30. Dezember 2018, 18:32 Uhr

Karuszel-Stammtisch erinnert an Georg Groscurth

30. Dezember 2018, 18:32 Uhr
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Aus der Redaktion

Der nächste Kulturstammtisch des Vereines Karuszel findet am kommenden Freitag, den 4. Januar, ab 18 Uhr in der Pizzeria/Ristorante Hotel Herbstein in Herbstein statt. »Ich sterbe für ein Leben ohne Menschenhass.« Das schrieb der Widerstandskämpfer Dr. Georg Groscurth eine Stunde vor seiner Enthauptung am 8. Mai 1944 im Zuchthaus Brandenburg.

Als Bauernsohn am 27. Dezember 1904 in Unterhaun bei Bad Hersfeld geboren, wurde er Arzt mit einer sozialistischen Gesinnung. Zusammen mit Robert Havemann, dem späteren Regimekritiker in der DDR, war er als Mitglied der geheimen Zwischengruppe »Neu Beginnen« in die Giftgasforschung des Dritten Reiches eingestiegen. Er wurde Leibarzt von Rudolf Heß.

Zugleich gründete er die Widerstandsgruppe »Europäische Union«, zu der auch der spätere Verleger Helmut Kindler gehörte. Diese operierte als Bindeglied zwischen Widerstandsorganisationen von Zwangsarbeitern in Berliner Lagern. Er half Juden, zu überleben, was später von Roland Freisler am Volksgerichtshof als Begründung für die Verurteilung zum Tode diente.

Der Herbsteiner Hobbyhistoriker Dr. Friedhelm Röder hat sich jahrelang mit Leben, Weggefährten und der wechselvollen Entwicklung des Geschichtsbildes von Georg Groscurth beschäftigt, er wird an diesem Abend seine Ergebnisse skizzenhaft schildern und an Groscurth erinnern.



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