kollegen Johannes Höhn, auf die Idee etwas als Einheit zu tun. Vor drei Jahren wurde die Instagram-Community »German Roamers« gegründet. Im letzten Jahr reisten vier der abenteuerbegeisterten Instagrammer zwei Wochen durch Kanada bis nach Alaska und legten dabei 3000 Kilometer zurück. Kaltes, raues Klima: wo andere keinen Tag aushalten würden, fühlen sich die Roamer wohl, paddeln auf Kanus durch das Eismeer und wandern durch die raue, nordamerikanische Weite.

Man muss nicht weit weg, um coole Sachen zu sehen

Johannes Becker, Fotograf

Als Kollektiv aus deutschen Fotografen haben sie sich jedoch auf die Fahne geschrieben, vor allem die Schönheit der Heimat hervorzuheben. »Man muss nicht weit weg, um coole Sachen zu sehen«, erklärt Becker. Und wenn man sich ein wenig Zeit nimmt, um in ihrem Feed oder Buch »German Roamers – Deutschlands neue Abenteurer« zu stöbern, erkennt man, dass er recht hat.

Unverbrauchte Momentaufnahmen von steilen Klippen, wilden Gebirgen und düsteren Wäldern zeigen, wie aufregend Deutschland sein kann und dass man für einen Abenteuerurlaub sicher nicht erst ins Flugzeug steigen muss.

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