01. Januar 2019, 20:17 Uhr

Solidarisch gegen Armut

01. Januar 2019, 20:17 Uhr
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Von Philipp Weitzel

Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) begeht in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum, dazu finden auch im Vogelsbergkreis mehrere Veranstaltungen statt. »Wir blicken mit Stolz auf 100 Jahre Einsatz für Solidarität, Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit und Toleranz zurück«, teilt der AWO-Kreisverband mit. Seine Auftaktveranstaltung zum Jubiläumsjahr findet am kommenden Samstag, 5. Januar, ab 14.30 Uhr im Café Vogelpark in Schotten statt.

Die Veranstaltung steht unter dem Motto »Blitzlichter«, dabei sollen 100 Jahre Frauenwahlrecht, 100 Jahre soziale Gerechtigkeit und Solidarität sowie 100 Jahre Arbeiterwohlfahrt beleuchtet werden. In einem Filmbeitrag und mit einer Ausstellung zum Frauenwahlrecht möchte die AWO zeigen, wie Frauen die Gesellschaft verändert haben und das es wichtig ist, auch heute aktiv an der Gestaltung des Gemeinwesens mitzuwirken. Bei Kaffee und Kuchen gibt es Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Von Alsfeld nach Schotten wird ein Fahrdienst angeboten, Abfahrt ist um etwa 13.30 Uhr. Anmeldungen im Bereich Alsfeld nimmt Heinz Heilbronn unter Telefonnummer 06631-4514 entgegen.

Hintergrund: Die Arbeiterwohlfahrt wurde am 13. Dezember 1919 auf Initiative von Marie Juchacz gegründet. Mit ihrer annähernd 100-jährigen Geschichte zählt die AWO zu den ältesten Wohlfahrtsverbänden in Deutschland. Die Not der Armen während des 1. Weltkrieges brachte Marie Juchacz zur Gründung der AWO. Durch diese Erfahrungen geprägt, setzte sie 1919 ihre Idee einer sozialdemokratische Wohlfahrtspflege um. Der Parteiausschuss der SPD stimmte der Gründung des »Hauptausschusses für Arbeiterwohlfahrt« zu. Dieser sollte die sozialen Anliegen der Arbeiterschaft in der Wohlfahrt durchsetzen. Juchacz kämpfte für das Frauenwahlrecht, leistete Widerstand gegen die Nationalsozialisten, musste ins Exil fliehen und setzte sich für diejenigen ein, die in der Gesellschaft keine Stimme haben. Ihre Motive fasst sie 1927 so zusammen: »Der Gedanke der Solidarität, der alle Zweige der Arbeiterbewegung so wundervoll belebt, ist auch die Triebfeder unseres gemeinsamen Handelns zum Wohle hilfsbedürftiger Menschen. Der Starke soll mit eintreten für den Schwachen zum Wohle des Ganzen.«



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