15. November 2018, 21:28 Uhr

Wie ist Jugendarbeit sinnvoll?

Jugendpfleger sollten Kontakt zu Jugendlichen haben. Haben sie das nur begrenzt, müssen sie neue Wege suchen. Das hat Mückes Jugendpfleger Jürgen Schneller kürzlich in einem Ausschuss detailliert dargelegt. Aber kann er das umsetzen? Im Ausschuss war die Reaktion von FW/SPD zurückhaltend, in der Gemeindevertretung kam ein klares Nein.
15. November 2018, 21:28 Uhr
Der Bahnhof Mücke steht seit Jahren weitgehend leer. Jugendpfleger Jürgen Schneller und die Grünen haben ihn als Jugendkulturzentrum ins Gespräch gebracht. Doch die FW/SPD-Koalition lehnt dies ab. (Foto: rs)

Jugendarbeit kann vielfältig sein. In Mücke ist sie seit Jahrzehnten für eine Gemeinde dieser Größenordnung durch die Stelle eines Jugendpflegers sehr intensiv, Nachbargemeinden haben dies nicht aufzuweisen. Jetzt hat Jugendpfleger Jürgen Schneller die Notwendigkeit eines Kurswechsels ausgemacht: Weg von den herkömmlichen Jugendzentren in den Dörfern und als Ergänzung hin zu einem Jugendkulturzentrum mit Beratungsangeboten und mehr. Weil der Bahnhof Mücke seit einigen Jahren in Gemeindeeigentum ist und eine Nutzung bislang nicht in Sicht, hat Schneller dieses zentral liegende Gebäude ins Gespräch gebracht.

Unterstützt wird dieses Ansinnen von einem Antrag der Grünen in der Gemeindevertretung, die Nutzung des Bahnhofes Mücke als Jugendzentrum zu prüfen. Sollte das Ansinnen positiv beschieden werden, sollten die Jugendlichen das in Eigenleistung bewerkstelligen, meinte Dr. Udo Ornik am Mittwoch Abend bei der Sitzung der Gemeindevertreter im Dorfgemeinschaftshaus von Bernsfeld. Dirk Neumann (SPD) wies darauf hin, dass es sowohl in Merlau als auch Flensungen bereits Jugendräume gebe. Von daher gebe es für eine dritte Einrichtung dazwischen keinen Bedarf. Dem gegenüber legte Dr. Anneliese Brunn (CDU) dar, dass es sinnvoll sei, das Einrichten eines Jugendkulturzentrums zu prüfen. Das müsse keine Konkurrenz zu vorhandenen Einrichtungen sein, weil die Einrichtung mit Büroräumen des Jugendpflegers ein ganz anderes Ziel auch mit Beratungsangebot und Internetcafé habe.

Günter Zeuner (FW) untermauerte die Sichtweise des SPD-Sprechers. Für die Jugend in Mücke sei man optimal aufgestellt. Zeuner warnte insbesondere vor den Gefahren, die sich für Jugendliche, »wie sie heute sind«, neben einer Gleisanlage ergäben. Dr. Ornik wunderte sich über eine Ablehnung der Prüfung, deren Ziel vom Jugendpfleger unterstützt werde. Das erinnere an alte Zeiten der politischen Auseinandersetzung. Bürgernähe sehe anders aus. Was die Gleisnähe anlange, so sei das alte Jugendzentrum in Mücke an Gleisen gewesen, das in Nieder-Ohmen sei im Bahnhof untergebracht.

Dr. Hans Heuser (CDU) wies darauf hin, dass die Jugendarbeit auch unter dem Aspekt der interkommunalen Zusammenarbeit gesehen werden könne. Wenn die Koalition das im Zusammenhang mit den neuen Trauräumen anmahne, dann sei das aber doch wohl zwingend bei so einer wichtigen Sache wie der Jugendbetreuung.

Bürgermeister Andreas Sommer unterstützte wie bereits im Ausschuss die neue Zielsetzung des Jugendpflegers, sich von festen Räumlichkeiten wie Jugendzentren zu trennen. Denn dort erreiche man nicht alle Jugendlichen, meist nur einen Jahrgang. Entscheidendes Standbein der Jugendarbeit solle in der Fläche sein. Ottmar Traum (SPD) meinte schließlich, man sei nicht gegen ein Jugendkulturzentrum, aber nicht am Standort Bahnhof Mücke.

Vor dem Hintergrund eines absehbaren Scheiterns zogen die Grünen ihren Antrag zurück.

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