25. Oktober 2018, 22:05 Uhr

Harnisch: Schul- und Vereinssport als eins denken

25. Oktober 2018, 22:05 Uhr

Vogelsbergkreis (pm). Am Montag war mit Henning Harnisch, dem ehemaligen Basketballeuropameister und Vizepräsident von Alba Berlin, der Beauftragte für Sport und Teilhabe im Regierungsteam der SPD mit dem Landtags-Direktkandidaten Swen Bastian unterwegs, um seine Sportidee für Hessen vorzustellen und mit den Aktiven zu diskutieren. Erste Station war Schotten, wo Harnisch mit Bastian und Susanne Schaab sowie Vertretern des TGV Schotten den Trial- und Mountainbike-Parcours in der Nähe der Vogelsbergschule besuchte und sich die Aktivitäten der Rollski- und Radsportler anschaute. Ein Praxistest durfte dabei nicht fehlen. Der Zweimetermann fühlte sich auf dem Mountainbike wohl.

Am Abend diskutierte Harnisch in Maar mit Vertretern von Vereinen, Schulen und Kindergärten seine Sportidee. »Man lernt nirgendwo mehr über Gemeinschaft, Konfliktlösung und den Umgang mit Erfolg und Niederlage als beim Sport mit anderen«, so Harnisch, »Auch der Sport hat eine politische Komponente, die für den Zusammenhalt in der Gesellschaft steht. Das ist umso wichtiger in Zeiten, in denen Populismus von rechts und links versucht, uns zu spalten. Den Versuchen, die Menschen aufzuwiegeln und gegeneinander in Stellung zu bringen, möchte ich einen positiven Entwurf gegenüberstellen.«

Nach Überzeugung von Harnisch ist es notwendig, früh mit Sport anzusetzen. »Sport muss Freude machen, Bewegung ist befriedigend für alle. Daher müssen wir schon im Kindergarten beginnen und für den Sport begeistern, gerade in den heutigen Zeiten, in denen immer mehr Kinder unter Bewegungsdefiziten leiden.« Schulsport und Vereinssport müssten als eins gedacht werden. Harnisch bedauerte, dass heute nicht ganzheitlich gedacht werde: »Die Schule denkt bei ihren Aktivitäten häufig nicht an die Sportvereine und diese nicht an die Schule. Wir müssen dies ändern.« In der Diskussion wurde schnell deutlich, mit welchem Einsatz und Herzblut die Akteure aus der Region bei der Sache sind. »Ob Erzieher, Sportlehrer oder Trainer – wir setzen uns dafür ein, dass diejenigen, die Sport weitertragen, dafür auch die nötigen Voraussetzungen erhalten.« Beispielhaft hob er das kleine Island hervor: »Bei gerade mal 350 000 Einwohnern gibt es 800 hauptamtliche Trainer für Sport für Kindergärten, Schulen und Vereine. Daran müssen wir uns ein Beispiel nehmen.«

In den nächsten fünf Jahren sollen nach der Vorstellung von Harnisch 100 Orte in Hessen entwickelt werden, bei denen die Vernetzung von hauptamtlichen Trainern und ehrenamtlich Tätigen so erfolgt, dass Sport schon vom Kindesalter an eine Selbstverständlichkeit wird. »Jeden dieser Sportorte werden wir mit 100 000 Euro im Jahr unterstützen.« Harnisch berichtete von seinen Erfahrungen und Erfolgen bei Alba Berlin, wo er mit 120 Trainern ein ähnliches Modell seit mehr als zehn Jahren praktiziert. »Sport betreiben bedeutet etwas zu leisten – deshalb ist jeder Breitensport gleichzeitig Leistungssport. Für einen Nationalspieler müssen 1000 Kinder mit Sport angefangen haben. Wir wollen dafür sorgen, dass kein Kind mit 16 Jahren mit seiner Sportart aufhört, weil es keine Alternativen mehr hat, zeitgleich aber auch den Spitzensport entsprechend fördern.« Dafür setze er auf eine bessere Unterstützung der ehrenamtlichen Trainer und mehr hauptamtliche Strukturen.

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