27. Oktober 2018, 12:15 Uhr

Gemeindevertretung

Baby-Begrüßung und Windelsäcke in Feldatal

Die Feldataler Gemeindevertreter haben den Haushalt 2018 beschlossen, dazu Begrüßungsgeschenke für Neugeborene, Sitzungsgeld für Ortsbeiräte und kostenlose Windelsäcke.
27. Oktober 2018, 12:15 Uhr
Oberhalb von Stumpertenrod ragen die Rotoren des Windparks Platte auf, drei weitere Anlagen sollen angrenzend errichtet werden. (Foto: jol)

Sie ziehen an einem Strang – und das sogar in eine Richtung. Einstimmige Beschlüsse fasste die Feldataler Gemeindevertretung am Donnerstag im Gemeinschaftshaus Windhausen, was nach den Querelen der Vorjahre recht bemerkenswert ist. Der Haushalt 2018 wurde ebenso beschlossen wie Begrüßungsgeschenke für Neugeborene, Sitzungsgeld für Ortsbeiräte und ein Fahrzeug für die Feuerwehr Stumpertenrod. Gegenstimmen gab es lediglich beim Beschluss für kostenlose Windelsäcke und über einen Vertrag zum Windpark Eckmannshain. Die positive Stimmung nahmen rund 30 Zuschauer zur Kenntnis, darunter Unterstützer von Bürgermeister Leopold Bach.

Eher Formsache war der Beschluss zum Haushalt, das Jahr umfasst nur noch zwei Monate. Das Volumen im Ergebnishaushalt liegt bei knapp 5,6 Millionen Euro mit einem Überschuss von fast 47 000 Euro. Investitionen für 782 000 Euro sind eingeplant, darunter vor allem Geld für den Ausbau der Ortsdurchfahrt Köddingen, Digitalfunk und ein Fahrzeug für die Feuerwehr. Hinzu kommen für die Sanierung des Rathauses 35 500 Euro, die Heizung der Feldahalle 81 000 Euro und für die Kläranlage 77 000 Euro.

Für die FWG lobte Marcus Görig den kleinen Überschuss. Positiv sei, dass der Haushaltsplan trotz Erkrankung der Kämmerin erstellt wurde, hier zeige sich die Stärke des Gemeindeverwaltungsverbunds. Er freute sich über Spenden für das Schwimmbad und das Engagement vieler Helfer in den Ortsteilen. Hans Werner Völzing (SPD) lobte Leopold Bach für seinen Einsatz und er hofft, dass die Gemeinde künftig Steuern senken kann. Er regte an, Gemeinschaftshäuser als kulturelle Zentren im Dorf zu begreifen, dafür solle das Land aufkommen.

Michael Bierbach (CDU) kritisierte, dass im GVV höhere Kosten an den Gemeinden vorbei entstehen, aber die Kooperation war eine große Hilfe beim Erstellen von Jahresrechnungen und Haushalt. Peter Weiß (AUF) freute sich über einen ausgeglichenen Haushalt mit »realen Einschätzungen, ohne Utopien«. Freude auch beim Vorsitzendem Timo Wagner, zur einhelligen Zustimmung meinte er verblüfft: »Das ist eine Leistung«. Schnell beschlossen waren auch die Begrüßungsgeschenke für Eltern Neugeborener. Auf Anregung Völzings sollen auch Zugezogene beschenkt werden. Bach fügte an, er wolle mit dem Gewerbeverein sprechen, ob man sich nicht an die Begrüßung für Neubürger beim Bauernmarkt anhängen kann.

BI fordert Windpark-Blockade

Bei zwei Gegenstimmen der CDU beschloss das Parlament zudem Windelsäcke ab nächstem Jahr. Sie sollen Familien mit Kleinkindern und Pflegebedürftigen entlasten, wie es die FWG beantragt hatte. Den Bedarf sah auch die SPD, zumal die Restmülltonnen inzwischen so selten geleert werden, dass sie bei Hitze eine Zumutung darstellten. Karl-Friedrich Dörr (CDU) sieht keine Notwendigkeit, diesbezüglich sei er noch nie angesprochen worden.

Unstrittig war die Beschaffung eines neuen Einsatzfahrzeugs für die Feuerwehr Stumpertenrod. Der Wagen mit Wassertank, abgekürzt TSF-W, soll seinen Aufbau von einer Firma in Herbstein erhalten, wie Bach mitteilte. Eine Metallbaufirma habe mit rund 43 000 Euro das günstigste Angebot abgegeben und es wurde auch von der Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehren im Feldatal befürwortet. Ebenso schnell war man sich darin einig, das Ortsbeiratsmitglieder ein Sitzungsgeld erhalten sollen. Zusammen mit Anhebungen bei anderen Ehrenämtern entstehen so Mehrkosten von rund 2100 Euro pro Jahr. Im Hauptausschuss wird über den städtebaulichen Vertrag zum geplanten Windpark Eckmannshain beraten, beschloss man bei einem Nein der CDU. Der Betreiber will drei Anlagen errichten, dazu war eine Bürgerbeteiligung festgeschrieben. Nun bietet der Betreiber einen Windsparbrief an, der eine Rendite von drei Prozent vorsieht, bislang waren sieben Prozent geplant.

Bach verwies darauf, dass der Betreiber überhaupt keine Beteiligung der Ortsbewohner wollte. Der Vorstand habe erreicht, dass wenigstens dieser Sparbrief ermöglicht werde. Völzing (SPD) nennt das »den Spatz in der Hand«, Dörr (CDU) lehnt eine Vertragskorrektur ab, weil der Betreiber einst sieben Prozent zugesichert hat. Die BI »Gegenwind« fordert eine Blockade des Windparks, die Bevölkerung sei genug belastet.

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