Vogelsbergkreis

Märchen und Musik

Gemünden (eva). Nach der Sommerpause eröffneten die Seniorenkreise der evangelischen Katharinengemeinde in Burg- und Nieder-Gemünden mit ihren Oktober-Unterhaltungsnachmittagen die kommende Herbst/Wintersaison. Begonnen wurde jeweils mit dem Verlesen einer von Pfarrerin Ursula Kadelka vorbereiteten Andacht, in der es darum ging, dass kein Mensch ohne Glauben ist, denn Glauben gehöre zum Menschen. Neben dem Kaffeetrinken, dem gemeinsamen Singen und einem gemütlichen Plausch zwischendurch, hatten beide Organisationsteams wieder einen bunten Programmmix zusammengestellt.
16. Oktober 2018, 21:10 Uhr
Hannelore Diegel
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Seniorennachmittag in Burg-Gemünden: Besonders lustig und lebhaft wird es bei dem altbekannten bewegten Singspiel »Mein Hut, der hat drei Ecken«, bei dem nach Art eines Lückentextliedes mit jeder Strophe ein weiteres Schlüsselwort ausgelassen und nur noch gestisch dargestellt wird. (Fotos: eva)

Gemünden (eva). Nach der Sommerpause eröffneten die Seniorenkreise der evangelischen Katharinengemeinde in Burg- und Nieder-Gemünden mit ihren Oktober-Unterhaltungsnachmittagen die kommende Herbst/Wintersaison. Begonnen wurde jeweils mit dem Verlesen einer von Pfarrerin Ursula Kadelka vorbereiteten Andacht, in der es darum ging, dass kein Mensch ohne Glauben ist, denn Glauben gehöre zum Menschen. Neben dem Kaffeetrinken, dem gemeinsamen Singen und einem gemütlichen Plausch zwischendurch, hatten beide Organisationsteams wieder einen bunten Programmmix zusammengestellt.

So war es in Nieder-Gemünden insbesondere die Märchen- und Geschichtenerzählerin Silvia Völker aus Alsfeld, die die Gäste wieder einmal mit auf eine Reise in die bunte Fantasiewelt der Märchen und Sagen nahm, für die man niemals zu alt ist, wie sie selbst sagt. So war es unter anderem das Märchen um die arme Rapunzel, die von einer bösen Zauberin in einem Turm gefangen gehalten wurde und erst durch den Mut und die Liebe eines Königssohns befreit werden konnte. Oder auch die bestrickende Geschichte um das nicht so bekannte Grimm-Märchen »Die kluge Gretel«, eine Köchin, die nicht widerstehen konnte, Wein und Speisen zu probieren, bis nichts mehr übrig war und der es dann auf raffinierte Art gelang, von sich abzulenken und ihren Herren hinters Licht zu führen.

Ergänzt wurde das Nachmittagsprogramm in Nieder-Gemünden noch mit Rilkes Gedicht »Der Herbsttag« sowie der kleinen Geschichte »Das Apfelbäumchen«, in der es darum ging, wie drei Kinder das Verbot drei Äpfel vom Baum zu pflücken, umgingen, indem sie die Äpfel einfach am Baum direkt abnagten, vorgetragen von Renate Müller. Den Abschluss bildete das Spiel »Galgenmännchen«, in das alle Besucher mit eingebunden waren.

Beim Seniorentreffen im Dorfgemeinschaftshaus in Burg-Gemünden standen dieses Mal Darbietungen aus den eigenen Reihen im Mittelpunkt und bescherten den Gästen einen kurzweiligen und vergnüglichen Nachmittag. So sorgte unter anderem ein Leierkastenmann (Rudi Brummer) mit Musik und Gesang für Fröhlichkeit, während Gertraud Justus mit einigen köstlichen und nicht ganz zur Nachahmung zu empfehlenden Anekdoten mit den Titeln »Erntedank und Kartoffeln«, oder »Himmel und Hölle« für Belustigung sorgte.

Mit einem Frage- und Antwortspiel, bei dem Scherzfragen die Oberhand hatten, sowie bei Mitmachliedern wie beispielsweise nach der Melodie »Auf einem Baum ein Kuckuck saß« Beine und Arme zu kreisen, in die Lüfte zu boxen oder nach dem Rhythmus die Schultern zu heben, kam ordentlich Schwung in den Saal.

Besonders lustig und lebhaft wurde es in Burg-Gemünden bei dem altbekannten bewegten Singspiel »Mein Hut, der hat drei Ecken«, bei dem nach Art eines Lückentextliedes mit jeder Strophe ein weiteres Schlüsselwort ausgelassen und nur noch gestisch dargestellt wird. Wenn einer versehentlich in eine Lücke hinein singt, muss immer wieder von vorne angefangen werden. Keine Frage, dass dabei der Spaßfaktor besonders hoch war und die gemeinsam verbrachte Zeit wie im Fluge verging.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/vogelsbergkreis/art74,500430

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