23. August 2018, 21:23 Uhr

Handpuppen beleben Kindheitsträume

23. August 2018, 21:23 Uhr
Comedian Sascha Grammel mit Handpuppe »Professor Dr. Peter Hacke« (Foto: sf)

Alsfeld (sf). Sascha Grammel – welch ein Name und welch eine Show: Am Dienstag trat er in der Hessenhalle in voll besetztem Haus auf. Der Berliner Sascha Grammel ist einer der erfolgreichsten Comedians in Deutschland. Der Bauchredner mit den Puppen-Tricks hat sehr hartnäckige Fans und immer wieder neue Fans, die in Begeisterung verfallen. Seine Wortspiele sind schon hinreißend, aber getoppt wurden die dann vom Wort des Abends »Kartoffelworscht«: Es zog sich durch die ganze Aufführung.

Das großartige Bühnenbild mit perfekten Soundeffekten taten ein Übriges. Die Lichtshow, mit Projektionsfläche für Videoeinspielungen gab einem eindeutig das Gefühl auf einer Weltbühne zu sein. Sascha Grammel hat bei seinen Auftritten eine besondere Bandbreite: von kitschig bis komisch, aber immer lustig und herzenslieb. Seine Puppen – mehrheitlich sprechende Tiere, dazu zwei Außerirdische und ein sprechendes Lebensmittel, den Käse, ergänzen den Eindruck.

»Ich find’s lustig«, so lautete der Programmtitel, und die über zweieinhalbtausend Besucher in der Hessenhalle fanden es ebenfalls lustig, denn ständig wurde gelacht und geklatscht.

Das Grammel’sche Personal ist einfach genial. Mit dabei waren in Alsfeld am Dienstag natürlich auch »Frederic Freiherr von Furchensumpf«, die freche Kreuzung aus Adler und Fasan. An Ende hatte er sogar noch einen eineiigen Zwillingsbruder, der aber auch seinen Schnabel nicht im Zaum halten konnte. »Frederic Freiherr von Furchensumpf« ist der allerbeste Freund von Sascha Grammel. Auch »Dr. Schröder«, der Zahnarzt auf der Online-Uni studierte, trug einen wesentlichen Anteil zur Unterhaltung bei. Immerhin studierte er morgens in Aronal und abends in Elmex, nachmittags ging er dann zur Erholung an den Strand von Sensodyne. Es wurde nicht nur gelacht, sondern auch gefeiert. Denn die bezaubernde Sympathieträgerin »Josie«, die Schildkröte, hatte an diesem Abend ihren 114. Geburtstag. Wie bei allen Gesprächen mit seinen Puppen gab sich Sascha Grammel auch als reifere Schildkröte, die verschiedenen Stimmlagen der sprechenden Puppen und die dazu gestrickte Lebensgeschichten sind schon einzigartig.

Fisch will Katze sein

Der Bauchredner und Puppenspieler Grammel haucht seinen »Mitspielern« auf der Bühne überhaupt erst zum Leben ein, so auch »Mieze«, dem berlinernden Fisch, der eigentlich gerne eine Katze wäre, »Professor Dr. Peter Hacke«, der sprechende ökotrophologisch ausgebildete Doppel-Hamburger, der neuerdings mit Spaghetti-Frisur auftritt, und »Außer-Rüdiger«, die aus einer Socke gebastelte Handpuppe mit den großen Augen. In seinem Schlagabtausch mit den schrulligen Puppen nimmt er sich selbst gerne auf den Arm. Eine kleine Feuerschau beendete das herrliche Programm. Nach dem tosenden Applaus gab der Künstler den Besuchern noch einen guten Ratschlag mit auf den Heimweg. Man möge sich doch ein Stück der Kindheitsträume immer wieder vor Augen halten und sie ein Stück weit erleben und leben.

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