03. September 2018, 21:03 Uhr

Sehr gut gerüstet

Gemündens Feuerwehren haben genügend Einsatz- kräfte, es gibt Jugendwehren und die Gemeinde unterstützt mit Ausrüstung. Aber die Gemündener werden weniger, älter und viele arbeiten außerhalb. Da muss man kreativ sein, um tagsüber genügend Leute zu haben.
03. September 2018, 21:03 Uhr

Erstmals wurde die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren vom neuen Gemeindebrandinspektor Tobias Tomaschewski geführt. Er gab einen Überblick zur aktuellen Situation der Wehr und deren Zukunft. Zu den kleineren Beschaffungen zählte er Sandsäcke und Funktionswesten auf. Für die kommenden drei Jahre nannte er eine Investitionssumme von 340 000 Euro, so sollen ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) in Ehringshausen, ein Mannschaftstransportwagen (MTW) in Burg-Gemünden und ein Löschgruppenfahrzeug (LF 10 KatS) für den Löschzug West angeschafft werden. Ebenso sollen neue Atemschutzgeräte beschafft werden. Für die Investitionen wird eine Landesförderung in Höhe von 130 000 Euro erwartet. Die Feuerwehrhäuser in Hainbach und Ehringshausen werden derzeit umgebaut, so weit wie möglich in Eigenleistung.

Die Tagesalarmbereitschaft für die gesamte Gemeinde wird durch den Löschzug West mit den Einsatzabteilungen aus Burg- und Nieder-Gemünden sichergestellt. Dabei sind 28 Einsatzkräfte tätig, von denen laut Tomaschewski 14 tagesalarmsicher sind. »Es wird immer enger, den personellen Erfordernissen bei einem Tageseinsatz gerecht zu werden«, sagte der Gemeindebrandinspektor. Laut seinen Angaben sei man ständig angehalten, den personellen Veränderungen am Tag entgegenzuwirken. Positiv begrüßte er in diesem Zusammenhang die Neubesetzung einer Stelle am Bauhof der Gemeinde, bei der ein Mitglied für die Einsatzabteilung gewonnen werden konnte.

Tomaschewskis Stellvertreter Patrik Schön resümierte das Einsatzwesen des Vorjahres. Zum Einsatzspektrum zählten ein Verkehrsunfall, brennende Kamine, Öl auf Straßen und ein brennender Radlader. Zu den Einsätzen stellte Gemeindebrandinspektor Tomaschewski fest, dass sich die Neueinteilung der Feuerwehr in drei Löschzüge eingespielt und bewährt hat. »Die Einsätze haben aufgezeigt, dass wir bestrebt sein müssen, unbedingt alle Ortsteilfeuerwehren aufrechtzuerhalten, wenngleich im Verbund der drei Löschzüge«, sagte Tomaschewski.

Gemeindejugendfeuerwehrwart Christoph Schad verkündete einen leichten Abwärtstrend bei den Mitgliederzahlen. Derzeit zählt man 38 Mädchen und Jungen in den Nachwuchsgruppen, es gab vier Neueintritte. Drei Jugendliche wurden in Einsatzabteilungen übernommen. Erfolgreich zeigten sich Gemündens Nachwuchsbrandschützer bei verschiedenen Wettbewerben.

Bürgermeister Lothar Bott meinte: »Im Ernstfall muss alles optimal funktionieren, eine gute Ausbildung und Übungsbereitschaft sind Grundlage dafür.« Er führte unter anderem die Beschaffung eines neuen Tragkraftspritzenfahrzeuges (TSF-W) für die Einsatzabteilung in Ehringshausen an, dieses wird über eine gemeinsame Ausschreibung mit Ulrichstein beschafft. Den Feuerwehrvereinen im Gemeindegebiet sprach er für den gesellschaftlichen Zusammenhalt eine große Bedeutung zu. »Die Feuerwehrvereine sind ein wichtiges Pfund in der Gemeinde«, meinte Bott. Im Hinblick auf die Tagesalarmbereitschaft der Wehr sprach Bott von einer Erschwernis durch den demografischen Wandel. Laut seinen Angaben wurden bereits in den vergangenen Jahren die nötigen Schritte zur Kompensation eingeleitet, unter anderem durch die Bildung gemeinsamer Löschzüge verschiedener Ortsteile. »Wir sind im Vogelsbergkreis vorne mit dabei, diese Herausforderung anzutreten«, sagte Bott zur Sicherung der Tagesalarmbereitschaft. Großes Lob sprach er der laut seinen Angaben guten Jugendarbeit in der Feuerwehr aus, die mit großem persönlichen Engagement betrieben werde. »Jugendarbeit benötigt Zeit und Herzblut«, meinte Bott.

Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland informierte zur Umstellung auf digitale Alarmierung, dass die ersten Pager bestellt wurden. Zur durch ein Unwetter zerstörte Atemschutzübungsstrecke in Alsfeld teilte er mit, dass derzeit auf Nachbarlandkreise ausgewichen wird. (pwr/Foto: pwr)

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