15. Oktober 2018, 05:00 Uhr

Tierschutzpreis

Erster Platz geht nach Alsfeld

Tiere bestimmen ihr Leben. Ann-Catrin Schmidt aus Alsfeld setzt sich privat und am Arbeitsplatz für ihre Fellnasen ein. Jetzt wurde der Einsatz mit dem Deutschen Tierschutzpreis gewürdigt.
15. Oktober 2018, 05:00 Uhr

Wer ehrenamtlich aktiv ist, weiß, dass es einem hin und wieder gut tut, wenn diese Arbeit gewürdigt und anerkannt wird. Für eine engagierte Tierschützerin aus Alsfeld geschah dies jetzt in Berlin. Dort erhielt Ann-Catrin Schmidt den 1. Preis des Deutschen Tierschutzpreis 2018. Damit ehrt der Deutsche Tierschutzbund Menschen, die sich mit Herzblut und Energie für Tiere einsetzen. Die Preisträger, die sich in den verschiedensten Bereichen für den Tierschutz stark machen, kommen aus ganz Deutschland, ihr Wirken geht aber vielfach über die Grenzen hinaus ins europäische Ausland – so auch bei Preisträgerin Ann-Catrin Schmidt. Der Preis ist mit insgesamt 7000 Euro dotiert. Neben den Plätzen eins bis drei, wurde in diesem Jahr erneut ein Preis für das Lebenswerk und in einer Sonderkategorie vergeben. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hielt ein Grußwort. Weitere Prominente nahmen an der Verleihung teil, darunter Sängerin Stefanie Hertel, Tierschutzbotschafterin des Deutschen Tierschutzbundes.

Unterrichtsmaterial für Rumänien

»Es ist berührend zu sehen, wie viele Menschen sich für das Wohl der Tiere einsetzen oder den Tierschutzgedanken in die Öffentlichkeit tragen – und das meist ehrenamtlich und völlig selbstlos«, so konstatierte Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. »Die Bewerbungen und Vorschläge für den Tierschutzpreis waren bunt und vielfältig – das macht die Stärke des Tierschutzes aus. Die diesjährigen Preisträger stehen damit auch stellvertretend für all‹ die, die sich mit Herz und Verstand engagieren.« Ann-Catrin Schmidt erhielt den Preis für ihr tierschützerisch-schulisches Engagement. Als Förderschullehrerin verdeutlicht sie Kindern in verschiedensten Projekten und Arbeitsgemeinschaften an Schulen, was Tierschutz bedeutet und wie jeder einzelne seinen Beitrag leisten kann. Neben dem Vorsitz im Tierschutzverein Alsfeld ist sie im Verein Schüler für Tiere aktiv.

Der Verein unterstützt unter anderem das weltgrößte Tierheim, die Smeura in Rumänien. Ann-Catrin Schmidt entwickelte für die Kinder vor Ort Unterrichtsmaterial, mit dessen Hilfe sie diese für den Umgang mit Tieren und ihren Schutz sensibilisiert. Die von ihr entworfene »Materialkiste zum Thema Hund« kommt mittlerweile an 23 rumänischen Schulen zum Einsatz. Denn gerade dort muss aus Sicht von Schmidt die Bevölkerung nach wie vor für den empathischen Umgang mit anderen Lebewesen sensibilisiert werden. Die 39-jährige Preisträgerin Ann-Catrin Schmidt lebt Tierschutz seit vielen Jahren. So engagiert sie sich nicht nur in Schulen und dem Alsfelder Tierheim, sondern räumt ihren Schützlingen auch im privaten Bereich breiten Raum ein. So versucht sie nicht zu vermittelnden Tieren und Hospiztieren ein »kuscheliges Zuhause zu ermöglichen«. Sie ist also eine Frau der Praxis, und so sagt sie folgerichtig: »Mir ist ein großes Anliegen, mir ein Bild zu verschaffen, wie man mit den Tieren umgeht«. Deshalb ist sie erstmals nach Rumänien geflogen und hat begonnen, in den Schulen Tierschutz anzustoßen.

Schüler sind nachmittags freiwillig da

Zuhause hat die Lehrerin die AG »Schüler für Tiere« an der Geschwister Scholl-Schule angestoßen. Die Treffen der AG sind immer mittwochs in der 7. und 8. Stunde und bestehen seit sechs Jahren. Die Anmeldezahlen zu den Treffen sind konstant hoch, über 15 Kinder bleiben freiwillig bis in den Nachmittag an der Schule, um sich für Tiere einzusetzen. Beim Tierschutz setzt Pädagogin Schmidt ganz auf die junge Generation: »Schön ist, dass es in Deutschland und Rumänien im Tierschutz engagierte Kinder gibt.«

Den Preis hat die Alsfelderin also nicht nur wegen ihrer aufopferungsvollen Liebe zu Tieren erhalten, sondern vor allem wegen ihrer »Schüler für Tiere«-AG, die sie als Pädagogin einmal pro Woche anbietet. Dort lernt die nachfolgende Generation nicht nur den respektvollen Umgang mit anderen Lebewesen. Immer wieder startet Schmidt packende Aktionen, bei denen die Kinder mit Begeisterung dabei sind. Zuletzt haben Mädchen ihrer AG beim Tierheimfest mitgewirkt und einen Agility-Parcour aufgebaut. Dort konnten Besucher mit ihren Hunden ihr Können unter Beweis stellen.

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