01. November 2018, 21:15 Uhr

Retten nach dem Fingerdruck

01. November 2018, 21:15 Uhr
Schlüsselübergabe im sanierten Gerätehaus zwischen Bürgermeister Ulrich Künz, Wehrführer Hubert Fröhlich und Vereinsvorsitzendem Michael Dörr (v.l.). (Foto: pwr)

Kirtorf-Wahlen (pwr). Feuer löschen und Leben retten per Fingerdruck: Die modernisierte Unterkunft der Feuerwehr in Wahlen wurde dieser Tage offiziell in den Dienst gestellt. Wenn die rund 20 ehrenamtlichen Frauen und Männer künftig zu Einsätzen ausrücken wollen, ist zunächst ein gezückter Zeigefinger gefragt.

Mit jenem erhalten die Feuerwehrleute ab sofort Zutritt zum Feuerwehrhaus, ein Schlüssel ist nicht mehr nötig.

Obligatorisch erfolgte zur Feierlichkeit trotzdem eine Schlüsselübergabe zwischen Bürgermeister Ulrich Künz und Wehrführer Hubert Fröhlich. Der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Michael Dörr, stellte zur Indienststellung fest, dass die Feuerwehr nicht nur eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, sondern auch ein wichtiger Teil der Ortsgemeinschaft ist.

Kleine Werkstatt und Büro

Die Modernisierung des Feuerwehrhauses umfasst die Schaffung von Umkleideräumen, Stellplätzen für die beiden Einsatzfahrzeuge sowie eines kleinen Werkstatt- und Bürobereichs. Fast 120 000 Euro hat die Stadt in den Wahlener Standort ihrer Feuerwehr investiert, der in diesem Jahr bereits sechsmal zu Einsätzen ausrückte.

Das Land bezuschusste die Maßnahme mit rund 30 000 Euro, doch die größte Unterstützung kam in Form von 1024 Arbeitsstunden aus dem Ort selbst. Insgesamt 13 Freiwillige packten über Wochen mit an. Sie errichteten Mauern, verlegten Kabel und Rohre oder sorgten für Anstriche. »Die Altersspanne der Helfer reichte von 4 bis 76 Jahren«, machte Wehrführer Fröhlich zum Generationenprojekt deutlich. »Es macht mich dankbar und stolz, dass es Menschen gibt, die ihre Freizeit zur Mithilfe für den Umbau des Feuerwehrhauses opfern.«

Besonders würdigte er das Engagement der 17-jährigen Sandra Zlotowska, sie erschuf in über 30 Stunden ein Wandbild mit dem löschenden Sankt Florian. Aus seiner Sicht ist jeder Einzelne gefragt, um die schnelle Hilfe in seinem Wohnort zu erhalten.

Im Hinblick auf Bürgermeister Ulrich Künz sprach Wehrführer Fröhlich von einem offenen Ohr für die Belange der Brandschützer. Dieser wiederum sprach Dank und Anerkennung für die Eigeninitiative bei der Modernisierung des Feuerwehrhauses aus. Er betonte, dass ländlich strukturierte Gemeinden auf Förderungen, aber auch auf die Unterstützung der Bürger bauen müssen.

Beispielhaft führte er die über 1000 Stunden Eigenleistung der Freiwilligen in Wahlen an, deren monetären Wert er auf mindestens 40 000 Euro bezifferte. »Das ist in der heutigen Gesellschaft keine Selbstverständlichkeit«, so Künz. Trotzdem machte er deutlich, dass die Sicherstellung des Brandschutzes eine Aufgabe der Gemeinde ist und sie die finanziellen Voraussetzungen zu schaffen hat.

Stadtbrandinspektor Heino Becker zeigte sich von der Modernisierung des Brandschutzes im Kirtorfer Ortsteil zufrieden. Aus seiner Sicht sind die geschaffenen Räume ein Mittel zum Zweck und gesetzliche Vorschrift. Im Hinblick auf die über 1000 erbrachten Arbeitsstunden sprach er seinen Respekt aus und stellte fest: »Als Leiter einer Feuerwehr kann man nicht mehr viel selbst mit anpacken, die Leitung ist zum Bürojob geworden«.

Kleine Feuerwehren bleiben wichtig

Kreisbrandmeister Peter Pfeil gratulierte den Bürgern zu einer so aktiven Feuerwehr. »An für sich ist Ausbildung, Übung und Einsatz genug Engagement, hier in Wahlen wird von den Feuerwehrleuten noch deutlich mehr geleistet«, so Pfeil.

Er sprach von einer abnehmenden Anzahl der Einsatzkräfte im Bundesland, stellte jedoch eine kameradschaftliche Verbindung der Feuerwehrleute über die Ortsgrenzen hinweg fest. »Die Zusammenarbeit beim großen Waldbrand zwischen den Städten Homberg und Kirtorf hat das verdeutlicht«, so Pfeil.

Im Hinblick auf kleine Feuerwehren im Landkreis sagte er, dass keine so schwach sei, dass man ganz auf sie verzichten kann.

Pfarrer Frank Hammel dankte für das Engagement im örtlichen Brandschutz. »Grundsätzlich muss einem mit der Wähler Feuerwehr nicht Angst und Bange sein«, so Hammel. Ortsvorsteher Sören Stumpf sprach dann ein Grußwort und überreichte ein Präsent der Vereine.

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