06. September 2018, 21:14 Uhr

Schwieriges Thema Seenotrettung

06. September 2018, 21:14 Uhr
Die »Iuventa« wurde im Hafen von Lampedusa beschlagnahmt. (Foto: Cesar Dezfuli)

Gemünden (pm). Im Herbst 2015 schlossen sich in Berlin junge Menschen zusammen, um Bootsflüchtlingen auf dem Mittelmeer zu helfen und die Rettungsmaßnahmen vor Ort zu dokumentieren.

Mit einer großen Leidenschaft und einem unbändigen Willen gelang es ihnen, per Crowdfunding ein Boot zu erwerben, mit dem sie ab 2016 in See stachen. 14 000 Menschen rettete die junge Crew der »Iuventa«, bevor das Schiff im vergangenen Jahr in Lampedusa beschlagnahmt wurde. Der Vorwurf der italienischen Behörden lautete auf eine Zusammenarbeit mit Schlepperbanden. Ein Vorwurf, der bisher nicht belegt werden konnte. Ebenfalls wurde bisher noch keine Anzeige erstattet – dennoch bleibt das Schiff in Italien festgesetzt.

Fasziniert vom Wagemut und der Haltung, die die jungen Gründer von »Iuventa« an den Tag legten, heftete sich schon früh der Regisseur Michele Cinque an ihre Spuren, fuhr mit ihnen aufs Meer und begleitete sie über mehrere Monate ein langes Stück des Weges. Eigentlich war der Film schon fertig, als Cinque die Mitteilung von der Beschlagnahmung der »Iuventa« erreichte. Erneut brach der Filmemacher auf und dokumentiert nun neben Mut und Verantwortungsbereitschaft junger Menschen auch deren Scheitern an der europäischen Flüchtlingspolitik.

In Gemünden am 12. September

Viel beachtet und intensiv besprochen wurde der Film »Iuventa. Seenotrettung – ein Akt der Menschlichkeit« vor seinem Kinostart im Juli dieses Jahres. Dass er nun bereits sowohl in Lauterbach als auch in Nieder-Gemünden und noch zweimal in der Max-Eyth-Schule gezeigt werden kann, ist das Verdienst der evangelischen Kirchengemeinde und Flüchtlingsinitiative Nieder-Gemünden und des evangelischen Dekanats Alsfeld mit Unterstützung durch das Bundesprojekt »Demokratie Leben«.

Für vertiefende Gespräche, persönliche Eindrücke und aktuelle Informationen konnten aktive Helfer von »Jugend Rettet« oder einer anderen NGO im Bereich der Seenotrettung gewonnen werden. Für alle Besucher, die mehr zur Seenotrettung und zu den Wirkungen der europäischen Flüchtlingspolitik wissen möchten, versprechen die Vorführungen einen Erkenntnisgewinn.

Die öffentlichen Aufführungen finden am Mittwoch, 12. September, um 20 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Nieder-Gemünden und am Donnerstag 13. September, um 20 Uhr im Lauterbacher Lichtspielhaus statt. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

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