17. August 2018, 21:51 Uhr

Vortrag

Krieg als Gefühlserbschaft – Spuren in Enkeln und Urenkeln

17. August 2018, 21:51 Uhr
Avatar_neutral
Aus der Redaktion

Lauterbach (pm). Am kommenden Dienstag, dem 21. August, wird um 20 Uhr Prof. Dr. Angela Moré, Professorin für Sozialpsychologie der Universität Hannover, im Hohhaus einen Vortrag über eine Kriegsfolge sprechen, die lange nicht erkannt wurde: Krieg als Gefühlserbschaft für nachfolgende Generationen.

Prof. Moré wird die sogenannte »transgenerationale Weitergabe« von Kriegstraumata in den Mittelpunkt ihrer Ausführungen stellen. Der Begriff beschreibt die Tatsache, dass einige Menschen in ihrem heutigen Leben Schwierigkeiten oder Probleme haben, deren Wurzeln im Kriegserleben von Großeltern oder Eltern liegen. Es handelt sich um Wunden, die nicht vollständig verheilen, sondern weiter schmerzen wie eine Art »Phantomschmerz« der nachfolgenden Generationen.

Dabei beschreibt das Wort »Erbe« allerdings nicht eine direkte »Vererbung« der Traumata, sondern mehr einen emotionalen Kommunikationsprozess, in dem sich unbewusste Botschaften der vorangehenden Generationen im familiären Klima atmosphärisch niederschlagen und die nachfolgenden Generationen beeinflussen. Unerklärliche Angst, Bedrücktheit, innere Schwere bis hin zu Fantasien über diffuse, allgegenwärtige Bedrohtheit können Symptome einer solchen »Gefühlserbschaft« sein. Ein sehr wichtiges Thema, das zur heilsamen Aufarbeitung von aktuellen und auch schon lange zurückliegenden Kriegserlebnissen notwendig ist.

Dieser Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Nie wieder Krieg!« statt, die von Soroptimist International (SI) Lauterbach-Vogelsberg ausgerichtet wird. Die Veranstaltung erfolgt in Kooperation mit der Stadtbücherei Lauterbach und deren Förderverein. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Alle Informationen zu der Reihe »Nie wieder Krieg!« gibt es unter www.niewiederkrieg.net.



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos