02. November 2018, 08:00 Uhr

Handwerk

Robin Seibert will Deutschlands bester Nachwuchstischler werden

Es begann mit einem Laubsäge-Set. Heute fiebert Robin Seibert dem Bundeswettbewerb der Jungschreiner entgegen. »Die Materie Holz steckt in mir«, sagt der 19-Jährige aus Schadenbach.
02. November 2018, 08:00 Uhr
Robin Seibert tischlert meisterlich, das beweist die Urkunde. Sein Chef Karl Heinrich Linker (l.) ist sehr stolz auf ihn. (Foto: jol)

Über diesen Erfolg freut sich Schreinermeister Karl Heinrich Linker besonders: Sein Azubi Robin Seibert nimmt als bester hessischer Jungschreiner am Bundeswettbewerb teil. Im Sommer hat der junge Schadenbacher die Ausbildung abgeschlossen, seit Mitte Juli ist er Geselle in dem Betrieb des Homberger Schreinermeisters. Dieser Tage hat er im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks auf Landesebene mit 197 von 200 Punkten den esten Platz erreicht. Nun bereitet er sich auf den Bundesentscheid in Berlin vor.

Auf Landesebene ließ er sogar seinen Zwillingsbruder Lukas um einen halben Punkt hinter sich – auch der ist Schreiner. Beim Gespräch strahlt der 19-Jährige immer noch vor Begeisterung, er freut sich sichtlich über den Erfolg beim Landesentscheid. »Die Materie Holz steckt in mir«, sagt der Schadenbacher. Sein Vater ist Forstwirt, die Jungs sind von klein auf mit dem Werkstoff Holz aufgewachsen. Zur Einschulung bekam er ein Laubsäge-Set, damit hat das alles begonnen. Inzwischen hat er im Elternhaus eine eigene Holzwerkstatt eingerichtet und ist begeistert von der abwechslungsreichen Arbeit im Betrieb Linker. Denn dieser hat sich auf Inneneinrichtungen spezialisiert, baut Empfangstresen für Banken, Konferenztische aus massiver Eiche und Ladeneinrichtungen nach Maß. »Ich mache auch gerne Montage von Fenstern und Türen, halt alles, was der Beruf beinhaltet«, sagt der junge Homberger.

 

Skepsis bei Wahl des Gesellenstücks

Karl Heinrich Linker erinnert sich noch gut daran, als Robin vor über drei Jahren als Interessent für einen Ausbildungsplatz vor der Tür stand. »Das war ein besonderer Bewerber«, deshalb stellte er ihn ein, obwohl bereits ein Azubi im Betrieb war. Das ist eine Herausforderung für einen kleinen Handwerksbetrieb, aber der Einsatz lohnte sich. Robin Seibert habe seine Aufgaben mit großem Ehrgeiz erledigt. Stirnrunzeln löste er zum Abschluss der Lehre bei der Wahl des Gesellenstücks aus, die Meister Uwe Zinnkann und Linker waren etwas skeptisch ob der besonderen Gestaltung.

»Ich habe ein Sideboard mit einem Korpus in Hochglanz weiß mit alten Eichenbalken für Schubkästen und die Abdeckplatte kombiniert«, erzählt Seibert. Dabei kommt die Maserung des Holzes im Kontrast zur weißen Kunststoffoberfläche toll zur Geltung. Der Korpus ist übrigens mit abgerundeten Ecken aufwendig gestaltet.

Man sieht am Abend, was man geleistet hat, und das ist es, was Spaß macht

Karl Heinrich Linker

Das war eine kniffelige Sache, die 150 Stunden Arbeit erforderte. »Er hat sie mit Bravour gemeistert«, freut sich Linker. Beim Landesentscheid der Junggesellen hatte Seibert binnen acht Stunden aus bereit gestellten Holzstücken eine Staffelei fürs Malen zu bauen. Sein Zwillingsbruder rangierte knapp hinter ihm: »Der spornt mich an, dass ich weiterkomme«. Nun bereitet sich Robin auf den Bundeswettbewerb im November vor. »Ich übe Verbindungen mit Stift und Zapfen und Schwalbenschwanzverbindungen«, meint er. Ein bisschen nervös ist er schon, »das ist eine besondere Anspannung«.

Karl Heinrich Linker freut sich sehr über diesen Überraschungserfolg seines Junggesellen. Das ist auch Werbung für das Handwerk, das umfassende Fähigkeiten erfordert. Ein guter Schreiner habe ein Talent mit Holz umzugehen. »Er muss eine Zeichnung erfassen und umsetzen können«, zählt Linker auf. Er sollte EDV-Kenntnisse haben, weil Schreiner mit CNC-Maschinen die Zuschnitte für den Möbelbau machen. Dafür hat man einen abwechslungsreichen Beruf. Seibert ergänzt: »Man sieht am Abend, was man geleistet hat, und das ist es, was Spaß macht«.

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