08. November 2018, 21:23 Uhr

Interessant für Familienforscher

08. November 2018, 21:23 Uhr
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Aus der Redaktion
Das Stadtarchiv Homberg hat vom 96-jährigen Robert Holl aus Mainz eine Reihe interessanter Unterlagen übernommen. (Foto: pm)

Das Stadtarchiv Homberg hat unlängst eine Reihe interessanter Unterlagen übernommen, die vor allem für die Familiengeschichte der Region von Bedeutung sind. Die Unterlagen stammen von Robert Holl aus Mainz.

Nicht viele Homberger werden Robert Holl kennen, auch wenn seine Mutter aus Haarhausen stammt – daher die Verbundenheit mit Homberg und der näheren Umgebung. Man kann ihn sicher als Vollblutgenealogen bezeichnen, und er verfügt über eine umfangreiche Publikationsliste, vorwiegend, aber nicht nur zu genealogischen Themen.

Dass zu den von ihm erstellten Unterlagen ausführliche Ahnentafeln der eigenen Familie gehören, erscheint naheliegend. Die Vorfahren stammen überwiegend aus Hessen-Darmstadt, dem Elsass (Ahnengemeinschaft mit dem Urwaldarzt Albert Schweitzer) und Hessen-Nassau.

Mühlengeschichte

Der Umstand, dass seine Mutter eine geborene Seim war, gab den Anstoß für eine Ausarbeitung über »Das oberhessische Geschlecht der Seim (Romröder Stamm)«. Holl erstellte Register der ältesten Kirchenbücher für mehrere Orte aus dem Raum Homberg. Es gelang ihm, das in Verlust geratene älteste Kirchenbuch (1683 – 1709) des Kirchspiels Winnen zu rekonstruieren. Intensiv setzte sich Holl auch mit der Mühlengeschichte auseinander.

Zahlreiche Abhandlungen des Mühlenwesens, vornehmlich aus dem Raum Main/Rheinhessen/Rheingau, waren das Ergebnis. Weil einer seiner Vorfahren gegen 1705 eine eigene Druckerei besaß, beschäftigte er sich mit frühen Buchdruckern, darunter auch Johannes Gutenberg.

Seiner beruflichen Tätigkeit bei den Glaswerken Schott geschuldet sind die Forschungen und Publikationen zum Thema »Glas«. Nunmehr, im 96. Lebensjahr stehend, möchte er den Nachlass eines reichen Forscherlebens geeigneten Instituten überlassen, um diesen für die Nachwelt nutzbar zu machen.

Für die Unterlagen aber, die Bezug zu Homberg und zum oberhessischen Raum haben, fiel seine Wahl auf das Homberger Stadtarchiv, dessen Leiter, Altbürgermeister Walter Seitz, sehr gerne die ihm angebotenen »Schätze« annehmen wollte.

Salbücher des Kreises Alsfeld

Dort ruhen sie nun und können nach Absprache eingesehen werden. Genealogen werden möglicherweise weit in die Vergangenheit zurückführende Kopien verschiedener Zeitschriften und einschlägiger Buchveröffentlichungen nutzen wollen, darunter etwa ein Stipendiatenbuch der hessen-darmstädtischen Universitäten Gießen und Marburg (1605-1774). Oder die Suchbücher für die Gießener Universitätsmatrikel (1605-1624 und 1649-1707). Enthalten sind ebenfalls Kopien zahlreicher gedruckter Quellen aus der Vorkirchenbuchzeit, die zum festen Fundus der Familienforschung gehören; als Beispiel seien die »Salbücher des Kreises Alsfeld« von E. E. Becker genannt.

Gerade für die Familienforschung im Raum um Homberg sind vollständige Register der älteren Kirchenbücher des Kirchspiels Ober-Ofleiden von Interesse. Ähnliche Unterlagen existieren auch zu Nordeck, Winnen und Wermertshausen in der näheren Umgebung und anderen mehr.

Eine Sammlung von Büchern zu familiengeschichtlichen Themen sowie diverse Festschriften aus der näheren Umgebung runden die Sammlung ab.

Die Unterlagen können nach Rücksprache mit dem Stadtarchiv Homberg eingesehen werden (Telefon 06633-184-0 oder E-Mail an stadt@homberg.de).



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