29. Januar 2019, 22:09 Uhr

Ein Platz zum Wohlfühlen

29. Januar 2019, 22:09 Uhr

Herbstein (pm). »Ein Meilenstein nach einer langen Bauphase und ein Startschuss für neues Leben und Arbeiten in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Herbstein. So charakterisierte Katja Diehl am Tag der Eröffnung die Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Tagesförderstätte des sozialen Dienstleisters Kompass Leben. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit und einer noch längeren Planungsphase freuten sich neben der Vorstandsvorsitzenden mit ihr viele Gäste über die frischen, modernen und sehr ansprechenden Räume, die auf 750 Quadratmetern nun 30 Menschen mit Förderbedarf Platz für eine strukturierte Tagesführung geben, dazu Raum zum Rückzug, für Therapien und Gruppenangebote.

In ihrer Rede dankte Diehl allen Beteiligten für deren Engagement: Viele Menschen hätten ihre Expertise und Leidenschaft in das Projekt gesteckt, sagte Vorstandsvorsitzende Diehl, die zunächst dem Regierungspräsidenten Dr. Christoph Ullrich dankte, der vor gut zwei Jahren höchstpersönlich den Bewilligungsbescheid über mehr als 700 000 Euro für den Neubau ins Rathaus brachte. Damit habe das Land dieses 2,3 Millionen Euro teure Projekt zu fast einem Drittel finanziert, lobte die Vorstandsvorsitzende. Weitere 100 000 hat die Aktion Mensch dazugegeben.

25 Quadratmeter für jeden

Konzeptionelle und fachliche Unterstützung gab es vom Landeswohlfahrtsverband (LWV), an diesem Tag durch Sascha Jacob vertreten. Der LWV unterstützt Kompass Leben auch im Rahmen der Refinanzierung, wie Diehl ausführte. Diehl dankte dem Planungsbüro sowie den Architekten und lobte besonders Bauleiter Stefan Mölig.

Weiteren Dank zollte Diehl den ausführenden Firmen sowie den Mitarbeitenden der Tagesförderstätte, die für die passende und ästhetische Ausstattung der Räume gesorgt hatten, allen voran Dominik Maurer und Timo Schäfer.

Auch eine gute Seele des Projekts machte Diehl in ihrer Rede aus: Werkstattleiter Udo Czerwinka sei während der ganzen Bauphase unermüdlicher und kompetenter Ansprechpartner gewesen.

Frank Haberzettel erläuterte im Anschluss, welche Verbesserungsmöglichkeiten die neuen Räume den Menschen mit den verschiedensten Behinderungen bringen: »Wir schaffen mit diesem neuen Angebot für Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderungen eine 100-prozentige Verbesserung ihrer Betreuungs- und Lebensqualität innerhalb von Kompass Leben«, sagte der Vorstand.

Gemeint waren ausreichend Platz für alle 30 Menschen, die in der Tagesförderstätte betreut werden, dazu ein großes Plus an Differenzierungsangeboten, Raum für Therapie- und Gruppenangebote, ein Snoezelraum, (Aufenthalt in einem gemütlichen, angenehm warmen Raum) fünf Gruppenräume mit Bädern und Terrassen, Therapie- und Pflegebäder, kleine Küchenzeilen und eine große Therapieküche. »Wir stellen damit nicht nur eine größere Klientenzufriedenheit her, von der wir sicher sind, dass sie sich auch im Alltag und im Miteinander widerspiegeln wird. Nein, wir entlasten damit auch unsere Beschäftigten, die sich unter den neuen Bedingungen ihren Klienten noch besser widmen können.«

Nach einem gelungenen Beitrag der Werkstatt-Band »Die Spezialisten« äußerte sich Regierungspräsident. Dr. Ullrich stellte die Arbeit der Mitarbeitenden zum Wohl der Menschen mit Behinderung in den Fokus. »Ihr segensreiches Tun und unsere Unterstützung sind Ausdruck unseres christlichen Menschenbildes und des Sozialstaats«, führte Ullrich aus

Landrat Manfred Görig bescheinigte Kompass Leben als größtem sozialen Dienstleister der Region eine große Bedeutung – auch als Arbeitgeber. Die verschiedenen Projekte des Vereins in den letzten Jahren hätten dies unterstrichen, so der Landrat, der die Mitarbeitenden bei Kompass Leben wissen ließ: »Ich bin froh, dass sie da sind!«

Als Bürgermeister und Aufsichtsratsmitglied meldete sich Bernhard Ziegler zu Wort. Die Anzahl der Liegenschaften von Kompass Leben im ganzen Ort betonten den inklusiven Gedanken, sagte der Rathauschef, der auch die wirtschaftliche Bedeutung der Einrichtung hervorhob und die Arbeit der Betreuenden würdigte. »Ich weiß, was wir an Ihrer Einrichtung haben«, so Ziegler.

Auch der Werkstattrat, vertreten durch Monika Huscher, Dieter Schweitzer und Carolin Misekewitsch, beglückwünschte die Kollegen zum schönen neuen Gebäude. Auf dessen Eigenschaften ging als letzter Redner Thomas Otte vom Architekturbüro BBO ein. Er hatte neben vielen interessanten Details wie den lichtspendenden Luken im Flachdach auch ganz erstaunliche Informationen bereit: 25 Quadratmeter stünden nun rein rechnerisch jedem einzelnen Menschen in der Tagesförderstätte zur Verfügung – eine hohe Aufenthaltsqualität.

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