10. Oktober 2018, 05:00 Uhr

Altöl im Teich

Ermittlungsverfahren nach Vorfall in Alsfeld eingestellt

Rund 2000 Liter Altöl flossen im Dezember in Alsfeld in Gräben und Teiche. Zehn Monate später ist kein Verantwortlicher gefunden. Offen sind zudem Rechnungen in Höhe von 37 000 Euro.
10. Oktober 2018, 05:00 Uhr
Im Dezember versuchen Feuerwehr und THW den Altöl-Teppich auf dem Erlenteich einzudämmen. (Foto: pwr)

Das Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft zur Alsfelder Altöl-Havarie wurde eingestellt. Wie der zuständige Staatsanwalt in Gießen sagte, mangelte es an einem Tatverdacht. Laut Staatsanwaltschaft konnte zwar festgestellt werden, dass das Öl über ein offenes Absperrventil von einem Sattelauflieger in die Umwelt gelangte. Wer jedoch für die Öffnung des Ventils verantwortlich war, ließ sich nach Abschluss der Ermittlungen nicht aufklären. Derzeit prüft der Vogelsbergkreis noch die Verfolgung einer etwaigen Ordnungswidrigkeit. Bei dem Unglück waren im Dezember 2017 rund 2000 Liter Altöl in die Umwelt gelangt, unter anderem in den Krebsbach und den Erlenteich. Rund 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk, Spezialfirmen und Behörden waren im Einsatz, teilweise über Wochen.

8000 Liter Altöl ausgeflossen

Das Regierungspräsidium Gießen hatte einem Entsorgungsbetrieb auf dem Areal des ehemaligen Bundesgrenzschutzgeländes Am Ringofen nach dem Unglück den Umschlag von gefährlichen Flüssigabfällen untersagt. Von dem Betriebsgelände hatte das Unglück seinen Verlauf genommen.

Der Betrieb befindet sich derzeit noch mit der Stadt Alsfeld und dem Vogelsbergkreis über die Einsatzkosten im Rechtsstreit. Wie die Stadt Alsfeld und der Vogelsbergkreis auf Anfrage informierten, wurde Widerspruch gegen die entsprechenden Gebührenbescheide in Höhe von mehr als 37 000 Euro eingelegt. Die Stadt Alsfeld hatte für den Feuerwehreinsatz 11 000 Euro verlangt, der Vogelsbergkreis für den Behördeneinsatz 26 000 Euro. Wie ein Sprecher des Vogelsbergkreises Ende September sagte, wurden die Kosten des Kreises bisher noch nicht beglichen.

6000 Liter Öl in Rückhaltebecken

Die erste Meldung über das Unglück ging am Morgen des 8. Dezembers 2017 von einem Anwohner am Krebsbach ein. Sofort wurden durch Feuerwehrleute Ölsperren errichtet und schwimmendes Ölbindemittel ausgebracht. Die Ursache für die Havarie war zu dem Zeitpunkt noch völlig unklar, erst durch eine Ursachensuche wurde eine Entsorgungsfirma als Ort des Ölaustritts gefunden. Dort stellten die Einsatzkräfte auf einem Umschlagplatz für Altöl eine erhebliche Verunreinigung fest. Zu diesem Zeitpunkt waren rund 8000 Liter Altöl aus der Kammer eines Tanklastzuges geflossen. Ein Teil dieses Öls war durch eine 6000 Liter große Auffangwanne zurückgehalten worden, sodass dennoch 2000 Liter Altöl über einen 1000 Meter langen Regenwasserkanal quer durch Alsfeld in den Krebsbach gelangt waren.

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