Beim Stöbern auf einem Flohmarkt kann man Erstaunliches entdecken: Die meisten werden dann den Gegenstand mit nach Hause nehmen, die Bestsellerautorin Mechthild Borrmann hat daraus allerdings ein Buch gemacht.

Bei ihrer Lesung im Aquariohm in Mücke in der Reihe »Der Vulkan lässt lesen« erzählte sie am Wochenende, dass sie einmal auf einem Flohmarkt den Bildband einer Familie gekauft hatte. Die Lebensgeschichte, die hinter den Bildern steckte, hat sie neugierig gemacht. So kam die Autorin nach Monschau in die Eifel.

Die »Grenzgänger«, die Geschichte einer verlorenen Kindheit, baut sich in drei Erzählsträngen auf, die auf wunderbare Weise miteinander verknüpft sind. Zum einen geht es um Henni, die Hauptprotagonistin und ihre Familie, dann ist da der Freund des Bruders, der Künstler Thomas aus Lüttich, und die allerbeste Freundin Elsa. Es ist die Geschichte einer verlorenen Kindheit. Die Schönings leben in dem kleinen fiktiven Dorf Velda an der deutsch-belgischen Grenze. Wie die meisten Familien verdienen sich auch die Schönings mit Kaffeeschmuggel etwas dazu. Die 17-jährige Henni ist, wie viele andere Kinder, von Anfang an dabei und diejenige, die die Schmuggelrouten über das Hohe Venn, ein tückisches Moorgebiet, kennt. So kann sie die Kaffeeschmuggler, hauptsächlich Kinder, in der Nacht durch das gefährliche Moor führen. Ab 1950 übernehmen aber immer mehr organisierte Banden den Kaffeeschmuggel und Zöllner schießen sogar auf die Menschen. Eines Nachts geschieht das Unfassbare: Hennis Schwester wird erschossen. Henni steckt man daraufhin 1951 in eine Besserungsanstalt – wegen Kaffee-schmuggels. Die jüngeren Geschwister, die Henni anstelle der toten Mutter versorgt hatte, kommen in ein kirchliches Heim. Borrmann verknüpft das fiktive Geschehen mit der jeweiligen Zeitgeschichte und hält die Spannung im ganzen Verlauf der Geschichte hoch. Sie erzählt dabei so packend, dass sich auch die Zuhörer bei der Lesung angesichts von kurzen Abschnitten sehr berührt zeigten. Die Bücherstube Reinhard aus Grünberg hatte einen Büchertisch vorbereitet und gerne signierte die Autorin die Werke und versah diese auch mit persönlichen Worten.

Mechthild Borrmann, Jahrgang 1960, verbrachte Kindheit und Jugend am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie als Tanz- und Theaterpädagogin und Gastronomin tätig. Mechthild Borrmann lebt als freie Schriftstellerin in Bielefeld. (sf/Foto: sf)

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