01. Oktober 2018, 12:00 Uhr

Natur

Weiter Ärger wegen Fällaktion bei Maulbach

Es gibt weiter Ärger um die Fällaktion in einem Feldgehölz bei Maulbach. Naturschützer fordern eine Bestrafung des betreffenden Landwirts wegen Umweltfrevels.
01. Oktober 2018, 12:00 Uhr

Bäume und Büsche bei Maulbach werden mutmaßlich von einem Landwirt gerodet und die Naturschutzbehörde reagiert unzureichend – diese Kritik erhebt der Naturschutzverband (Nabu) Vogelsberg. Wie die Alsfelder Allgemeine Zeitung berichtete, haben Homberger Naturschützer bereits Ende Juli dagegen protestiert, dass auf dem Grundstück eines Maulbacher Landwirts im Bereich Söhrenteich eine Feldholzinsel zur Hälfte gerodet wurde.

Die Untere Naturschutzbehörde hat sich des Umweltfrevels angenommen und teilt nun mit, dass sie sich mit der Angelegenheit befasst. Mehrere Träger öffentlicher Belange wurden von der Kreisbehörde über den Sachverhalt informiert und um eine Bewertung der durchgeführten Arbeiten gebeten. »Da gesicherte und belastbare Erkenntnisse über den Zeitpunkt, den Umfang und die Auswirkungen der Holzungsarbeiten bisher noch nicht vorliegen, wird nunmehr ein Ortstermin mit dem Grundstückseigentümer und verschiedenen Behörden angesetzt,« teilt die UNB weiter mit.

Das stößt auf harsche Kritik des Nabu Vogelsberg. So kritisiert dessen Vorsitzender Karl-Heinz Zobich, dass mehrere Wochen nach den Hinweisen noch keine Erkenntnisse vorliegen. Bedenklich sei auch die Aussage, dass die Meinung der »Träger öffentlicher Belange« und nicht die eigene Einschätzung der UNB für die Beurteilung der Vorgänge herangezogen werden soll.

Geschütztes Biotop

Zobich spricht von einem »klaren Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz und das Hessische Ausführungsgesetz zum Bundesnaturschutzgesetz«. Die Untere Naturschutzbehörde sei verpflichtet, auf diese Ordnungswidrigkeit zu reagieren. Dies sei auch wichtig, »um mögliche Nachahmer abzuschrecken«.

Unklar bleibe, weshalb inmitten in der Feldholzinsel eine größere Fläche gerodet worden ist. Große Bäume und einige Sträucher wurden dort komplett umgelegt undanschließend abtransportiert. »Möglicherweise sollte die Fläche nach einer weiteren Abholzung der am Rand stehenden Bäume als Ackerfläche mit bewirtschaftet werden,« vermutet der Nabu. Die betreffende Feldholzinsel ist laut Zobich ein gesetzlich geschütztes Biotop nach dem Naturschutzgesetz. Es sei als Feldgehölz mit Tümpel nordwestlich von Maulbach registriert. Es handele sich um den Biotoptyp »Gehölze trockener bis frischer Standorte«, einen Lebensraum, der unter das Naturschutzgesetz fällt.

Das Grundstück sei im Eigentum eines Landwirtes aus Maulbach und werde von ihm bewirtschaftet. Das Biotop wurde im Innenbereich auf weit über der Hälfte der Fläche gerodet. Alle Bäume und Gehölze wurden entfernt. Diese Handlung entspreche nicht der guten fachlichen Praxis für die Pflege von Feldgehölzen. Der Nabu hält den Vorgang für »eine erhebliche Beeinträchtigung nach dem Bundesnaturschutzgesetz«. Sie ist somit eine Ordnungswidrigkeit.

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