18. Oktober 2018, 21:56 Uhr

Gegen Unterrichtsausfall

18. Oktober 2018, 21:56 Uhr
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Aus der Redaktion

Vogelsbergkreis (pm). Mit Thomas Schwarze, dem designierten Minister für Schulen und Bildung im Regierungsteam der SPD Hessen, diskutierte der heimische Landtagsdirektkandidat Swen Bastian (SPD) in Reuters gemeinsam kürzlich mit Lehrern, Gewerkschaftsvertretern und Interessierten über die »Schule von Morgen«. Schwarze, der für die SPD das Kultusministerium führen soll, ist Schulleiter einer großen Gesamtschule in Wiesbaden-Biebrich und durch seine Arbeit in landesweiten Facharbeitskreisen bis in den Vogelsbergkreis vernetzt.

»Die Lehrerversorgung ist allen Sonntagsreden zum Trotz nicht überall gewährleistet, wie das Beispiel der Gudrun-Pausewang-Schule in Lauterbach-Maar deutlich zeigt«, sagte Landtagsdirektkandidat Swen Bastian. Berufsschulen stünden gerade in den ländlichen Regionen vor großen Herausforderungen und würden vom Land im Stich gelassen, wenn es gelte, mit innovativen Lösungen die Fachklassen vor Ort zu erhalten. Und bei der Digitalisierung fehle der Landesregierung in Hessen eine zukunftsfähige Strategie.

»Es ist nicht wahr, was momentan von der Landesregierung zum Thema Schule behauptet wird«, leitete Schwarze in die Thematik ein. In Hessens Schulen fehlten Lehrer: Überlastung und Unterrichtsausfall seien die Folgen. »Integration, Digitalisierung und die Vorbereitung auf eine veränderte Arbeitswelt sind die Hausaufgaben, welche die CDU in Hessen nicht erledigt hat. Wir werden unsere Schulen modernisieren und die Lehreraus- und -fortbildung reformieren. Heute sind die Wartezeiten auf einen Referendariatsplatz zu lang, der Lehrermangel ist hausgemacht«, sagte Schwarze.

Breiten Raum nahm in der Diskussion mit Lehrern die offizielle Lehrerversorgung von 105 Prozent ein. »Was nützt mir eine 105-prozentige Abdeckung auf dem Papier, wenn die Fachkombinationen nicht stimmen? Was nützen mir Deutschlehrer, wenn an meiner Schule Bedarf an Mathelehrern herrscht?«, so lautete die Kritik von Teilnehmern. »Wenn man Bildungsgerechtigkeit erreichen will, dann muss man alle mitnehmen, die in unseren Schulen tätig sind. Dies fängt bei einer gleichen Bezahlung im Eingangsamt bei Lehrern an«, stellte Thomas Schwarze in Aussicht. Nach Ansicht der SPD sei es dringend nötig, die Lehrer von unterrichtsfremden Aufgaben zu entlasten. Und Schwarze wandte sich gegen Zentralisierung. »Die Schulen vor Ort wissen am besten, was gut für die Schüler ist. Ich will den Schulen die notwendigen Freiheiten geben, Dinge vor Ort praxisnah zu entscheiden. Gerade in den ländlichen Regionen sind ein wohnortnahes breit gefächertes Angebot und der Erhalt auch kleiner Schulstandorte wichtig.«



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