Vogelsbergkreis

Kritik an Pfarrstellenbemessung bleibt

Sie stand ganz im Zeichen der nun mit schnellen Schritten heraneilenden Fusion: Die letzte Sitzung der Synodalen des evangelischen Dekanats Alsfeld fand in Homberg/Ohm statt. Zum 1. Januar werden die Dekanate Alsfeld und Vogelsberg fusionieren und den gemeinsamen Namen Evangelisches Dekanat Vogelsberg tragen.
30. Oktober 2018, 22:06 Uhr
Redaktion
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Dekan Dr. Jürgen Sauer ehrt die ehrenamtlichen Prädikantinnen und Prädikanten sowie die Lektorinnen und Lektoren. (Foto: pm)

Sie stand ganz im Zeichen der nun mit schnellen Schritten heraneilenden Fusion: Die letzte Sitzung der Synodalen des evangelischen Dekanats Alsfeld fand in Homberg/Ohm statt. Zum 1. Januar werden die Dekanate Alsfeld und Vogelsberg fusionieren und den gemeinsamen Namen Evangelisches Dekanat Vogelsberg tragen.

Bereits der Gottesdienst, gehalten von Pfarrerin Sarah Kiefer, beschäftigte sich mit dem Zusammenschluss der Dekanate und dessen Bedeutung für die Menschen darin. Liedauswahl und Predigt thematisierten die Zäsur, die – von der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) verordnet – von beiden Dekanaten in Arbeitsgruppen vorbereitet wird. »Vertraut den neuen Wegen«, forderte ein musikalisches Bild die Synodalen zum positiven Blick in die Zukunft auf, und auch in der Predigt ging es um den Mut und das Vertrauen zu permanenter Erneuerung und Veränderung.

Der Gottesdienst wurde schwungvoll eingerahmt von der Homberger Kirchenband. Bevor diese jedoch startete, wurden im Gottesdienst sechs verdiente Ehrenamtliche geehrt: Als Prädikanten bzw. Lektoren sind Eleonore Hansel, Cordula Otto, Norbert Kelbassa und Bodo Müller seit 30 Jahren aktiv, Hiltrud Otto und Waltraud Schlögel seit 25 Jahren. »Gottes Wort in unsere Zeit hinauszutragen ist eine anspruchsvolle Aufgabe«, würdigte Dekan Dr. Jürgen Sauer das Engagement der Menschen.

Die Sitzung in der Stadthalle eröffnete Präses Sylvia Bräuning. In ihrem Grußwort äußerte sich Bürgermeisterin Claudi Blum sehr positiv sowohl über die Versorgung mit Pfarrerinnen und Pfarrern ihrer Stadt und der Ortsteile als auch über die gute Zusammenarbeit der Kirchengemeinden mit den kommunalen Gremien. Kirche müsse zu den Menschen.

Aus der Arbeit des Dekanatssynodalvorstandes (DSV) im vergangenen halben Jahr berichtete Sylvia Bräuning. Zahlreiche Anfragen und Anträge aus den Kirchengemeinden ließ sie Revue passieren, verwies auf Beschlüsse und Genehmigungen von Finanzzuschüssen bis hin zu Personalentscheidungen und ging auf den Stand der Bemühungen um die Neubemessung der Pfarrstellen ein. Mit allen potenziell betroffenen Gemeinden im Dekanat Alsfeld habe man Gespräche geführt – weitere Absprachen lägen nun zunächst in der Vorbereitungsgruppe.

Auch verschiedene Maßnahmen zum Umzug in das neue Dekanat seien bereits getroffen, Mietverträge gekündigt und Umzugsunternehmen bestellt. Ganz besonders verwies Bräuning auf die herausragende Spendenbereitschaft angesichts der Jahrhundertflut in der indischen Partnerdiözese East-Kerala: 45 000 Euro konnten vom Partnerschaftsausschuss in das Land überwiesen werden.

Aus der Kirchensynode der EKHN lagen zwei Berichte der Delegierten, Pfarrerin Susanne Gessner und Carsten Simmer vor. Hier war es Ende April um die Themen Digitalisierung, Heimkinder-Situation der 50er und 60er Jahre, ökofaire Beschaffung sowie die Zukunft der Kindertagesstätten in der EKHN gegangen. Darüber hinaus wurde zu den Bereichen Energiebeschaffungsgesetz und Änderung der Lebensordnung sowie dem Kirchengesetz zum Umgang mit Pfarrhäusern und Dienstwohnungen diskutiert.

Dekan Sauer hört auf

Auch Wahlen standen auf der Tagesordnung: Zum 30. August war Pfarrerin Mona Rieg aus dem Dekanat ausgeschieden, zum 31. Dezember verlässt Pfarrerin Susanne Gessner ihre Kirchengemeinde und das Dekanat. Pfarrerin Ursula Kadelka von der Ev. Katharinengemeinde Gemünden und Pfarrer Theo Günther von der Ev. Kirchengemeinde Alsfeld stellten sich zur Wahl und wurden mit großen Mehrheiten bestellt. Pfarrerin Susanne Gessner fungierte auch als Delegierte in der EKHN-Synode. Für sie wird nun ihr Stellvertreter, Pfarrer Alexander Starck nachrücken, sodass wiederum eine Stellvertretung zu wählen war. Diese wurde mit Pfarrerin Sarah Kiefer gefunden. Zu guter Letzt wurde Michael Metz in den Partnerschaftsausschuss East-Kerala gewählt.

Über die Vorbereitungen für den Evangelischen Kirchentag in Dortmund im kommenden Jahr und den Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt 2021 informierte Valentin Zimmerling. Er warb darum, zum einen Gemeindemitglieder, insbesondere Jugendliche, für eine Teilnahmen an den Kirchentagen zu begeistern, zum anderen Themen für den Ökumenischen Kirchentag vorzuschlagen.

In der Fragestunde wurde deutlich, dass die Vorgehensweise, bei der Neubemessung der Pfarrstellen zunächst mit den möglicherweise betroffenen Kirchengemeinden allein und erst in einem nächsten oder übernächsten Schritt über mögliche Kooperationen mit anderen Kirchengemeinden zu sprechen, nicht auf ungeteilte Zustimmung trifft. Präses Bräuning verteidigte und erläuterte diese Vorgehensweise und sicherte zu, dass bestehende Kooperationen berücksichtigt würden.

Unter den Bereich »Sonstiges« fiel der Abschied von Klaus Döll, der bis zum 31. Dezember stellvertretender Leiter der Regionalverwaltung ist. Seine Abschiedsworte waren kurz und herzlich. Ebenfalls überraschend, doch gut vorbereitet, fiel ein weiterer Abschied aus: Pfarrer Thomas Harsch, stellvertretender Dekan, überreichte ein Buch voller Fotos aus dem nun bald alten Dekanat Alsfeld an Dekan Dr. Sauer, der nach der Fusion zwar noch einige Monate im Amt bleibt, aber Mitte nächsten Jahres in den Ruhestand gehen wird. Und auch er hatte noch eine Überraschung für die Synode vorbereitet: Er blickte anhand zahlreicher Fotos und Informationen ebenfalls zurück auf das Dekanat Alsfeld, das – nachdem bereits Mitte des 16. Jahrhunderts von einer »Superindententur Alsfeld« die Rede war – als solches erstmals Mitte des 19. Jahrhunderts erwähnt wurde.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,507441

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