03. September 2018, 21:04 Uhr

Weitere Gemeindeschwester in Aussicht

03. September 2018, 21:04 Uhr

Mücke (pm). Das Thema der ärztlichen – insbesondere der hausärztlichen – Versorgung und deren Sicherstellung im ländlichen Raum beschäftigt die Menschen nicht nur im Vogelsberg in jeder Alterskategorie und steht seit Jahren ganz oben auf der Liste der wichtigen Aufgaben in Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik. Auf Einladung des CDU-Landtagskandidaten Michael Ruhl (Herbstein) diskutierten zu diesem Thema kürzlich als prominente und kompetente Gäste neben dem Hessischen Minister für Soziales und Gesundheit, Stefan Grüttner, die Ärztinnen Susanne Sommer und Iris Brunn (beide Mücke).

Im seiner Begrüßung zeigte sich Michael Ruhl sehr erfreut, dass neben sehr vielen interessierten Bürgern aus der näheren und weiteren Umgebung auch mehrere Hausärzte aus dem westlichen Kreisgebiet und eine Kinderärztin anwesend waren, sowie der CDU-Landtagsabgeordnete Kurt Wiegel und der für das Gesundheitswesen zuständige Erste Kreisbeigeordnete Dr. Jens Mischak.

Bisher wenige Lücken

Aus heutiger Sicht sei die hausärztliche Versorgung in den meisten Städten und Gemeinden des Vogelsbergkreises noch zufriedenstellend, konstatierte Ruhl, obwohl es vereinzelt schon Lücken gebe, die hoffentlich geschlossen werden könnten. Weil das Durchschnittsalter aller 70 Hausärzte im Vogelsbergkreis derzeit aber bei 57 Jahre liege, müsse man sich um die künftige ärztliche Versorgung nicht nur Sorgen machen, sondern bereits jetzt etwas gegen einen drohenden Ärztemangel tun.

Sozialminister Grüttner beleuchtete zunächst allgemein die ärztliche Versorgung im Lande Hessen und stellte fest, dass die Organisation der ärztlichen Versorgung (Hausärzte und Fachärzte) in die Zuständigkeit der Kassenärztlichen Vereinigung falle, mit der er als zuständiger Minister deswegen in ständigem Kontakt stehe. So habe man in langen Verhandlungen erreicht, dass die Problematik von Regressforderungen gegen einzelne Ärzte wegen angeblich zu vieler Hausbesuche in einem Quartal deutlich entschärft werden konnte. Auch über die Ausgewogenheit des ärztlichen Honorars bei den unterschiedlichen Fachärzten stehe man im Gespräch. Grüttner erläuterte zudem, dass die hessische Landesregierung ein besonderes Programm für die Beschäftigung von Gemeindeschwestern aufgelegt habe.

In diesem Zusammenhang lobte er den Vogelsbergkreis, der beim Land Hessen die Bewilligung von vier Gemeindeschwestern beantragt habe (je eine für jeden Teilraum der ärztlichen Versorgung), von denen leider bisher nur eine Gemeindeschwester bewilligt werden konnte, weil für jeden Landkreis zunächst nur eine vorgesehen sei. Weil aber mehrere Landkreise in Hessen keinen solchen Antrag gestellt hätten, stellte er dem Vogelsbergkreis eine weitere Gemeindeschwester in Aussicht, die vom Land finanziert werde. Die Gemeindeschwestern könnten unter anderem Hausbesuche durchführen, einfache Behandlungen bei Patienten vornehmen und so die Ärzte spürbar entlasten.

Abschluss und Abrundung der Veranstaltung waren die Berichte aus der Praxis der beiden anwesenden Ärztinnen. Susanne Sommer (Mücke) berichtete über ihre Arbeit aus dem Projekt der ärztlichen Versorgung an der Universität Marburg, durch das man gezielt junge Medizinstudenten im Weiterbildungsverbund in den Vogelsberg hole, damit diese den Beruf des Hausarztes direkt erleben könnten. Zudem gab sie Einblick in ihre seit Jahren ausgeübte praktische Arbeit in einer großen Mücker Hausarztpraxis, die sie in Kürze mit zwei Kollegen übernehmen werde.

Iris Brunn gewährte einen Blick in das »Innenleben und den Alltag« einer jungen Ärztin mit Familie und Kindern. Bemerkenswert sei, dass 70 Prozent der heutigen Medizinstudenten weiblichen Geschlechts seien. Dies werde sich bereits in wenigen Jahren deutlich auswirken auf den Umfang der ärztlichen Berufstätigkeit, und die Patienten müssten auch zur Kenntnis nehmen, dass der Arzt beziehungsweise die Ärztin nicht – wie vor Jahren – rund um die Uhr im Einsatz sein könne. Dies alles könne man aber organisieren, damit die gute ärztliche Versorgung in Deutschland auf dem hohen heutigen Niveau gehalten werden könne. Sie freue sich darauf, ebenfalls in absehbare Zeit in eine bestehende Hausarztpraxis einsteigen zu können.

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