02. Januar 2019, 07:00 Uhr

Pfarrerin geht

Zum Abschied eine Schall-Luke der Kirchturms

Viele Besucherinnen und Besucher verabschiedeten Pfarrerin Susanne Gessner beim Festgottesdienst. Dabei verwies sie darauf, dass sie sich sehr wohl gefühlt hat - trotz der vielen Baustellen.
02. Januar 2019, 07:00 Uhr
Pfarrerin Susanne Gessner verabschiedet sich von den Besuchern. (Foto: hso)

Nun ist es endgültig, Susanne Gessner ist nicht mehr Pfarrerin für die Kirchengemeinden Groß-Felda, Kestrich und Windhausen. In einem Gottesdienst ging eine fast 13-jährige Amtszeit für sie zu Ende, nachdem sie Dekan Dr. Jürgen Sauer aus dieser »entpflichtete«. Ihre neue Aufgabe führt sie nach Gießen, wo sie sie als Klinikseelsorgerin tätig sein wird. Wie beliebt Susanne Gessner in ihren Gemeinden und darüber hinaus war, zeigten ein bis auf den letzten Platz besetztes »erweitertes Gotteshaus« und die nach dem Gottesdienst voll besetzte Feldahalle. Es war für viele und für die Pfarrerin selbst ein sehr emotional geprägter Gottesdienst.

»Nach all den langen Jahren geht mir dieser Moment sehr nah und ich bin schon ein bisschen aufgeregt«, ließ sie vor Beginn wissen. Sie erinnerte sich an ihre Ordinationspredigt mit dem Bibeltext aus Genesis 32, Verse 23 bis 22 und diese Geschichte sei auch ihre. Der Weg ins Pfarramt sei weit für sie gewesen. Es habe so manchen Kampf und manchen Bruch gegeben. Aber sie sei dran geblieben und habe um den Segen Gottes gerungen. Diesen Segen habe sie in Groß-Felda bereits in den ersten Wochen ihrer Amtszeit in besonderer Weise erfahren.

Nach der Eingangsmusik durch den Ev. Posaunenchor unter Leitung von Herbert Schott, freute sich Gessner, dass alle gekommen sind, mit denen sie in all den Jahren zusammengearbeitet hat. Die Lichter am Weihnachtsbaum und die Krippenfiguren vergewissern uns, dass die weltumstürzende Botschaft von Weihnachten uns nun auch über die Schwelle ins neue Jahr trägt. Im Gottesdienst wurde viel gesungen. Für die musikalische Umrahmung sorgten Christian Karl an der Orgel, der Ev. Posaunenchor und besonders der Gospelchor Ober-Breidenbach, in dem Susanne Gessner aktiv ist, unter der Leitung von Reinhard Helm. Ihre Lieder »Come by here my Lord«, »You raise me up« und »All night, all day« wurden von den Zuhörern mit viel Applaus bedacht.

In ihrer Abschiedspredigt erinnerte die Pfarrerin an einiges was man miteinander erlebt habe. Der Dachboden des Pfarrhauses musste entrümpelt werden. Das habe sie geschafft. Sie musste schnell lernen, nicht alles auf einmal zu machen, sondern Schritt für Schritt zu gehen. Der Aufgabenzettel sei immer noch nicht vollständig abgearbeitet. Es war nicht immer leicht, aber dass sie mit dieser »Lernaufgabe in meinem Leben« in den drei Gemeinden bleiben und in der Arbeit als Pfarrerin wachsen durfte. Das sei ein großer Segen in ihrem Leben, betonte die Pfarrerin.

Sie erinnerte sich an ihre erste Taufe, an die Konfirmandenunterrichte, daran als sie das erste Mal auf dem Friedhof stand, an den ersten Geburtstagsbesuch und ihre erste Hochzeit. Die vielen »Baustellen« in den drei Kirchengemeinden, die in Jahren erledigt wurden und das laufende Projekt »Kirche Windhausen« stehe nun bald zum Abschluss. Sicherlich habe sie nicht alles richtig gemacht und habe auch Menschen enttäuscht, die auf ihren Besuch gewartet haben. »Ich bin auch mir selbst und Anderen mit meinem Perfektionismus immer wieder einmal auf die Nerven gegangen«, sagte sie weiter. Dennoch habe sie sich in Feldatal sehr wohl gefühlt und habe sehr viel gelernt. Dafür sagte sie »Danke«. Für all die unbekannten Wege im neuen Jahr sprach sie allen Mut zu und bat darum, den nächsten Schritt zu gehen und die Herausforderungen anzunehmen. Mit den Worten »Alles hat seíne Zeit, Leben ist Veränderung« schloss sie ihre Predigt.

Die »Entpflichtung« aus ihrem Amt nahmen Dekan Dr. Jürgen Sauer, Pfarrerin Dorothea Witznick, Reinhard Helm und Pfarramtssekretärin Angelika Wahl vor. Grußworte der Kirchenvorstände aus Groß-Felda, Kestrich und Windhausen überbrachte stellvertretend Betina Falk. Als Geschenk überreichte sie ein Fotobuch, welches die Pfarrerin an die vielen Ereignisse der vergangenen Jahre immer wieder erinnern soll. Ein besonderes Geschenk war dann auch noch ein restauriertes Teil einer »Schallluke« aus dem Kirchturm Windhausen.

Die Fürbitten lasen Dekan Sauer, Pfarrer Pithan, Anita Schaaf und Ivana Zinkler. Mit dem Gemeindelied »Von guten Mächten wunderbar geborgen«, den »Irischen Segenswünschen« gesungen vom Gospelchor und einer Orgelnachspiel endete schließlich ein sehr bewegender Gottesdienst.

Danach war die ganze versammelte Gemeinde zu Kaffee und Kuchen, weiteren Grußworten und zu Gesprächen mit der scheidenden Pfarrerin geladen.

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