22. August 2018, 08:00 Uhr

Kommunen im Netz

Bürgernähe über Facebook und WhatsApp

Ob ein Bruch des Wasserrohrs oder eine Straßensperrung: Bürger wollen gern zeitnah wissen, was in ihrer Gemeinde passiert. Genutzt werden dafür zunehmend auch digitale Medien.
22. August 2018, 08:00 Uhr
Mit einer Internetseite und auf Facebook ist die Stadt Homberg digital vertreten. (Foto: srs)

Die Stadtverordneten wollen eine moderne Kommunikation via Facebook mit den Bürgern, doch so einfach lässt sich der Auftrag an Ulrichsteins Bürgermeister Edwin Schneider nicht umsetzen. »Ich habe mich schlau gemacht und festgestellt, dass Facebook und WhatsApp wegen der neuen Datenschutzverordnung nicht machbar sind«, sagt Schneider. Deshalb hat der Magistrat die Experten beim hessischen Städte- und Gemeindebund beauftragt zu prüfen, was für eine Kommune möglich ist. Die Stadtverwaltung will nun einen Newsletter anbieten, der über die Internetseite der Stadt abrufbar ist.

Die gute Kommunikation mit den Ortsbewohnern ist auch in anderen Kommunen ein Thema, wie der Blick in die digitalen Angebote zeigt. Im Vordergrund steht die Information über lokale Themen, dazu zählen Stellenausschreibungen, Verpachtungen, Mitteilungen zur Wasserqualität und Infos zu Bauarbeiten. Eine Internetseite ist bei den Kommunen im Westteil des Vogelsbergs Standard, bei der am weitesten verbreiteten digitalen Plattform aus dem Hause Zuckerberg (Facebook) sieht es unterschiedlich aus. Die Stadt Homberg weist da auf Veranstaltungen hin, so das nächste Konzert mit »Belle Melange« am Samstag, dem 25. August, oder eingeschränkte Öffnungszeiten der Kfz-Zulassungstelle. Gut 1600 Abonnenten verzeichnet das Profil. Hinzu kommen zwei Diskussionsforen, die von Privatleuten betrieben werden - eine weist immerhin fast 1500 Mitglieder auf.

 

 

Mücke seit 2017 im Netz

Ulrichstein betreibt keine Facebook-Seite, dafür sind Gruppen wie die Feuerwehr, die SPD und die FSG Ober-Ohmen-Ruppertenrod-Ulrichstein vertreten. Debatten mit Bezug zur Stadt finden sich unter anderem in der Gruppe »Meine Heimat ist der Vogelsberg«. Ähnlich ist die Lage in Feldatal, die Gemeinde ist nicht auf der digitalen Plattform, dafür sind es Gruppierungen aus der Gemeinde. So finden Informationen des Gewerbevereins, der Greifvogelwarte und der FWG ebenso Platz wie zum Schmiedefest.

Die Gemeinde Mücke wiederum ist bei Facebook präsent, dabei schränkt Bürgermeister Andreas Sommer ein, dass man die Präsenz gerade überprüft. Das Profil auf der Plattform wurde auf Beschluss der Gemeindevertretung bereits im Vorjahr eingerichtet. Damals galt noch nicht die Datenschutz-Grundverordnung. »Wir sind zur Zeit am Prüfen, ob das mit der Grundverordnung vereinbar ist,« sagt Sommer. Dabei stehen auch die anderen Kommunikationswege einer Gemeindeverwaltung auf dem Prüfstand. »Das geht schon damit los, dass jemand anruft und die Telefonnummer von einem Ortsvorsteher haben will«, fügt der Bürgermeister an.

Das Profil der Gemeinde Mücke findet das Interesse von 930 Abonnenten. Geboten wird ein Mix aus Berichten über den Seniorenausflug, dem Hinweis auf die Sperrung eines Bahnübergangs und Infos zum Breitbandausbau in der Kommune. Eine geschlossene Gruppe mit rund 600 Mitgliedern lädt ferner zur Debatte über lokale Themen ein.

 

 

Zweifel amm Datenschutz

Die Kommunikation zu den Bürgern hält die Gemeinde Gemünden zusätzlich über einen Messenger-Dienst aufrecht. Dabei muss man sich anmelden, was für Bürgermeister Lothar Bott den Vorteil hat, dass man so Anforderungen des Datenschutzes genügt. Nutzer werden nicht zugeschüttet, meist reicht eine Information pro Woche aus. Nur bei einem Wasserrohrbruch oder ähnlich Einschneidendem kommt eine Sofort-Mitteilung. Bott sieht eine Facebook-Präsenz auch deshalb kritisch, weil man dafür einige Arbeitszeit aufwenden muss. »Wenn jemand Mist hineinschreibt, kann man sich nicht unbedingt auf den Betreiber verlassen«, moniert Bott. Zudem ist der Datenschutz ein Problem eines solch offenen Angebots. Dabei verweist er auf die Erfahrungen mit Geburtstagshinweisen.

Bott ist mit der Resonanz auf die Messenger-Infos zufrieden. Rund 15 Prozent der Bevölkerung hätten sich angemeldet. »Das ist schon eine gute Zahl«. Wenig überraschend: Meist sind es jüngere Menschen, die den bequemen Weg über das Smartphone wählen.

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