Antrifttal (bl). Mit 30 Aktiven ist die Freiwillige Feuerwehr Ruhlkirchen noch schlagkräftig. Aber sie muss es auch bleiben, denn die besondere Lage des Ortes bedeutet, dass man innerhalb der vorgegebenen Hilfsfrist nicht auf andere Wehren bauen kann. Und in diesem Zusammenhang wurde bei der Jahreshauptversammlung eine bessere Jugendarbeit angemahnt. Denn nur mit eigenem Nachwuchs kann das Niveau gehalten werden. Vereinsvorsitzender Heinrich Kirchner meinte, es müssten bald die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Der Vorstand werde dies wohl nicht alleine schaffen, weshalb die Mitglieder um Unterstützung gebeten wurden. Der Feuerwehrverein hatte Ende des Vorjahres noch 154 Mitglieder.

Die Führung der Jugendfeuerwehr ist nach Einschätzung von Kirchner in Ruhlkirchen seit über zwei Jahren faktisch nicht mehr vorhanden. Dem Verein fehlten zum Teil die Anmeldungen in der Feuerwehr, sodass unklar sei, wer noch in der Jugendfeuerwehr sei und wie alt die einzelnen Mitglieder seien. Weil die Jugendfeuerwehr sowie auch die Ehren- und Altersabteilung der Wehrführung unterstünden, sei zur Verbesserung vor allem die Wehrführung gefordert.

Hydrantenwartung klappt

Auch in Ruhlkirchen interessieren sich nach Einschätzung von Kirchner Kinder und Jugendliche für die Feuerwehr. Man müsse das Interesse aufgreifen und so Nachwuchskräfte für die Zukunft gewinnen. Hilfreich könne sein, alle Kinder in Antrifftal zu gemeinsamen Gruppenstunden zusammenzubringen. Wenn sich ein Ort daran nicht beteilige, fehle ihm irgendwann mal der Nachwuchs. Schon vor zwei Jahren hatte Vorsitzender Kirchner an die Mitglieder appelliert sich Gedanken darüber zu machen, wenn bei der nächsten Wahl der Vorsitzende und der Stellvertreter neu gewählt werden müsse. Die seitherigen stünden nicht mehr zur Verfügung. Ferner müssten noch Nachfolger für den Wehrführer, Gruppenführer sowie Jugendwart gefunden werden. Wenn diese Positionen nicht alle besetzt werden könnten, müsse überlegt werden, wie oder ob es weitergehen könne.

Drei Frauen sind aktiv

Bedingt durch die gesetzlichen Vorgaben in Bezug auf Hilfsfristen ist es laut Vorsitzendem Kirchner unbestritten, dass nur ehrenamtlich tätige Feuerwehrleute heute noch ein gewisses Potenzial an Sicherheit in den Gemeinden überhaupt leisten könnten. Keine der großen Nachbarwehren könne in der vorgeschriebenen Hilfsfrist in Antrifttal tätig werden, sie könnten nur unterstützend hinzugezogen werden.

Als weiteres Problem machte Kirchner aus, dass heute immer weniger Arbeitgeber den Feuerwehrleuten genehmigen bei einem Einsatz ihren Arbeitsplatz zu verlassen. Leider werde das Ansehen und Mittragen des Feuerwehrwesens im Allgemeinen und auch in Antrifttal zunehmend negativ belastet. Positiv vermerkte Kirchner, bei der Hydrantenwartung seien kürzlich 15 Kräfte im Einsatz gewesen. Das sei ganz ordentlich und auch ausreichend gewesen.

Wehrführer Franz Josef Kreuter teilte mit, dass 30 Personen in der Einsatzabteilung sind, darunter drei Frauen. Insgesamt rückte die Wehr zu 24 Einsätze verschiedenster Art aus. Leider musste er feststellen, dass das Interesse an den Übungen nachgelassen hat. Er bedauerte dies, weil man sich bei einer Übung mit den neuen Anforderungen vertraut mache. Gleichwohl seien die Leistungen bei den Einsätzen gut gewesen.

Aus dem Bericht der Ehren- und Altersabteilung von Konstantin Selzer ging hervor, dass sich die Abteilung an jedem ersten Donnerstag im Monat trifft.

Insgesamt 58 Einsätze mussten die Antrifttalwehren im abgelaufenen Jahr leisten, teilte Gemeindebrandinspektor Franz Josef Kreuter mit. In Bernsburg gebe es Probleme bei der Alarmierung. Bei einer Großübung an der Biogasanlage hätten zwei Tragkraftspritzen versagt. Abgesehen von diesem Problem sei die Übung recht gut verlaufen. Auch haben sich die Antrifttalwehren an der Waldbrandübung des Vogelsbergkreises beteiligt. In Kürze könnten die neuen Meldeempfänger ausgegeben werden, informierte Kreuter. Auch die Führerscheine für die Einsatzfahrzeuge und das Boot würden weiter forciert. Neu ist der C-Führerschein mit der Sonderregelung. Damit können 18-Jährige den C-Führerschein allerdings nur für die Feuerwehr erlangen. Jährlich sollen zwei Führerscheine bezuschusst werden.

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