27. November 2018, 21:16 Uhr

Handwerk stabilisierender Faktor in der Wirtschaft

27. November 2018, 21:16 Uhr

Vogelsbergkreis (pm) Das Ambiente war bereits weihnachtlich, die Stimmung gut und der Anlass ein schöner und wichtiger im Kalender der Kreishandwerkerschaft: Die traditionelle Zusammenkunft der Senioren mit Ehrungen, Unterhaltungsprogramm und einer großen Tombola.

Rund 150 ehemalige Meister aus dem Handwerk und ihre Partnerinnen und Partner beziehungsweise weitere Familienangehörige waren der Einladung ins Gasthaus Graulich nach Schwalmtal-Rainrod gefolgt und tauschten bei Kaffee und Kuchen Erinnerungen, Gedanken und Meinungen mit langjährigen Weggefährten aus.

Kreishandwerkermeister Edwin Giese meinte: »Überall hört man, dem Handwerk geht’s gut. Doch stimmt das auch?«, kam gleich seine Frage hinterher. Er betonte, dass das Handwerk zurzeit sehr viel Arbeit hat. Gleichzeitig werde man durch immer mehr Verordnungen und Vorschriften ausgebremst.

Die Europäische Union sei sehr kreativ, wenn es darum gehe, Handwerker durch mehr und mehr Bürokratie ins Büro zu verbannen. »Sie hier haben das Auf und Ab der Wirtschaft miterlebt, von der Hochkonjunktur bis hin zur Rezession«, sagte Giese den Handwerksmeistern. Das Handwerk sei immer ein stabiler und stabilisierender Faktor in der Wirtschaft gewesen und nicht zwingend von der Weltwirtschaft abhängig wie die Industrie oder Banken.

Alsfelder Ratssänger treten auf

Sein Blick auf das duale System der Ausbildung, das für viele andere Länder der Welt Maßstab sei, war ebenfalls positiv. Dennoch stellte Edwin Giese bedauernd fest, dass momentan zu wenig junge Leute einen Handwerksberuf anstreben.

Im Nachsatz hörte man dann aber gleich wieder Optimismus, dass sich das wieder ändern werde. Denn irgendwann könne bei den stets steigenden Studierendenzahlen nicht mehr jeder Universitätsabsolvent eine adäquate Stelle finden. Der Titel »Meister« zeuge von etwas Besonderem, sagte Giese.

Mit einem Augenzwinkern erinnerte er daran, dass er oft in Verbindung mit außergewöhnlichen Menschen und Leistungen genannt werde, wie Bürgermeister, Weltmeister oder eben Handwerksmeister.

Edwin Giese führte auf launige Art und Weise durch den ganzen Nachmittag. Er moderierte gekonnt die beiden musikalischen Einlagen der Alsfelder Ratssänger sowie die Tombola.

Eingebettet in die musikalischen Programmpunkte, war die Übergabe der silbernen und goldenen Meisterbriefe der Höhepunkt des Nachmittags. Geschäftsführer Erwin Mönnig rief alle zu Ehrenden auf und Edwin Giese übergab die Urkunden. In gelöster Stimmung klang der Nachmittag dann deutlich später unter Freunden und Kollegen langsam aus.

Mit dem silbernen Meisterbrief für 40 Jahre als Meister wurden geehrt: Arthur Schlitt, Müllermeister, Alsfeld; Georg Bär, Elektroinstallateurmeister, Freiensteinau; Helmut Rühl, Maurermeister, Burg-Gemünden; Diether Opper, Elektroinstallateurmeister, Homberg; Klaus-Ludwig Vogel, Maler- und Lackierermeister, Homberg; Walter Maiß, Zimmerermeister, Appenrod; Walter Hahn, Fleischermeister, Kirtorf; Karl-Willi Hamel, Elektroinstallateurmeister, Lauterbach; Karl-Heinz Eifert, Maurermeister, Lauterbach; Alfred Klaus, Bäckermeister, Engelrod; Harald Kümmel, Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister, Romrod; Hermann Franke, Augenoptikermeister, Schlitz; Karl Borneis, Zentralheizungs- und Lüftungsbauermeister, Pfordt; Heinrich Noll, Kraftfahrzeugmechanikermeister, Schwalmtal-Rainrod; Walter Glitsch, Elektroinstallateurmeister, Helpershain; sowie Jürgen-Günter Möller, Kraftfahrzeugmechanikermeister, Rebgeshain.

Mit dem goldenen Meisterbrief für 50 Jahre als Meister wurden die folgenden Personen geehrt: Gerhard Fischer, Klempner- und Gas- und Wasserinstallateurmeister, Alsfeld; Dieter Malorny, Friseurmeister, Alsfeld; Hans-Jürgen Stinder, Friseurmeister, Alsfeld; Manfred Ruckelshausen, Kraftfahrzeugmechanikermeister, Ehringshausen; Peter Erich, Zimmerermeister, Schwarz; Emil Lind, Fleischermeister, Crainfeld; Karl Müller, Bäckermeister, Crainfeld; Friedrich Zier, Fleischermeister, Rixfeld; Werner Danzeisen, Fleischermeister, Homberg; Helmut Knöchel, Tischlermeister, Ober-Gleen; Ernst Kaut, Kraftfahrzeugmechanikermeister, Lauterbach; Gerlinde Houserek, Friseurmeisterin, Maar; Heinz Stöppler, Gas- und Wasserinstallateur- und Klempnermeister, Atzenhain, sowie Wilhelm Becker, Fleischermeister, Romrod. (Fotos: pm)

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